Seiden oder rot???
Die
letzten Tage intensiver Ruhe haben mich wieder ins Gleichgewicht
gebracht. Viel gedöst, viel gelesen, viel in mich hinein gehört. Es
fühlt sich gut an. Meine Augen erreichen jetzt auch wieder den
Horizont.
Es scheint, als würden meine Gedanken und Gefühle
seit einiger Zeit einem Faden folgen – einem Faden, der zwar nicht
direkt greifbar ist, sich aber dennoch wie eine unsichtbare Leitlinie
über mein Leben spannt. Mein erster Gedanke war, es würde sich um
einen seidenen Faden handeln. Aber umgangssprachlich steht der
seidene Faden ja für Zerbrechlichkeit und hohes Risiko. (Warum das
so ist, erschließt sich mir allerdings nicht. Immerhin ist bekannt,
dass Seide eine zig-fach höhere Festigkeit besitzt als Stahl.)
Deshalb ließ ich diesen Vergleich wieder fallen. Also wohl doch eher
ein roter Faden? Na ja, auch dieses Synonym trifft es nicht so recht.
Rote Fäden stehen ja bekanntlich für folgerichtige Verknüpfungen,
für Kausalketten und Ähnliches. Ich sehe jedoch die Logik als meine
zweite Heimat an, was wiederum bedeuten müsste, dass ich mir diesen
Faden selber spinne. Doch auch so fühlt es sich nicht an.
Vielmehr
werde ich den Eindruck nicht los, dass es da „Etwas“ gibt, was
mich auf sehr sanfte Weise lenkt. Nicht wie die Fäden einer
Marionette – ich bin frei und so fühle ich mich auch. Eher so, wie
ein verschlungener Pfad, der mich durch eine schwer durchdringbare
Landschaft führt – nicht auf kürzestem Wege aber dennoch
Vertrauen spendend. Er führt mich an Lichtungen vorbei, auf denen
ich Puzzleteile finde, die mein Weltbild bereichern, ohne dass ich
deren Fehlen bisher bemerkt hätte; und er führt mich auch immer
wieder an Orte (sehr bildhafte Orte), die offenbar eine Bedeutung für
mich haben, sich mir jedoch noch nicht erschließen.
So führt
mich nun zum Beispiel bereits das dritte Buch in Folge in die Wüste,
die letzten beiden sogar in dieselbe Wüste und an nahezu denselben
Ort. Jetzt bin ich wahnsinnig gespannt, was sich daraus entwickeln
wird, entwickeln soll. An Zufall glaube ich diesbezüglich ganz
sicher nicht mehr.
Und dann wäre da noch diese phonetische
Ähnlichkeit des Namens einer der Autoren mit dem einer... ach
nein, das geht jetzt zu weit. ;-)
Ein
kleiner Schwenk: Hat jemand von Euch das Buch „Seelen“ von
Stephenie Meyer gelesen? (Ja ja, Mainstream, ich weiß... :))) ) Ich
finde darin einige diskussionswürdige philosophische Ansätze. Wer
also Lust auf einen kleinen Gedankenaustausch dazu hat, kann sich
gerne bei mir melden.

Es ist übrigens sehr schön, dass du Zeit für Besinnlichkeit und Ruhe und damit auch dich selbst ein Stück weit selbst gefunden hast. Das gefällt mir und es erinnert mich daran, es dir gleich zu tun, wenn ich nächste Woche Urlaub habe.
Ich wünsche Dir einen wunderschönen Urlaub!
Und was mir noch mehr gefällt, ist die Tatsache, dass das alles auch ankommt, ohne dass man deine Beiträge gelesen haben muss.
Hach!