Musik für die Augen
Wenn ich meinen PC starte, muss ich manchmal schmunzeln. Die Zeiten in denen ein Betriebssystem rein zum Zwecke der Arbeit am Computer diente, sind lang vorbei. Desktopbilder? Fehlanzeige! Ein schlicht-lindgrüner Bildschirm, darauf die Icons. Schon einige Jahre später deutete sich das an, was heute in nahezu perfekter Art und Weise umgesetzt wurde. Der PC wird zum Multimediacenter. Schon frühzeitig war es möglich, Musik über Computer zu hören. Ich erinnere mich, dass ich meine ersten CDs immer über den PC gehört habe, einfach aus dem Grund, dass mein Radio noch die gute alte Kassette spielte. Doch nicht nur die Ohren profitierten von den neuesten Entwicklungen der Hard- und Softwareexperten. Für mich wurde der PC mehr und mehr zu einem zweiten Zuhause. Ich individualisierte meine Arbeitsoberfläche immer mehr. Schon bald zierten Desktopbilder meiner damaligen Traumfrauen und –wagen mein „zweites Zuhause“. Mit den nächsten Generationen an Betriebssystemen verstärkte sich die Multimediacenteridee zunehmend. Erste Songportale etablierten sich im Internet. Ich ertappte mich dabei, wie meine Bequemlichkeit eine neue Dimension erreichte, indem ich Musik mit 2 Klicks statt mit 20 Minuten Straßenbahnfahrt erwarb. Mittlerweile höre ich fast nur noch Musik über den PC, die Klangqualität und die bequemere Titelauswahl lassen mein Radio, welches mittlerweile auch CDs spielt, „alt“ aussehen. Und die Arbeitsoberfläche? Nicht nur Desktopbilder zieren sie. Mein „zweites Zuhause“ erstrahlt mittlerweile in edler Klavierlackoptik. Wenn mein DVD-Laufwerk irgendwann noch Speisen und Getränke auswirft, ja dann ist wohl der Zeitpunkt gekommen, an dem es heißt. „My PC is my castle.“
