Alles Gute kommt nie
Manch Anderer würde
sich an meiner Stelle womöglich heftig über die Ungerechtigkeit des
Schicksals beklagen, doch das werde ich ganz sicher nicht tun.
Dennoch zieht mir das Timing der Ereignisse gerade irgendwie die
Beine weg.
Bis letzte Woche hätte ich noch gegensteuern können
– hätte ein Nein klar in den Raum stellen können, ohne das
Gesicht zu verlieren, und mein Leben hätte sofort wieder wohltuend
plätschernde Züge angenommen.
Was ist passiert?
Wie ich vor
einer Weile schon einmal andeutete, habe ich ein Angebot erhalten,
wie man es im Leben selten zweimal bekommt. Man hat mich gebeten,
etwas zu schaffen, was quasi das Werk meines Lebens werden könnte.
Der Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn – ein kognitiver
Dauerorgasmus.
„Sie
wollen tun, was sie sich schon immer einmal gewünscht haben? Eine
Herausforderung? Einen königlich bezahlten Kreativ-Job? Einen, bei
dem sie mit Menschen arbeiten werden, mit denen sie schon immer gut
ausgekommen sind – ja mehr noch, die schon fast zu Freunden
geworden sind?“
„Wo steckt der Haken?“
„Sie müssen
sich jetzt entscheiden! Und sie müssen bis zum Jahresende
fertig sein.“
...
so in etwa lief es ab. Okay, es traf mich nicht ganz unvorbereitet.
Ich wusste, dass man mich über kurz oder lang mit eben diesem
letzten Satz konfrontieren würde. Also hatte ich auch Zeit, tief in
mir zu forschen, ob ich das wirklich will. Meine Ratio hat mit
etlichen Plus-Minus-Listen versucht, eine Entscheidung zu finden,
doch die Waage blieb immer irgendwie in der Mitte. Was am Ende wohl
auch nicht schlecht war, denn so fiel es mir leichter, ohne große
innere Kämpfe eine reine Bauchentscheidung zu treffen. ... Ich habe
zugesagt.
Und jetzt, wo es kein Zurück mehr gibt, genau jetzt, wo
ich diese Zeilen schreibe, stelle ich fest, dass ich an dieser
Geschichte nur gewinnen kann – so oder so.
Entweder das
Projekt glückt und wird ein voller Erfolg, dann wird es der
Grundstein sein, für ein Leben, wie ich es mir in den letzten Jahren
immer gewünscht und vorgestellt habe. Oder aber es geht in die Hose,
dann bleibt mir eh keine andere Wahl, als letzten Endes alles völlig
umzukrempeln und mit einer rigorosen Neuorientierung von vorn zu
beginnen. Auch das hätte sein Gutes.
Ist der Titel dieses
Eintrags nun wirklich noch gültig?
Ich meine schon, denn nach wie
vor bin ich auch ein vor-sichtiger Mensch, der Risiken und
Nebeneffekte abzuschätzen gelernt hat. Zumindest hoffe ich, zu
wissen, worauf ich mich da eingelassen habe. Doch eines ist sicher:
Die negativen Überraschungen werden nicht lange auf sich warten
lassen. Und mit Überraschungen meine ich solche, auf die man sich
wirklich nicht vorbereiten kann. Also bin ich ebenso erwartungsfroh
wie (an-)gespannt.
Eine
Sache noch am Rande (schließlich ist das hier auch meine
Nachrichtenplattform):
Auch wenn ich für die nächste Zeit einen
Weg gewählt habe, der mich gleichermaßen intensiv wie extensiv
belasten wird, so hoffe ich doch, für Euch derjenige zu bleiben, der
ich vorher war und den Ihr kennt. Das heißt ebenfalls, ich bleibe
auch weiterhin immer für Euch ansprechbar. Also keine falsche Scheu.
Falls ich Schonung brauche, weiß ich das zu artikulieren. ;-)
Liebe
Grüße an Euch alle und ein traumhaft schönes Frühlingswochenende!

Freu dich auf dein Lebensprojekt, auf das was kommt. In diesem Sinne, dir alles Gute.
Du schaffst das bestimmt. Ich glaube an dich.
Dein Bericht klingt gut.
Atme tief durch und warte ab was als nächstes kommt, so mein Rat zur späten Stunde. ;o)
Hört sich gut an, viel Vergnügen auf der kommenden Achterbahnfahrt kann ich dir dabei nur wünschen und vergiss das "juchizen" nicht auf den Peaks ;o)
Immer und ewig, im Lauten wie im Stillen und irgendwo in der Mitte treffen wir uns :-)
Ich bin gerade dabei, mal für ein paar Minuten Luft zu holen und *lach* alle abstrakten in die Hose gehenden Dauerorgasmen links liegen zu lassen. :)))
Die Achterbahn nimmt Fahrt auf, und bevor der erste Absturz kommt, werde ich wohl lieber mit dem Nachtwolf am Freitag ein paar Bierchen schütten. (Ruf an, wenn Du Genaueres weißt!)
Übrigens: Wenn ich mich so umschaue, muss ich feststellen, dass es in vielen Blogs derzeit sehr ruhig zugeht. Aber ich glaube, das täuscht etwas. Denn ich weiß von so einigen, dass sich in deren Leben gerade Vergleichbares abspielt. Vielleicht ist dieses Jahr ja doch das Jahr der großen kreativen Veränderungen.