Gedanken - eine Zugfahrt

28.11.2006 um 19:10 Uhr

Existenzberechtigung -

von: eineReisende   Kategorie: meine Einblicke...

wem spricht man sie zu, wem spricht man sie ab?

Darf man sie überhaupt IRGEND JEMANDEM absprechen, oder auch nur seine Lebensqualität beschneiden?

Ich denke, absolut nicht.

Wie denkt Ihr darüber?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenredhead schreibt am 29.11.2006 um 00:24 Uhr:Eine sehr interessante Frage.
    Existenzberechtigung ist das eine. Beschneidung der Lebensqualität ist das andere.
    Theoretisch nein. Zu beidem. Praktisch passiert ununterbrochen. Vor allem letztgenanntes. Gutgemeint und böswillig, unbedacht und absichtlich, auch aus falsch verstandener Fürsorge oder purer Dummheit.
    Ich meine, ich arbeite da, wo die Beschneidung der Lebensqualität Alltag ist. Was soll ich also sagen...
    Liebe Grüsse,
    Red
    ...die gerade festgestellt hat, dass sie hier einfach zu selten liest...
  2. zitiereneineReisende schreibt am 06.12.2006 um 23:05 Uhr:Liebe Red,
    entschuldige bitte meine verspätete Antwort.

    Diese ganze subtile Sch..., die bei der Betreuung Hilfsbedürftiger passieren kann, kennen wir beide.

    Anfang letzter Woche habe ich mit der Mutter des Jungen über das Thema gesprochen, dem ich meinen Beitrag vom 10.09. gewidmet habe.
    Wir waren beide der Meinung "ganz oder garnicht". Wenn eine Gesellschaft sich dafür entscheidet, Behinderte bei ihrer Lebensgestaltung zu unterstützen, dann bitte ohne Abstriche.
    Da sind die wahnsinnig vielen Diskriminierungen fehl am Platz. Seihen es Benachteiligungen dadurch, wie die Gesellschaft organisiert ist, als auch die Diskrimi- nierungen durch die Mitmenschen.

    Momentan habe ich den Eindruck, der Umgang mit Randgruppen funktioniert nach der Maxime: Garnicht geht nicht, ganz dagegen ist zu viel."

    Tiere sind da konsequenter. (Ich weiß, das ist eine sehr provokante Feststellung.)

    Herzlichen Gruß
    eine Reisende
  3. zitierenredhead schreibt am 07.12.2006 um 00:13 Uhr:Nun, ich weiss nicht, wie das die Behinderten selbst sehen, aber ich stimme dir da zu, wenngleich auch vorsichtig und mit dem Vermerk "theoretisch", denn manchmal denk ich, wenn sie sagen könnten "gar nicht geht wohl", hätten wir ein ernsthaftes Problem. Denn die Gesellschaft hat sich nicht dafür entschieden, Behinderte bei ihrer Lebensgestaltung zu unterstützen. In den meisten Fällen, die mir bekannt sind tut sie das, was sie tut, nur deshalb, weil sie irgendwie muss.
    Tja, und was die Tiere angeht, leben die unter anderen Bedingungen. Gib den Tieren das, was uns zur angeblichen Krone der Schöpfung macht, und du wirst sehen, dass sie ihre genau so handeln würden wie wir...leider.
    Mir ist aufgefallen, dass man von Behinderten oftmals zu erwarten scheint, dass sie bitteschön kein "normales" Leben für sich beanspruchen, sondern gefälligst glücklich sein sollten, dass sie überhaupt da sein dürfen...und das ist ziemlich krank.
  4. zitiereneineReisende schreibt am 18.03.2007 um 00:39 Uhr:Liebe Read,
    sehr verspätet noch einen provokanten Gedanken hinterher geschickt: Unter bestimmten Umständen finde ich eine bewußte Entscheidung für einen Selbstmord legitim.
    "...weil sie irgendwie muss." - Ich denke, würden alle gesellschaftlichen/moralischen Verpflichtungen von den Menschen abfallen, manche würden nicht anders reagieren als die Tiere.
    "...gefälligst glücklich sein sollten, dass sie überhaupt da sein dürfen..." Das finde ich auch ziemlich krank. Das Leben wird eh anstrengender, je behinderter ein Mensch ist. Da erwarte ich von den Nichtbehinderten so viel Entgegenkommen, wie sie aufbringen können.

    Herzlichen Gruß
    eine Reisende

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