von der "merkwürdigen Sache Kommunikation"
Unsere Klienten sind nicht geistig behindert, entwicklungsverzögert in unterschiedlichen Ausprägungen würde ich schon sagen. Eine unserer Frauen ist oft so launisch wie ein Kind.
Dienstbeginn 22.15 Uhr
J. ist mit ihrer Assistenz im Bad. Ich klopfe an, gucke um die Ecke um mich an zu melden. Sie sitzt mit absolut abweisenden Gesichtsausdruck vor mir, schmeißt mir in schroffem Ton eine Bemerkung entgegen.
Bei mir fährt sich unbewußt eine Mauer hoch, J. kommt mit ihrer Bemerkung nicht an mich heran. In bald flötendem Ton gehe ich auf sie ein. Nach 1 1/2 Jahren weiß ich, mit welchen Worten ich sie aus ihrem "Genervtheitsloch" holen kann. Was ich in diesem Moment sage ist relativ egal, es muß nicht besonders geistreich sein. Die Betonung ist genauso wichtig.
Einen Moment später ist ihre Laune gekippt. Ich bringe unsere Absprache zu Ende und verabschiede mich zum nächsten Klienten.
Es ist schon merkwürdig, welche Mechanismen man im Umgang mit anderen Menschen entwickelt.
