Ob das mal gutgeht...
Viel
Künstler wissen, dass Auftragswerke ein zweischneidiges Schwert
sind. Einerseits gibt es sichere Kohle, doch auf der anderen Seite
ist man zu Kreativität verdammt und muss dabei auch noch dem
Geschmack des Auftraggebers möglichst nahe kommen.
Was das mit
mir zu tun hat?
Nun, als Künstler sehe ich mich eigentlich
weniger, aber ich habe gestern einen Deal an Land gezogen, der es in
sich hat. Einen Deal, der mir für fast ein ganzes Jahr freie
kreative Entfaltung bei sehr guter Bezahlung sichert. Klingt gut,
oder?
Naja, ich denke mal, das klingt nur für diejenigen gut, die
noch nie in einer solchen Situation waren. Alle anderen haben jetzt
vermutlich die gleichen Bedenken wie ich: Kann man über einen so
langen Zeitraum wirklich konstant kreativ sein? Was passiert, wenn
man mittendrin in eine schöpferische Krise gerät? Oder noch
schlimmer: Was, wenn am Ende der eigene Stil und die Vorstellungen
des Auftraggebers nicht deckungsgleich sind?
So richtig raffe ich
noch nicht, worauf ich mich da eingelassen habe. Aber „die“
wollen mich. Mich – und nicht die anderen Großen des Fachs. Das
geht fürs Erste runter wie Öl und dürfte zumindest in der
Startphase für ausreichend Motivation sorgen.
Bitte drückt mir
die Daumen, dass das kein Fehlgriff war, und habt Verständnis, wenn
hier nicht mehr ganz so präsent bin wie bisher.

Sollte dich mal die Kreativität verlassen, schick mir eine Nachricht. Ich komm dann mal eben schnell zu dir gedonnert, reiss dich für ein paar Stunden aus deinem Tun und du wirst sehen, danach läuft wieder alles wie geschmiert. Wie beim letzten Mal.
Däumchen drück ich dennoch... man weiss ja nie wozu es gut ist.
Aber auf Dein Angebot werde ich gerne zurückkommen. Immer mal rausgerissen zu werden, ist sehr heilsam. Und ich genieße solch kleine Ausreißmanöver auch dann, wenn ich gerade nicht in der Krise stecke. Also komm rum, wann immer Du in der Nähe bist.
Aber schau mal: Wer auf der Überholspur fährt, hat auch den Tank schneller leer und muss folglich öfter rasten. So ist meine Hoffnung, dass ich künftig häufiger - und vor allem bewusster - zu einer Zwischen-Entschleunigung komme. ;)
"Zwischen-Entschleunigung" das klingt doch schon mal ganz gut.
Für dein neues "Arbeits-Lebenswerk" alles Gute. Hin und wieder ist es gut, wenn wir uns auf etwas Neues einlassen, denn schließlih bedeutet Leben Bewegung. Toi,Toi, Toi.
Nur leider habe ich vom echten Brückebau keine Ahnung (okay, dass sie nicht einstürzen dürfen, weiß ich schon), so dass ich damit keinen Cent verdienen könnte.
...wobei, so ein kleines bisschen hat auch mein Projekt symbolisch mit Brückebau zu tun.