Begegnungen
Eine Begegnung neulich im Cafe ist es mir wert in meinem Tagebuch festzuhalten.
Ein wunderschöner warmer Sonntag, in dem doch meist recht kalten April 2008, veranlasste uns eine Radtour zu machen.
Wir konnten uns mal wieder so richtig an unserer Heimat erfreuen auf dem Sattel unseres Radl"s. Einen solch schönen Tag muss man im urgemütlichen Cafe Rosinchen bei super leckerem hausgemachtem Kuchen abschließen.
Am Sonntagnachmittag ganz besonders beliebt, reichen die gemütlichen Plätze in diesem Cafe nicht immer aus um alleine ein Tischchen zu ergattern.
Wir fanden noch einen netten Platz bei einer sehr fein gekleideten Dame, welche sich mit der Frankfurter Zeitung und Kaffe und Kuchen an diesem Sonntagnachmittag im Cafe begnügte.
Wir passten nun gar nicht so recht hier her mit unserer überaus bequemen sportlichen Kleidung und unseren sorglosen Gedanken, die sich noch ganz mit der wunderschönen Landschaft unser Heimat beschäftigten.
Unsere Tischnachbarin hatte solch ein modernes Gerät dabei, PDA nennt man es. Mein GöGa, seit Januar im Ruhestand, erinnerte sich dabei an "alte Zeiten", als ihn dieses Gerät auch noch begleitete und prompt war ein Gespräch begonnen.
Eine Weltdame mittleren Alters teilte mit uns den Tisch in diesem urgemütlichen Cafe und wir kamen in ein für mich sehr interessantes Gespräch.
Nachdem wir ihr erzählten, dass wir schon etwas weiter gefahren sind um dieses gemütliche Örtchen zu besuchen und ihr die Lage unserer Heimatstadt beschrieben, war ihre Antwort : "ach ja das liegt doch alles im Umland von Paris". Durch ihren Beruf war sie überall in der Welt und grenzte somit nicht so eng ein wie wir.
Doch die Begeisterung von dem urgemütlichen Örtchen, das unsere Wege kreuzten, ließ mich erkennen, dass für sie die große weite Welt keine Reize mehr hatte.
Wir schwärmten von den hausgemachten Kuchen und von Köstlichkeiten aus Oma's Zeiten und konnten viele kleine gemütliche Kneipen aufzählen, die uns ein Kleinod in Küche und Einrichtung boten.
Von großen Konzernen wurde sie in die Welt geschickt, zu verhandeln, große Dinge zu regeln und ganz bestimmt auch großes Geld zu verdienen.
Was mir an dieser Dame gefiel, sie kannte die Grenze. Nun da sie alles erreicht hat, will sie sich niederlassen, kleinen mittelständischen Betrieben wieder aufhelfen mit ihren Erfahrungen aus der großen weiten Welt. Aber nicht mit der Macht der großen weiten Welt, sondern mit den kleinen Werten der Menschen.
Ich wünsche ihr die Erfüllung ihrer Träume und mir noch mehr von diesen Menschen zu begegnen.
, 