Theorie und Praxis
In Vorbereitung auf die erwähnte Freizeit habe ich Beschreibungen der jungen Frauen bekommen.
Da stand etwas von "fast blind",
von Sauerstoffversorgung rund um die Uhr,
von Rollstuhlnutzung auf längeren Strecken,
von geistiger Behinderung und psychischer Beeinträchtigung.
Von der Unerschrockenheit und dem Willen, ihre Umgebung auch mit schwacher Sehkraft zu erkunden und an allem teil zu haben, stand nichts geschrieben.
Auch der ausgeprägte Charakter und der wunderbare Humor, die den Sauerstoffschlauch (fast) vergessen lassen, blieben unerwähnt.
Ebenso haben sie "vergessen", die Selbstreflektiertheit und Musikalität zu beschreiben die da sind, ob nun stehend oder (im Rolli) sitzend.
Wenn ich mir dann noch die Aussage "Aber klar mache ich das. Ich helfe doch gerne." (Auch wenn diese Hilfe alle Konzentration des "schwachen" Geistes beansprucht.) in Erinnerung rufe, weiß ich ein Mal mehr wie wenig Sinn es macht, Menschen nach "irgendwelchen" Papieren zu beurteilen.

Es ist einer jener besonderen, vor denen ich mit feuchten Augen sitze. Nicht wegen Traurigkeit, sondern wegen der Erkenntnis die einen durchdringt, bei dieser Beschreibung der Menschen, die es von Natur aus schwerer haben und doch so vieles geben.
Liebe Grüsse
sternenschein
Es ist mein erster von zwei freien Tagen, morgen Abend fahre ich wieder zu ihnen.
Den Mädchen sage ich es jeden Tag, immer dann wenn mir ihr Verhalten auffällt.