Schwungradauto
Ich komme mir gerade vor wie ein Schwungradauto - aufgezogen aber ohne Lenkung.
Der Grund: Ein wichtiges Projekt liegt hinter mir. Eines das ich, mit harter Arbeit zwar, aber ohne negativen Streß zu einem guten und pünktlichen Abschluß bringen konnte.
Nun will der eine Teil von mir weiter durchziehen, die Inspiration und Motivation mitnehmen in das nächste, bereits geplante Projekt. Sicher wäre es keine schlechte Idee, diesen Schwung auszunutzen, solange er anhält. Etwas zeitlichen Vorlauf könnte ich so schaffen. Arbeiten ohne Druck.
Doch der andere Teil in mir verlangt nach Abschalten - möglichst völlig. Regeneration von Körper und Geist. Klingt auch wichtig, oder? Dazu muß ich jedoch sagen, daß sich mein Körper gerade recht gut anfühlt und mein Geist... nun ja, der könnte schon etwas Abwechslung vertragen, mal wieder die Strukturen etwas fallenlassen, den eher leisen Schwingungen folgen, Einkehr, Entschleunigung, eine Spur mehr Emotionalität. So ganz in der Mitte bin ich gerade nicht. Trotzdem fühle ich mich nicht schlecht mit und in mir.
So behakeln sich nun also diese beiden Seiten. Die eine meint, ich würde in meine alten Vermeidungsmuster zurückfallen und die Arbeit leichtfertig vor mir her schieben, während die andere eher die Leichtigkeit des Seins feiern möchte, sich zurücklehnen, und dabei den Standpunkt vertritt, ich würde ohnehin nur unter echtem Zeitdruck wirklich effektiv arbeiten, und dieser Druck fehlt eben noch.
Ein Kompromiß ist nicht in Sicht. Dennoch scheint sich ein Lösung ganz von alleine zu ergeben. Denn wo ich gerade diese Worte schreibe, klingelt mein (Dienst-)Telefon und ich habe nicht die geringste Lust ranzugehen. Das Schwungrad trudelt also langsam aus, was wohl sogar besser ist bei diesem Wetter. :)

Der Mensch braucht auch mal seine Ruhepausen. Schon gerade in der Biergarten - Zeit. ;-) Dennoch würd ich vorschlagen schon kleine Vorarbeiten für das anstehende Projekt zu leisten. Nur so ein paar kleine. Vielleicht entwickelt sich ja daraus mal die Möglichkeit ein Projekt ohne grösseren Zeitdruck zum Abschluss zu bringen. Und du für dich erkennen kannst, das du nicht den zeitlichen Druck brauchst um effizient zu sein. ;-)
Das du einfach immer voll konzentriert da bist wenn es darauf ankommt. :-)
Nun bin ich mir nicht sicher, ob ich mich vielleicht zu sehr darauf verlasse und ob ich bisher nur Glück hatte. Mein Verstand sieht es wie Du: immer mal ein Stück anarbeiten, ein Polster schaffen. Aber das wäre genau genommen wiederum Ausdruck von Mißtrauen gegenüber meiner Intuition - und genau der wollte ich doch künftig mehr vertrauen.
Und dann gibt es noch einen Effekt, den Du vielleicht aus eigener Erfahrung kennst. Bei bestimmten Sachen muß man einfach sehr intensiv und kontinuierlich am Ball bleiben. Wenn man da Luft ranläßt, vergißt man scheinbar unwichtige Details wieder, stolpert später drüber und macht die Arbeit am Ende doppelt. Kennst Du das? Das ist der Grund, weshalb ich gestreckte Projekte nicht so gut leiden kann und mir deshalb auch nicht gerne Projekte künstlich strecke.
Vielleicht liegt es aber auch in meinem Wesen, immer alles möglichst intensiv machen zu wollen: So wird intensive Arbeit von intensivem Gammeln abgelöst. :)))
Eu-Streß brauchen wir, er beflügelt uns, läßt uns dranbleiben und macht auch überhaupt nicht krank. Was wir aber möglichst vermeiden sollten, ist der Streß der uns auch wirklich streßt, der all seine negativen Seiten auf uns legt. Daher, schaffe dir Auszeiten, Zeiten, die dir gut tun.
Herzlichst aenne.