Nur ein paar Memos

23.05.2011 um 14:17 Uhr

Spargel in Karamell

Ich weiß auch nicht so recht, wieso mich in letzter Zeit wieder häufiger sentimentale Wellen erreichen oder gar über mir zusammenschlagen. Zerbrechlich komme ich mir vor, obwohl ich das höchstwahrscheinlich gar nicht bin. Also stelle ich mir die Frage, ob ich nicht vielleicht doch eine gewisse Lust an diesem Gefühl gewinne und mehr oder weniger zielgerichtete die Treppen hinabsteige. So wie gestern zum Beispiel. Die vage Erinnerung an einen Roman, den ich vor über 25 Jahren las, ließ mich gestern Abend den Fernseher einschalten... und schon war sie da, diese Welle, und mit ihr so ziemlich alle emotionalen Feldzüge, denen ich eigentlich aus dem Weg gehen wollte (und sollte). Als mir dann im Traum der letzten Nacht auch gleich noch die passenden Kreise geschlossen wurden - obendrein mit Musik hinterlegt -, wollte ich heute am liebsten die reale Welt verleugnen und dort bleiben, wo ich war: in meiner Emo-Traumwelt-Blase.
Wecker, Frau und ein vereinsamtes Restquantum an Pflichtbewusstsein haben mich dann doch in den Tag geschossen. Und ich habe mich entgegen aller Gewohnheit selbst ernst genommen, die Notbremse gezogen und mir einen halben Tag freigegeben. Sonne, menschenleere Landstraßen und reichlich gute Musik taten gut; ein kleiner Waldspaziergang und ein kurzes Nickerchen im Halbschatten taten ein Übriges. Jetzt geht’s wieder.
Ich liebe dieses Leben mit allen Höhen und Tiefen - trotz, oder vielleicht sogar wegen solcher Tage.

19.05.2011 um 10:01 Uhr

Gegenbewegung gegen Bewegung

Manche Dinge ändern sich mit der Zeit, andere hingegen nie. Das ist ein alter Hut. Und oft stellen wir frustriert fest, dass sich Manches keinen Millimeter von der Stelle rührt, obwohl wir es so sehr wollen und vielleicht auch intensiv daran arbeiten.
Bei mir ist es momentan eher umgekehrt: Dinge ändern sich, die besser so bleiben sollten, wie sie waren. Dabei ist diese Änderung völlig unnütz, ja teilweise sogar kontraproduktiv. Versteht mich nicht falsch; ich bin ein großer Freund von Veränderung und Erneuerung, aber ich habe etwas dagegen, wenn Schönes, Bewährtes und Liebgewonnenes plötzlich seine Gestalt ändert nur um der Erneuerung willen.
Es gibt zweifellos Rituale, die es zu brechen gilt, doch sollte man darüber nicht vergessen, dass uns Rituale auch das Gefühl von Beständigkeit und Verlässlichkeit geben können.
Es gibt Technik, die schreit nach dringender Erneuerung, doch gibt es auch solche, die wegen ihrer genialen und bewährten Funktionsweise besser unangetastet bleiben sollte.
Es gibt Ideale, die sich mit der Zeit und der Mode wandeln, doch niemand käme deswegen auf die Idee, z.B. einen Rubens zu übermalen und dabei die Frauen schlanker und die Farben leuchtender zu machen.
Vergessen die Menschen denn den Wert der Beständigkeit jetzt völlig?
Wenn jemand seinen Weg zum Ziel erklärt, ist das völlig okay; wenn er ausmistet, um Platz für Neues zu schaffen: völlig normal; wenn er sich entwickelt oder ein Projekt vorantreibt und dabei Anderes auf der Strecke bleiben muss, ist das auch verständlich – was mich jedoch maßlos ankotzt, ist das zunehmend zu beobachtende Phänomen, dass sich bestimmte Leute nur noch ausschließlich über das Maß an Veränderung definieren, welches sie produzieren, und sich dabei einen Teufel darum scheren, wie viele andere Menschen davon beeinflusst und beeinträchtigt werden. Bewegung als Selbstzweck, Bewegung als Egotrip.
Sicher sollte ich hier nicht pauschal urteilen. Die eine oder andere von mir kritisierte Veränderung könnte man durchaus als Kunstform durchgehen lassen. Doch bedenken viele Verursacher nicht, dass Kunst keine Massenware ist und die Vernichtung praktischer Werte zugunsten eines effektvollen äußeren Rahmens immer unangenehme Nebenwirkungen haben wird.

Ihr habt keine Ahnung, wovon ich spreche? Dann schaut Euch mal um. Solche unnützen Veränderungen finden sich überall - im Großen wie im Kleinen – und sei es auch nur der Korkenzieher im Schubkasten, der seit dem ersten und letzten Anwendungsversuch sein Dasein dort fristet, weil er zwar chic aussieht, aber nicht in der Lage ist, einen ordinären Korken aus der Weinflasche zu bekommen...

18.05.2011 um 08:41 Uhr

Halbweisheit #33

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Man kann im Leben ALLES erreichen, sofern man bereit dazu ist, notfalls auf alles Übrige zu verzichten.

12.05.2011 um 21:59 Uhr

Erkenntnis des Tages

Mann sollte es kaum glauben, aber so richtig tiefenentspannt kann ich sogar langsam Autofahren. :)

02.05.2011 um 10:53 Uhr

Botschafts-Boten-Wunder-Kiste

Gestern Abend las ich einen Blogeintrag, der mich sehr berührt hat. In Gedanken versunken fiel mein Blick dann auf die Zeile darunter: „1 Kommentar“. Und ohne diesen zu öffnen, wusste ich, wer ihn geschrieben hatte, und wie wunderbar meine eigenen Gedanken zu diesem Blogeintrag darin widerspiegelt sein würden. Ich musste lächeln. Mit allen möglichen an den Haaren herbeigezogenen Argumenten ließe sich vielleicht begründen, weshalb ich mir in diesem Fall so sicher war... statistische Wahrscheinlichkeiten könnte ich antreten lassen... aber nein! Ich habe dieses kleine Wunder genossen, das mir meine Intuition einmal mehr bescherte. Und mir kam das kleine, aber so wichtige Buch in den Sinn, welches ich kürzlich las. Eine unter vielen Botschaften darin lautete:
Weder die großen noch die kleinen Wunder des Lebens dürfen wir als selbstverständlich und normal hinnehmen, auch wenn sie uns noch so häufig begegnen. Denn hielten wir sie für selbstverständlich, würden wir sie erwarten und uns darauf verlassen. Genau dann aber würden sie ausbleiben, und unser Glaube würde von Enttäuschung erschüttert.
Also habe ich dieses kleine Wunder angenommen und mich darüber gefreut... nicht ohne fünf Minuten später diesen Kommentar dann doch zu lesen, um meine innere Sicherheit mit einem rationalen Argument zu untermauern. ;-)

Ich muss noch einmal auf dieses kleine Buch zurückkommen. Auch das hatte in vielerlei Hinsicht etwas Wunderbares an sich – und ich möchte behaupten: nicht nur für mich.
Als es online avisiert wurde, wusste ich sofort: Dieses Buch ist wichtig für mich – und es wird ebenso wichtig sein für ein paar Menschen, die mir sehr nahe stehen. Also habe ich es, noch bevor ich es selber las, an diese Menschen weiterverschenkt.
Beim Lesen dann wurde mir klar, wie recht ich damit hatte. Alleine der Zeitpunkt des Erscheinens konnte passender nicht sein. Dazu muss man wissen, dass dieses Buch bereits sehr viel früher geschrieben wurde, und diese deutsche Erstausgabe jetzt Jahre nach den anderen, später geschriebenen Bänden erschien. Und das ist ausgesprochen gut so. Denn hätte ich es bereits damals (also in chronologischer Reihenfolge) lesen können, hätte ich es vermutlich nicht verstanden und unbeachtet zur Seite gelegt. So aber hat es Gedanken- und Ideenkreise geschlossen, die genau in dieser Zwischenzeit in mir heranwuchsen.
Bisher habe ich noch kein aktives Feedback von denjenigen, die das Buch von mir geschenkt bekamen. Aber ich bin mir absolut sicher, dass dieses Buch eine Botschaft für jeden von ihnen enthielt – und zwar für jeden eine andere Botschaft, eine ganz individuelle Botschaft, die sich aus dem persönlichen Kontext dieser Menschen entwickelt.
Auf diese Weise ist dieses kleine Buch zum Wegweiser geworden – und ich zum Botschafts-Boten, ohne zuvor darüber nachdenken zu können. Noch vor einiger Zeit hätte mich dieser Gedanke mit Sorge und Zweifeln erfüllt – heute jedoch erfüllt er mich mit großer Freude. Alles ändert sich. Alles.

(...und wer noch nicht weiß, um welches kleine Buch es geht: Paulo Coelho „Schutzengel“)