eine Begegnung
Sein Körper war "krumm und schief", ein "kleines Männlein" von Anfang 40 Jahren war er, das nicht sprechen konnte.
Eine ehemalige Betreuerin hatte ihn mit zu sich nach Hause genommen als sie in Rente ging. Sie hatte in ihrem Leben nichts anderes gemacht als zu pflegen und konnte sich auch nicht vorstellen, daß sich das ändern sollte. Sie trug ihn auf ihren Händen. Er war ihr Lebensinhalt.
Ein charismatischer Mensch war sie, bestimmte das Gespräch. Sie ging ihren Weg sehr gradlinig, kümmerte sich nicht "um das Gebaren am Wegesrand". Wenn ich sagen würde, der Raum wäre erfüllt gewesen von ihrer Herzenswäme, würde ich lügen.
Von ihm wurde gesagt, er habe seiner Zeit die Quälereien an einem anderen Bewohner durch einen Kollegen alleine durch Lautieren aufgedeckt. "Er ist ein kluger Mensch, hat eine Auffassungsgabe wie du und ich." erzählten die Kollegen.
Eies Tages besuchten die beiden ihre ehemalige Wohngruppe, in der ich zu der Zeit arbeitete.
Er stand in seinem Rollstuhl neben mir. Die Unterhaltung fand "zwei Stühle weiter" statt. Ich bemerkte seinen Versuch, "um die Ecke zu gucken", um etwas bestimmtes zu sehen, und zog ihn in einen besseren Winkel zum Beobachten.
"Was machst Du da?" fragte die alte Betreuerin. Ich erklärte es ihr.
Da drehte er mir seinen Kopf zu, es entstand ein langer Blickkontakt. In diesem Augenblick "hatten wir einander erkannt". Ich sah in die Augen eines intelligenten Menschen, der auch in diesem Moment Gedanken in seinem Kopf bewegte.

Lieben Gruß,
Serena
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;o)
*kopfkratz *lach