Nur ein paar Memos

27.07.2011 um 10:05 Uhr

Halbweisheit #36

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Manch einer spart sich sein Leben so lange auf, bis es sich von selbst in Staub auflöst, ohne jemals einen Schatten geworfen zu haben.

(inspiriert von Lyriost  <<-- klick)  

 

26.07.2011 um 10:55 Uhr

Job und Arbeit

Anglizismen haben ja die Eigenart, dass sie teilweise eine abweichende Wertung erfahren als ihr deutschsprachiges Äquivalent. Mir geht es besonders so bei den Worten „Job“ und „Arbeit“.
Für mich steht hinter „Job“ in erster Linie der Broterwerb als notwendiges Übel. „Arbeit“ hingegen ist etwas, womit man sich identifizieren kann; etwas, worin man aufgeht, wofür man (auch) lebt.
Möglicherweise bin ich an dieser Stelle etwas übersensibel, doch ich weiß auch warum.

Sorry, aber mit Leuten, die einen „Job“ bei mir suchen, kann ich nichts anfangen. Da erwarte ich eindeutig mehr.

22.07.2011 um 13:52 Uhr

Berührende Beobachtung

Ich hatte gerade ein sehr schönes Gespräch, das mich auf sehr angenehme Weise berührt hat. Berührt und bestätigt gleichzeitig.
Wenn man sieht, wie bestimmte Menschen wachsen, die man schon seit längerer Zeit begleitet und beobachtet, ist das ein wunderbares Gefühl. Man kennt die Wege und Umwege, die sie gegangen sind, kennt deren inneren Kämpfe und Konflikte – und dann plötzlich erstrahlen sie in einem neuen Licht, schöpfen Selbstvertrauen, sprudeln vor Energie und ziehen unbeirrt ihre Bahn.
Das macht mich glücklich. Alleine schon beim Teilhaben.

15.07.2011 um 10:27 Uhr

Unsichtbare Brücken

von: Zwischenweltler   Kategorie: Brückenbau

Irgendwie holt mich gerade meine alte Internet-Heimat wieder ein... auf sehr berührende Weise, aber ohne Chance auf ein Comeback.
Und dabei kam mir auch der Gedanke, dass es vermutlich sehr viele Brücken gibt, die wir einmal unbewusst bauten und die bis heute unsichtbar blieben. Unsichtbar solange man sie nicht mit Zigarettenrauch anbläst. Dann treten sie schemenhaft in Erscheinung.

07.07.2011 um 21:44 Uhr

Na toll!!!

Jetzt hat der neue Blogigo-Betreiber ein schönes altes Backup eingespielt und die letzten Beiträge sind alle fort. Viel schlimmer noch: die letzten unbeantworteten PN's auch.

Also bitte. Wer noch auf Antwort wartet, schickt mir bitte 'ne neue Nachricht.

*sauer bin*

[Edit_1]

So langsam klärt es sich auf... was es nicht unbedingt besser macht.
Nachlesen hier

[Edit_2]

Unser neuer Betreiber kümmert sich und, was fast noch wichtiger ist, er kommuniziert mit uns. Das ist ebenso angenehm wie ungewohnt.
Auch wenn ich den Eindruck habe, dass die Zugriffe wieder um einiges langsamer geworden sind, so bleibe ich doch optimistisch, dass es mit blogigo wieder aufwärts geht.
Nun habe ich überlegt, diesen Eintrag wieder zu löschen, aber ich lasse ihn stehen - als Mahnung sozusagen. ;-)

07.07.2011 um 10:49 Uhr

Halbweisheit #35

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Mit der Liebe ist's wie mit einem Zwei-Komponenten-Kleber:
Mischt man falsch, hält nix und man hat den Dreck.
Stimmt jedoch das Mischungsverhältnis, klebt es auf ewig! :)

04.07.2011 um 10:47 Uhr

Splitter aus der Zwischenwelt

Der Abend gleitet in die Nacht. Vier Menschen, die sich lieben, sitzen in ihrem kleinen Paradies auf Zeit. Der Rotwein mundet. Ein laues Lüftchen lässt die Hitze des Tages vergessen. Es gibt nicht viel zu sagen. Die Stimmung ist geschmeidig rund – passt sich der Landschaft an, die weich geschwungen vom Sternenhimmel überzogen wird. Ein einzelnes Blinken fällt vom Himmel in die Hecke nebenan. Eine optische Täuschung? Doch nein, da blinkt noch mehr. Einen Wimpernschlag später fängt die ganze Hecke an zu funkeln, dann der Garten, überall. Grün-gelbes Fluoreszieren, gepulst in stetem Rhythmus. Tausende Lichtpunkte tanzen durch die Nacht. Avatar lässt grüßen und bringt Gedanken und Gefühle in Bewegung. Eine nie gesehene Schönheit erfüllt mein Auge und mein Herz – völlig surreal. Zu viel Wein? Einbildung? Halbschlaf? Nein. Glühwürmchen-Alarm!

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Ein dumpfer Druck auf der Brust lässt mich für einen Moment aus meinem Dämmerschlaf erwachen. Beim Einnicken war mir wohl das schwere Buch aus den Händen geglitten. Ich ließ es dort liegen, zwischen Nabel und Herz. Ganz wie die Traumbilder – gemischt aus den Gestalten des eben Gelesenen und Gedanken an Freunde, die ich gerade so gerne bei mir hätte. Mein Hirn kann sich nicht entscheiden zwischen Wachen und Schlafen. Zwischenwelt pur, luzide Träume. Dann plötzlich eine Stimme von der Seite. Eine Frage, deren Inhalt ich nicht verstehe. Ob ich nicht mit schwimmen wolle. Was soll das? Wer waren diese fremden Menschen? Still! Lasst mich! Ich will nicht fort von hier!

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Das Schilfdach schützt mich vor der Mittagssonne. Die Hitze zwingt mich trotzdem in die Horizontale. Nackt liege ich zwischen Palmen und lasse mich von Anathema verführen, fern weg und doch so nah. Ein Windzug streift mich von der Seite, wie die zarte Berührung hunderter Fingerspitzen. Jedes Haar stellt sich mir auf - Wollustschauer. War das nur der Wind? Oder die Musik? Oder doch einmal mehr der schwerelose Zustand der Zwischenwelt?

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Und dann dieser eine Tag – ein halbes Jahrhundert. Der letzte „Glatte“ hatte mich noch verunsichert. Was würde sich ändern? Wohin würde es mich treiben? Doch auf dieses Mal habe ich mich gefreut – sehr sogar. Nie war mein Weg so klar. Nie war ich mir innerlich so vertraut. Diesen Tag nur mit wenigen Auserwählten zu verbringen, war eine gute und sonnige Entscheidung. In stillem Verständnis und dennoch mit klingenden Ohren, die mir liebevolle Gedenken aus aller Welt signalisierten.

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...und wer jetzt glaubt, ich hätte meinen Urlaub unter Drogen verlebt, der irrt gewaltig. Oder auch nicht. Denn unser Hirn ist immer noch der beste Drogendealer. Sich an den eigenen Gedanken zu berauschen kann so unglaublich entspannend sein. :)