Nur ein paar Memos

06.06.2011 um 10:41 Uhr

Seiden oder rot???

Die letzten Tage intensiver Ruhe haben mich wieder ins Gleichgewicht gebracht. Viel gedöst, viel gelesen, viel in mich hinein gehört. Es fühlt sich gut an. Meine Augen erreichen jetzt auch wieder den Horizont.
Es scheint, als würden meine Gedanken und Gefühle seit einiger Zeit einem Faden folgen – einem Faden, der zwar nicht direkt greifbar ist, sich aber dennoch wie eine unsichtbare Leitlinie über mein Leben spannt. Mein erster Gedanke war, es würde sich um einen seidenen Faden handeln. Aber umgangssprachlich steht der seidene Faden ja für Zerbrechlichkeit und hohes Risiko. (Warum das so ist, erschließt sich mir allerdings nicht. Immerhin ist bekannt, dass Seide eine zig-fach höhere Festigkeit besitzt als Stahl.) Deshalb ließ ich diesen Vergleich wieder fallen. Also wohl doch eher ein roter Faden? Na ja, auch dieses Synonym trifft es nicht so recht. Rote Fäden stehen ja bekanntlich für folgerichtige Verknüpfungen, für Kausalketten und Ähnliches. Ich sehe jedoch die Logik als meine zweite Heimat an, was wiederum bedeuten müsste, dass ich mir diesen Faden selber spinne. Doch auch so fühlt es sich nicht an.
Vielmehr werde ich den Eindruck nicht los, dass es da „Etwas“ gibt, was mich auf sehr sanfte Weise lenkt. Nicht wie die Fäden einer Marionette – ich bin frei und so fühle ich mich auch. Eher so, wie ein verschlungener Pfad, der mich durch eine schwer durchdringbare Landschaft führt – nicht auf kürzestem Wege aber dennoch Vertrauen spendend. Er führt mich an Lichtungen vorbei, auf denen ich Puzzleteile finde, die mein Weltbild bereichern, ohne dass ich deren Fehlen bisher bemerkt hätte; und er führt mich auch immer wieder an Orte (sehr bildhafte Orte), die offenbar eine Bedeutung für mich haben, sich mir jedoch noch nicht erschließen.
So führt mich nun zum Beispiel bereits das dritte Buch in Folge in die Wüste, die letzten beiden sogar in dieselbe Wüste und an nahezu denselben Ort. Jetzt bin ich wahnsinnig gespannt, was sich daraus entwickeln wird, entwickeln soll. An Zufall glaube ich diesbezüglich ganz sicher nicht mehr.
Und dann wäre da noch diese phonetische Ähnlichkeit des Namens einer der Autoren mit dem einer... ach nein, das geht jetzt zu weit. ;-)

Ein kleiner Schwenk: Hat jemand von Euch das Buch „Seelen“ von Stephenie Meyer gelesen? (Ja ja, Mainstream, ich weiß... :))) ) Ich finde darin einige diskussionswürdige philosophische Ansätze. Wer also Lust auf einen kleinen Gedankenaustausch dazu hat, kann sich gerne bei mir melden.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenVomFeuerkind schreibt am 06.06.2011 um 12:38 Uhr:Ich finde es ist ein schönes Bild, sich vorzustellen das der Lebensweg einem Pfad folgt, der sich richtig und gut anfühlt. Nein... es ist nicht der kürzeste Weg. Aber auch dieser Weg kommt aus dir. Oder besser aus dem Vertrauen zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Dadurch entsteht dieser Pfad von allein.

    Es ist übrigens sehr schön, dass du Zeit für Besinnlichkeit und Ruhe und damit auch dich selbst ein Stück weit selbst gefunden hast. Das gefällt mir und es erinnert mich daran, es dir gleich zu tun, wenn ich nächste Woche Urlaub habe.
  2. zitierenZwischenweltler schreibt am 06.06.2011 um 17:04 Uhr:Nun ja, ich sehe darin weniger den Pfad meines Lebensweges (dem man ja immer folgt - so oder so). Dieser unsichtbare Faden liegt eher noch eine Ebene darüber. Ich kann das schlecht ausdrücken. Er bereichert mich auf spiritueller Ebene, ohne dabei mein Leben unmittelbar zu beeinflussen.

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Urlaub!
  3. zitierenVomFeuerkind schreibt am 06.06.2011 um 17:22 Uhr:Danke schön.
  4. zitierenWari schreibt am 09.06.2011 um 00:33 Uhr:Ich mag deinen seidenroten Faden, der einem Spinnennetz gleich, manchmal mehr oder weniger zu sehen ist - je nach Blickwinkel und Sonnenstand. Nicht immer sichtbar, aber beständig da. Hier und da fügen sich Verknüpfungen ein.
    Und was mir noch mehr gefällt, ist die Tatsache, dass das alles auch ankommt, ohne dass man deine Beiträge gelesen haben muss.

    Hach!

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