Nur ein paar Memos

25.03.2011 um 13:55 Uhr

Alles Gute kommt nie

Auch wenn der Titel dieses Eintrags leicht an Anna Gavalda erinnern könnte, werde ich heute nicht über Literatur schreiben, sondern nur mal eben ein Lebenszeichen von mir geben.

Manch Anderer würde sich an meiner Stelle womöglich heftig über die Ungerechtigkeit des Schicksals beklagen, doch das werde ich ganz sicher nicht tun. Dennoch zieht mir das Timing der Ereignisse gerade irgendwie die Beine weg.
Bis letzte Woche hätte ich noch gegensteuern können – hätte ein Nein klar in den Raum stellen können, ohne das Gesicht zu verlieren, und mein Leben hätte sofort wieder wohltuend plätschernde Züge angenommen.
Was ist passiert?
Wie ich vor einer Weile schon einmal andeutete, habe ich ein Angebot erhalten, wie man es im Leben selten zweimal bekommt. Man hat mich gebeten, etwas zu schaffen, was quasi das Werk meines Lebens werden könnte. Der Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn – ein kognitiver Dauerorgasmus.

Sie wollen tun, was sie sich schon immer einmal gewünscht haben? Eine Herausforderung? Einen königlich bezahlten Kreativ-Job? Einen, bei dem sie mit Menschen arbeiten werden, mit denen sie schon immer gut ausgekommen sind – ja mehr noch, die schon fast zu Freunden geworden sind?“
„Wo steckt der Haken?“
„Sie müssen sich jetzt entscheiden! Und sie müssen bis zum Jahresende fertig sein.“

... so in etwa lief es ab. Okay, es traf mich nicht ganz unvorbereitet. Ich wusste, dass man mich über kurz oder lang mit eben diesem letzten Satz konfrontieren würde. Also hatte ich auch Zeit, tief in mir zu forschen, ob ich das wirklich will. Meine Ratio hat mit etlichen Plus-Minus-Listen versucht, eine Entscheidung zu finden, doch die Waage blieb immer irgendwie in der Mitte. Was am Ende wohl auch nicht schlecht war, denn so fiel es mir leichter, ohne große innere Kämpfe eine reine Bauchentscheidung zu treffen. ... Ich habe zugesagt.
Und jetzt, wo es kein Zurück mehr gibt, genau jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, stelle ich fest, dass ich an dieser Geschichte nur gewinnen kann – so oder so.
Entweder das Projekt glückt und wird ein voller Erfolg, dann wird es der Grundstein sein, für ein Leben, wie ich es mir in den letzten Jahren immer gewünscht und vorgestellt habe. Oder aber es geht in die Hose, dann bleibt mir eh keine andere Wahl, als letzten Endes alles völlig umzukrempeln und mit einer rigorosen Neuorientierung von vorn zu beginnen. Auch das hätte sein Gutes.
Ist der Titel dieses Eintrags nun wirklich noch gültig?
Ich meine schon, denn nach wie vor bin ich auch ein vor-sichtiger Mensch, der Risiken und Nebeneffekte abzuschätzen gelernt hat. Zumindest hoffe ich, zu wissen, worauf ich mich da eingelassen habe. Doch eines ist sicher: Die negativen Überraschungen werden nicht lange auf sich warten lassen. Und mit Überraschungen meine ich solche, auf die man sich wirklich nicht vorbereiten kann. Also bin ich ebenso erwartungsfroh wie (an-)gespannt.

Eine Sache noch am Rande (schließlich ist das hier auch meine Nachrichtenplattform):
Auch wenn ich für die nächste Zeit einen Weg gewählt habe, der mich gleichermaßen intensiv wie extensiv belasten wird, so hoffe ich doch, für Euch derjenige zu bleiben, der ich vorher war und den Ihr kennt. Das heißt ebenfalls, ich bleibe auch weiterhin immer für Euch ansprechbar. Also keine falsche Scheu. Falls ich Schonung brauche, weiß ich das zu artikulieren. ;-)

Liebe Grüße an Euch alle und ein traumhaft schönes Frühlingswochenende!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenTheNicciPain schreibt am 25.03.2011 um 16:46 Uhr:Klingt, als wenn Du was 'Schönes' vor hast und wirklich Lust drauf hast. Ziehs durch und hab Spaß dran! Gibt nicht Viele, deren Arbeit sie auch positiv ausfüllt..
  2. zitierenaenne schreibt am 25.03.2011 um 23:59 Uhr:"Dauerorgasmus" , "in die Hose gehen" - paßt irgendwie nicht zusammen. Deshalb denke ich :"Alles wird gut!"
    Freu dich auf dein Lebensprojekt, auf das was kommt. In diesem Sinne, dir alles Gute.
  3. zitierenVomFeuerkind schreibt am 26.03.2011 um 11:43 Uhr:puuu... "kognitiver Dauerorgasmus" so ein Wort habe ich noch nie gelesen. Muss ja das Hammer-Projekt sein. (was mich nebenbei unglaublich neugierig macht *mit dem Zaun winkt*) Aber ich kann die Angst vorm Versagen verstehen. Sich vor so einem Großen Ding zu sehen und nicht genau zu wissen, wie kalt das Wasser sein wird, in dem man schwimmen soll oder wie schnell man das schwimmen lernt... ja... das kann schon einschüchtern. Allerdings denke ich auch, dass du dich nicht dafür entschieden hättest, wenn du das Handwerkszeug, um es erfolgreich abzuschließen nicht schon hättest. Und du hast Freunde, Vertraute und Bloglesern, die bestimmt gern bereit sind bei emotionalen Kriesen helfend unter die Arme zu greifen.

    Du schaffst das bestimmt. Ich glaube an dich.
  4. zitiereneineReisende schreibt am 27.03.2011 um 00:45 Uhr:Vielleicht ist Deine Stimmung "normal" für Wendepunkte im Leben. *grins
    Dein Bericht klingt gut.
    Atme tief durch und warte ab was als nächstes kommt, so mein Rat zur späten Stunde. ;o)
  5. zitierenClack schreibt am 29.03.2011 um 10:47 Uhr:Ja das finde ich auch, wenn ein Dauerorgasmus beim Mann in die Hosen ginge, wäre das eine ziemliche Resourcenverschwendung....

    Hört sich gut an, viel Vergnügen auf der kommenden Achterbahnfahrt kann ich dir dabei nur wünschen und vergiss das "juchizen" nicht auf den Peaks ;o)
  6. zitierenWari schreibt am 30.03.2011 um 10:02 Uhr::-X & (((@)))

    Immer und ewig, im Lauten wie im Stillen und irgendwo in der Mitte treffen wir uns :-)
  7. zitierenNachtwolf schreibt am 30.03.2011 um 13:14 Uhr:"....so hoffe ich doch, für Euch derjenige zu bleiben, der ich vorher war und den Ihr kennt...." wie sieht es mit deiner Spontanität aus? Auf ein Bier am Freitag? Werd im Land sein. Also wenn du Zeit hast, lass es mich wissen. ;-)
  8. zitierenZwischenweltler schreibt am 30.03.2011 um 15:02 Uhr:Danke für Eure aufmunternden Worte.
    Ich bin gerade dabei, mal für ein paar Minuten Luft zu holen und *lach* alle abstrakten in die Hose gehenden Dauerorgasmen links liegen zu lassen. :)))
    Die Achterbahn nimmt Fahrt auf, und bevor der erste Absturz kommt, werde ich wohl lieber mit dem Nachtwolf am Freitag ein paar Bierchen schütten. (Ruf an, wenn Du Genaueres weißt!)

    Übrigens: Wenn ich mich so umschaue, muss ich feststellen, dass es in vielen Blogs derzeit sehr ruhig zugeht. Aber ich glaube, das täuscht etwas. Denn ich weiß von so einigen, dass sich in deren Leben gerade Vergleichbares abspielt. Vielleicht ist dieses Jahr ja doch das Jahr der großen kreativen Veränderungen.
  9. zitierenVomFeuerkind schreibt am 30.03.2011 um 16:39 Uhr:Naja... das verspricht ja schon der Hase/Katze

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