Brückenbau - Teil 1
Wenn zwei Menschen eine Brücke zwischen sich errichten, verfolgen sie das Ziel, sich darauf zu begegnen, sich zu finden und über diesen neuen Weg die Welt des anderen zu entdecken. Immer wieder bauen wir Brücken. Manche werden so fundamental für unser Leben, daß wir sogar gemeinsame Häuser darauf errichten. Einige wenige reißen wir wieder ab, weil uns nicht gefällt, was wir am anderen Ufer gefunden haben. Manche bleiben scheinbar ungenutzt stehen. Sie dienen nur selten als Begegnungsort und werden kaum noch überschritten. Doch egal wie oft und intensiv wir diese Brücken auch nutzen, sie eröffnen uns Wege, Denkweisen und Ideen, von denen wir zuvor abgeschnitten waren oder von denen wir noch gar keine Vorstellung hatten. Es steht uns frei, die Welt dahinter zu erkunden. Und es steht uns frei, den einen oder anderen Gedanken von drüben über diese Brücke zu tragen und somit in unsere eigene Welt zu integrieren. Manchmal bleiben wir aber auch nur mitten auf der Brücke stehen, sagen Hallo oder winken hinüber. Dann haben wir Hemmungen davor, mit beiden Beinen das andere Ufer zu betreten. Trägt der Andere nun etwas aus seiner Welt heran und bringt es mit auf die Brücke, haben wir Gelegenheit es zu beschauen - ja zu bestaunen bisweilen. Weckt es unsere Neugier, gehen wir womöglich doch ein paar Schritte weiter in dessen Richtung. Schreckt es uns ab, weichen wir zurück.
Und dann gibt es noch Brücken, die scheinbar verwaist sind, weil sich die Errichter lange nicht ihrer erinnert haben. Doch geht einer von ihnen hinüber, wird er feststellen, daß er willkommen ist. Die Brücke hat ihre Tragfähigkeit bewahrt.
So hat jede Brücke ihre Berechtigung. Die eine betritt man häufiger, die andere eher selten. Und es wäre töricht, eine Brücke einzureißen, nur weil man sie für lange Zeit nicht nutzte.
Nichts ist ohne Sinn - und schon gar nichts, was man einmal selbst mit errichtet hat.

danke das du uns mal wieder an solch schönen gedanken, hast teilhaben lassen.
und weil ich heute nicht nur schlecht gelaunt,sondern zudem auch noch sentimental bin,ist es genau so eine Geschichte zum Nachdenken,die mir heute noch gefehlt hat.
Danke!
danke, mein lieber, für deinen beitrag, der gerade heute so passend kam!
Auch wenn man das andere Ende manchmal nicht sehen kann - so weiß man doch, wie es sich dort anfühlt... ganz tief... weiß man das...
Ein schöner Eintrag. *lächel*
Auch mir haben deine Worte sehr gefallen und zu denken gegeben. Manchmal finde ich es sehr schade, dass die Brücken nur von einer Seite benutzt werden. Meinst du, auch dann lohnt es sich diese Brücken aufrecht zu erhalten? Ich werde mal nachsehen, ob sie noch da ist und eine Mail schreiben.