Existenzberechtigung -
wem spricht man sie zu, wem spricht man sie ab?
Darf man sie überhaupt IRGEND JEMANDEM absprechen, oder auch nur seine Lebensqualität beschneiden?
Ich denke, absolut nicht.
Wie denkt Ihr darüber?
wem spricht man sie zu, wem spricht man sie ab?
Darf man sie überhaupt IRGEND JEMANDEM absprechen, oder auch nur seine Lebensqualität beschneiden?
Ich denke, absolut nicht.
Wie denkt Ihr darüber?
Existenzberechtigung ist das eine. Beschneidung der Lebensqualität ist das andere.
Theoretisch nein. Zu beidem. Praktisch passiert ununterbrochen. Vor allem letztgenanntes. Gutgemeint und böswillig, unbedacht und absichtlich, auch aus falsch verstandener Fürsorge oder purer Dummheit.
Ich meine, ich arbeite da, wo die Beschneidung der Lebensqualität Alltag ist. Was soll ich also sagen...
Liebe Grüsse,
Red
...die gerade festgestellt hat, dass sie hier einfach zu selten liest...
entschuldige bitte meine verspätete Antwort.
Diese ganze subtile Sch..., die bei der Betreuung Hilfsbedürftiger passieren kann, kennen wir beide.
Anfang letzter Woche habe ich mit der Mutter des Jungen über das Thema gesprochen, dem ich meinen Beitrag vom 10.09. gewidmet habe.
Wir waren beide der Meinung "ganz oder garnicht". Wenn eine Gesellschaft sich dafür entscheidet, Behinderte bei ihrer Lebensgestaltung zu unterstützen, dann bitte ohne Abstriche.
Da sind die wahnsinnig vielen Diskriminierungen fehl am Platz. Seihen es Benachteiligungen dadurch, wie die Gesellschaft organisiert ist, als auch die Diskrimi- nierungen durch die Mitmenschen.
Momentan habe ich den Eindruck, der Umgang mit Randgruppen funktioniert nach der Maxime: Garnicht geht nicht, ganz dagegen ist zu viel."
Tiere sind da konsequenter. (Ich weiß, das ist eine sehr provokante Feststellung.)
Herzlichen Gruß
eine Reisende
Tja, und was die Tiere angeht, leben die unter anderen Bedingungen. Gib den Tieren das, was uns zur angeblichen Krone der Schöpfung macht, und du wirst sehen, dass sie ihre genau so handeln würden wie wir...leider.
Mir ist aufgefallen, dass man von Behinderten oftmals zu erwarten scheint, dass sie bitteschön kein "normales" Leben für sich beanspruchen, sondern gefälligst glücklich sein sollten, dass sie überhaupt da sein dürfen...und das ist ziemlich krank.
sehr verspätet noch einen provokanten Gedanken hinterher geschickt: Unter bestimmten Umständen finde ich eine bewußte Entscheidung für einen Selbstmord legitim.
"...weil sie irgendwie muss." - Ich denke, würden alle gesellschaftlichen/moralischen Verpflichtungen von den Menschen abfallen, manche würden nicht anders reagieren als die Tiere.
"...gefälligst glücklich sein sollten, dass sie überhaupt da sein dürfen..." Das finde ich auch ziemlich krank. Das Leben wird eh anstrengender, je behinderter ein Mensch ist. Da erwarte ich von den Nichtbehinderten so viel Entgegenkommen, wie sie aufbringen können.
Herzlichen Gruß
eine Reisende