Nur ein paar Memos

27.02.2012 um 15:43 Uhr

Winterschlaf

Den hätte ich gerne, den Winterschlaf. Oder, um genauer zu sein, so fühlt es sich an: Täglich herausgerissen aus dem Winterschlaf, den mir die Natur (zumindest aber meine Psyche) verordnet hat. Antrieb: null; Stimmung: mau; Kreislauf: im Keller.
Dabei könnte es doch so schön sein. Wie ein Eichhörnchen genügend Vorräte in die Schlafkammer schaffen, die Wuscheldecke kräftig aufschütteln, nochmal pullern gehen und dann die Augen zu und ratzen, bis mich die Sonne mit frühsommerlichen Temperaturen endgültig raustreibt.
So aber ist es einzig und allein der Wecker, der mich täglich raustreibt. Und selbst der würde es vermutlich nicht schaffen, mich zum Aufstehen zu bewegen, wenn er nicht einen Pakt mit dem letzten Rest Verantwortungsgefühl in mir geschlossen hätte. Selbiges steht jedoch auch auf der Verschleißteilliste ganz oben. Also ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis ich beginne, die Arbeit zu bummeln. Das wiederum würde die Sache zusätzlich verkomplizieren, weil ich mich dann vor mir selbst zu verantworten hätte. Das klingt zunächst ungefährlich, ist aber aus dem Grunde blöd, weil, falls ich mich selbst entschuldigen würde, das ganze Kartenhaus einstürzen könnte.
Besser wär's also schon, wenn dieser Winter, der hier in meiner Gegend kein richtiger war, endlich mal den Löffel abgäbe und wir nach einem leichtfüßigen Überspringen des Frühlings gleich mitten im Sommer landen könnten.

(Notiz an mich selbst: Prüfen, ob man Kundera besser im Sommer lesen sollte.)