Perspektivwechsel
gemütliches Wohnzimmer, die darin wohnen sind innerlich aufgeräumt, man sieht es
Die Sonne scheint durch das große Stubenfenster. Es ist ganz still.
Ich sitze mit dem Jungen, körperlich und geistig behindert, auf dem Sofa.
"Mal gucken, ob Du Lust hast zu stehen. Mal eine andere Haltung annehmen, den eigenen Körper tragen."
Er geht in die Knie und kommt vor mir, im Winkel des Ecksofas, zum Sitzen.
"Ok, Du hast scheinbar keine Lust. Es scheint Dir da unten auf dem Boden zu gefallen. Dann werde ich Dich dort mal sitzen lassen und nicht in eine "normale" Position hiefen."
Wir sitzen eine Viertelstunde zusammen in der Stille. Er sitzt vor meinen Füßen mit dem Blick in den sonnigen Garten. Zwischendurch reibt er seine Hände aneinander - Sinneswahrnehmung?
Zwischendurch streichele ich ihm den Rücken, massiere die Schultern.
Sich ab und zu auf die Perspektive eines anderen ein zu lassen ist eine Bereicherung.
Euch eine schöne Woche!
