Nur ein paar Memos

12.04.2010 um 11:03 Uhr

Bücher und persönliche Geschichten

Vielleicht ist Euch das auch schon einmal passiert. Ihr lest ein Buch und meint, da hätte jemand einen Teil Eurer persönlichen Geschichte in Literatur gefaßt. Oder Ihr tut etwas und habt bei dem Erlebten ein Déjà-vu. Später wird Euch klar, daß Ihr diese Situation irgendwo schon einmal gelesen habt. Mir passiert so was öfter.
Derzeit ist es so, daß es da ein Buch gibt, welches mir den außergewöhnlichen Charakter meiner Beziehung zu einem ganz besonderen Menschen erklärt. Ich finde mich darin nicht direkt wieder - bestenfalls verteilt auf mehrere literarische Personen -, aber die Stimmung, das Wesen dieser Beziehung wird punktgenau getroffen.
Nun frage ich mich, ob es vielleicht ein Streich meiner Phantasie ist, und ich mich nur von den Gedanken des Buches verführen lasse, oder ob die menschlichen Geschichten und Erfahrungen tatsächlich so uniform sind, daß bereits jede von ihnen schon einmal aufgeschrieben wurde.
Letzteres wäre für mich zunächst etwas ernüchternd, denn es würde mein Empfinden, mit dieser Beziehung etwas ganz Besonderes, etwas Einmaliges zu haben, in Frage stellen. Andererseits könnte sich genau damit aber auch unsere Verbindung zur Weltenseele manifestieren.
Wer weiß....

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenindalo schreibt am 12.04.2010 um 11:18 Uhr:Welch interessante Einleitung. In der fand ich mich sofort wieder *gg*

    Hmm, doch wieso ernüchtern lassen? Ich plädiere dafür, dass es alles schon einmal gab, nichts wirklich neu ist und wir letztlich doch recht uniform sind. Aber eben nicht auf offensichtliche Art, sondern was das verborgene angeht. Doch das soll keineswegs ernüchternd sein, denn für dich ist es einmalig, für den von dir angesprochenen Menschen ist es vermutlich auch einmal, und genau das macht es einzigartig und besonders.
    Ein Zwilling - so ähnlich er charakterlich und äußerlich auch seinem Zwilling ähnelt - ist und bleibt etwas besonderes.
  2. zitierenNachtwolf schreibt am 12.04.2010 um 11:25 Uhr:jup.... wie indalo so seh ich das auch. Denn nur weil es Ähnlichkeiten aufweist, dir Bekanntes erscheint heisst das doch noch lange nicht, dass deine Geschichte in sich dennoch etwas ganz Besonderes einmaliges ist. Ist es nicht die Summe aus allem welches etwas besonders macht? ;-)
  3. zitierenZwischenweltler schreibt am 12.04.2010 um 12:26 Uhr:Hmm... ich habe das vielleicht etwas drastisch formuliert. Für MICH bleibt es natürlich eine ganz besondere Beziehung.
    Nur global betrachtet ist sie eben so außergewöhnlich gar nicht.
    Da denkt man, "Hey, das gab's ja noch nie", und schwups merkt man, daß es ja schon jemand aufgeschrieben hat. ;)
  4. zitierenindalo schreibt am 12.04.2010 um 12:57 Uhr:Und das empfindest du dann als Ernüchterung?
  5. zitierenZwischenweltler schreibt am 12.04.2010 um 13:06 Uhr:Naja, nicht direkt. Nur wer hätte nicht gerne mal etwas ganz Neues für sich alleine. ;)
  6. zitierenVomFeuerkind schreibt am 12.04.2010 um 16:25 Uhr:Ich glaube das ist in der heutigen Zeit wirklich schwierig, etwas völlig neues zu machen. Meist sind es doch nur Abwandlungen von bestehenden Dingen. Mir geht es immer so, wenn ich "neue" Geschäftsideen habe. Vielleicht liegt es daran, dass es irgendwie doch schon alles gibt. Oder doch daran, dass die Kreativität irgendwo ihre Grenzen hat...? Was das Denken angeht finde ich es auch ernüchternd, wenn ich herausfinde, dass meine tolle neue Erkenntnis doch schon jemand anderes zuvor hatte. Oder dass den tollen coolen Flecken Erde schon mal jemand anderes vorher besucht hat.

    Aber das Gefühl hat sicher nicht jeder. Es gibt eben Menschen, deren "Aufgabe" es ist, etwas "neues" in der Welt zu hinterlassen.

    Und Du bist trotzdem einzigartig, auch wenn du dich in dem Charakter eines Buches wiederfindest. Ein Autor ist immer dann gut, wenn viele Menschen sich im Charakter seines Protagonisten wiederfinden. Das ist ja auch das Konzept von Astrologie... Also keine Bange.
  7. zitierenTigerschnute schreibt am 12.04.2010 um 17:29 Uhr:So sehe ich das auch. Musik kennt auch keine Grenzen. Es wird immer wieder Neues in ihrer Konstellation geben. Die Töne mögen im Einzelnen vielleicht ähnlich wie andere klingen, aber in der Gesamtheit sind sie eine eigene Symphonie. Selbst ein Konzert wird nie dem anderen gleichen. Die Gefühle sind immer wieder individuell. Wolken mögen immer wieder ähnlich aussehen, aber der Wolkenhimmel ist jede Sekunde neu. Selbst die beiden Menschen in ihrer besonderen Beziehung erfinden sich immer wieder neu. Jede Situation, auch wenn schon tausendmal erlebt, ist immer wieder neu. Alles drumherum kann nie gleich sein. Jede Begegnung in ihrer Gesamtheit ist einzigartig, auch wenn uns das an etwas Anderes oder jemand Anderen erinnern mag. Es sind nur Fragmente, nur Ähnlichkeiten, aber niemals doch das Gleiche...
  8. zitierenZwischenweltler schreibt am 12.04.2010 um 17:48 Uhr:...und vielleicht gibt es ja doch einen großen, einheitlichen Fahrplan, und wir variieren nur die Züge, in die wir steigen. ;)
  9. zitierenindalo schreibt am 12.04.2010 um 19:00 Uhr:Schönes Plädoyer Tigerschnute :-)

    Möglich, Zwischenweltler, und doch einzigartig.
  10. zitierenLyriost schreibt am 13.04.2010 um 15:17 Uhr:Wir haben uns angewöhnt, lieber Zwischenweltler, das Neue erst dann zu sehen, wenn es nicht mehr ganz neu ist. Es dauert eine Weile, bis ein festes Wahrnehmungsmuster aufgeweicht ist. Die Welt ist jeden Tag neu und anders, aber je älter wir werden, um so mehr glauben wir sie zu kennen, dabei ist uns lediglich unser ganz spezifischer Blick zur Gewohnheit geworden, wir sind auf dem besten Wege zu erblinden. Man sollte sich öfter mal eine neue Brille gönnen.
  11. zitierenZwischenweltler schreibt am 13.04.2010 um 16:18 Uhr:Da muß ich einmal sehr intensiv drüber nachdenken, Herr Lyriost. Für den Moment steht dieser Gedanke im Widerspruch zu meiner Ansicht, daß im Alter vor dem Erblinden zunächst eine radikale Öffnung des Blickwinkels erfolgt - also im Sinne der Rundumsicht, nicht im Sinne der Fokusierung auf gewöhnte Schemen.

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