Epochenkurs

26.09.2007 um 15:18 Uhr

Inhaltsverzeichnis : Deutsche Revolution 1848

von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Inhaltsverzeichnis

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08.06.2006 um 17:13 Uhr

zur Epoche der Deutschen Revolution 1848; Vorwort

Die Märzrevolution in Deutschland hatte ihre Aufstände von März 1848 bis Oktober 1849 - aber wegen der deutschen Kleinstaaterei an vielen unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeiten. Sie war letztendlich eine "zerrupfte" Revolution und daher erfolglos. Aber im Rücklick betrachtet können sich nahezu alle im 20. und 21. Jahrhundert wichtigen deutschen gesellschaftspolitischen Strömungen, von der radikalen Linken bis zu den bürgerlichen Demokraten, mehr oder weniger auf die  Märzrevolution und die aus ihr  hervorgegangenen politischen Ideen, Persönlichkeiten und Entwicklungen berufen. Lediglich die Nationalsozialisten lehnten diese Ideen ausdrücklich ab. Es ist also ein weites Feld. auf das wir uns hier begeben. Und wir werden auch einige interessante Leute aus dieser Epoche - Revolutionäre und Nicht-Revolutionäre - etwas näher betrachten.

Die Vorgeschichte der Märzrevolution begann bereits mit dem Wiener Kongress und der damit einhergehenden Restauration und dauerte von 1815 - 1847. Diese Phase ging in Deutschland kulturell mit dem Biedermeier und der Romantik einher, die eine reiche bürgerliche Kultur und Literatur hervorbrachten.

Junges Deutschland und Vormärz hießen die republikanischen und demokratischen Strömungen dieser Zeit. Bevor wir das eigentliche Revolutionsgeschehen betrachten, deshalb zunächst ein Überblick über die für unser Thema wichtigsten Strömungen zwischen 1815 und 1848 im Gebiet des Deutschen Bundes.

Dann folgt das eigentliche Revolutionsgeschen 1848.

Die Wahl zur deutschen Nationalversammlung wurde vorbereitet und begleitet von vielen Aufständen. Es gab größere Unruhen 1848 /49 in folgenden Staaten des Deutschen Bundes - einschließlich der Gebiete, die nicht zum Bund gehörten - :

  • im Großherzogtum Baden
  • in Berlin (Königreich Preußen)
  • im Großherzogtum Posen (Königreich Preußen)
  • in Wien ( Kaisertum Österreich)
  • in Oberitalien (Kaisertum Österreich)
  • in Böhmen (Kaisertum Österreich)

  • in Ungarn (Kaisertum Österreich)

  • im Königreich Bayern und der Pfalz

  • im Königreich Sachsen

  • in den Herzogtümern Schleswig und Holstein
  • Zum Schluß folgen Kurzberichte über einige interessante Persönlichkeiten dieser Epoche.

  • 19.02.2006 um 09:51 Uhr

    Abschiedswort der Neuen Rheinischen Zeitung

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Frwiligrath

    19. Mai 1849;

    Freiligrath war damals Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung.

    Kein offner Hieb in offner Schlacht
    Es fällen die Nücken und Tücken,
    Es fällt mich die schleichende Niedertracht
    Der schmutzigen West-Kalmücken!
    Aus dem Dunkel flog der tötende Schaft,
    Aus dem Hinterhalt fielen die Streiche
    Und so lieg ich nun da in meiner Kraft,
    Eine stolze Rebellenleiche!

    Auf der Lippe den Trotz und den zuckenden Hohn,
    In der Hand den blitzenden Degen,
    Noch im Sterben rufend: »Die Rebellion!« -
    So bin ich mit Ehren erlegen.
    Oh, gern wohl bestreuten mein Grab mit Salz
    Der Preuße zusamt dem Zare -
    Doch es schicken die Ungarn, es schickt die Pfalz
    Drei Salven mir über die Bahre!


    Und der arme Mann im zerrinnen Gewand,
    Er wirft auf mein Haupt die Schollen!
    Er wirft sie hinab mit der fleißigen Hand,
    Mit der harten, der schwielenvollen.
    Einen Kranz auch bringt er aus Blumen und Mai'n,
    Zu ruhn auf meinen Wunden;
    Den haben sein Weib und sein Töchterlein
    Nach der Arbeit für mich gewunden

     

    Auszug aus "Neuere politische und soziale Gedichte", 1849-51 von Ferdinand Freiligrath

    17.02.2006 um 21:03 Uhr

    Das Scheitern der Paulskirchenverfassung und der Nationalversammlung 1849

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Paulskirche, Verfassung

    Die praktische Umsetzung der Paulskirchenverfassung scheiterte an vielerlei Faktoren:

    1. Von den deutschen Staaten stimmten nur 29 der Verfassung zu. Die großen Staaten Österreich, Bayern, Preußen, Sachsen und Hannover lehnten die Paulskirchenverfassung ab.

    1. Um die Verfassung dennoch durchzusetzen, kam es zu einem Aufruf der Frankfurter Nationalversammlung, der Reichsverfassungskampagne. Daraufhin gab es die schon beschriebenen Maiaufstände. Diese bildeten im Grunde genommen einen zweiten Revolutionsschub, der in einigen Gebieten des Bundes - wie etwa in Baden und Sachsen - bürgerkriegsähnliche Ausmaße annahm. Über die Niederschlagung der Aufstände wurde bereits berichtet.

    1. Die Paulskirchenverfassung sah eine Erbmonarchie konstitutionellen Zuschnitts für Deutschland vor. Daher trug man dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone an. Dieser sah sich aber bereits als König von Gottes Gnaden, der keiner weiteren Legitimation bedurfte, und lehnte ab. Damit war der Verfassung jede Grundlage entzogen.

    2. In der Schleswig-Holstein-Frage wurde der Nationalversammlung ihre Machtlosigkeit deutlich vor Augen geführt. Die Versammlung hatte sich sehr für den nationalen Aufstand engagiert; den Waffenstillstand von Malmö schloss der Preußenkönig jedoch aus eigener Machtvollkommenheit ab, ohne die Nationalversammlung zu informieren, geschweige denn, zu fragen.

    1. Die preußischen und österreichischen Abgeordneten wurden von ihren Staaten noch im Mai 1849 zurückgerufen und verließen die Nationalversammlung.

    2. Die Frankfurter Nationalversammlung löste sich am 30. Mai auf und zog als so genanntes „Rumpfparlament“ ohne die preußischen und österreichischen Abgeordneten nach Stuttgart.

    3. Am 18. Juni 1849 wurde dieses Rumpfparlament von württembergischen Truppen gewaltsam aufgelöst.

    4. Mit dem Fall der Festung Rastatt am 23. Juli war die Revolution von 1848 /49 in den Staaten des deutschen Bundes endgültig gescheitert .
    Link zu einem Zeit-Artikel

    17.02.2006 um 10:11 Uhr

    Hitzige Debatten in der Paulskirche 1848 - 1849

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Paulskirche

      Debatte in der Paulskirche

    Quelle: Wikipedia

    Die Debatten wurden sehr kontrovers geführt. Die Uneinigkeit der Abgeordneten war teilweise lähmend. Trotz allem wurde die Verfassung mit einer Mehrheit von 42 Stimmen verabschiedet. 

    16.02.2006 um 10:24 Uhr

    Paulskirchenverfassung 1849

    Die Versammlung erarbeitete eine Verfassung . die auf den Prinzipien der parlamentarischen Demokratie beruhte. Sie erfüllte wesentliche Forderungen der oppositionellen liberalen und nationalstaatlichen Bewegung aus der Zeit des Vormärz. Sie sah unter anderem einen kleindeutschen Gesamtstaat in Form einer konstitutionellen Monarchie mit einem Erbkaiser an der Spitze sowie einen Grundrechtekatalog vor . Eine großdeutsche Lösung unter Einbeziehung Österreichs kam in dem Verfassungsentwurf nicht zustande

    Der Grundrechtskatalog der Reichsverfassung

    war fortschrittlich und bildete einen besonderen Abschnitt. Er floss später zum großen Teil in die Verfassung der Weimarer Republik und auch ins Grundgesetz ein.
    Abschnitt VI der Reichsverfassung beinhaltete bereits

    :

    • Die Unverletzlichkeit des Eigentums,
    • die Freizügigkeit,
    • die Aufhebung der Todesstrafe,
    • die Freiheit der Person,
    • das Briefgeheimnis,
    • die Freiheit von Wissenschaft und Lehre,
    • die Versammlungsfreiheit und
    • die Redefreiheit) .

    Die Reichsverfassung wurde am 27. März 1849 in der Paulskirche beschlossen und am 28. März 1849 durch die Aufnahme ins Reichsgesetzblatt verkündet. Wegen des Tagungsortes wird sie als "Paulskirchenverfassung" bzw. als "Frankfurter Reichsverfassung" bezeichnet.

    Ihre praktische Umsetzung gelang aber nicht.

    15.02.2006 um 16:30 Uhr

    Die Frankfurter Nationalversammlung 18.05.1848 - 31.05.1849

     

    • Die Frankfurter Nationalversammlung tagte vom 18. Mai 1848 bis zum 31. Mai 1849 in der Frankfurter Paulskirche. Einzug der Abgeordneten in die Paulskirche  Einzug der Abgeordneten in die Paulskirche Quelle; SPD
    • Sie war das erste frei gewählte Parlament für ganz Deutschland. Frankfurt wurde als Tagungsort gewählt, weil die Stadt auch Sitz des Deutschen Bundestages war. Präsident der Nationalversammlung war Heinrich von Gagern, ein gemäßigter Liberaler.

    Die Versammlung bestand aus rund 600 frei gewählten Volksvertretern aus allen Staaten des Deutschen Bundes. Die Abgeordneten kamen hauptsächlich aus dem Bürgertum, waren also Beamte, Offiziere, Professoren und Kaufleute. Der Volksmund sprach von einem „Honoratiorenparlament“.

    In der Versammlung bildeten sich erste parteiähnliche Gruppierungen heraus. Im Wesentlichen gab es schon damals die drei großen politischen Richtungen, die es auch heute noch gibt. Eine feinere Unterscheidung machte man dann noch nach den Frankfurter Hotels und Gaststätten. in denen sich die Gruppen oder Fraktionen zu ihren Vorbesprechungen trafen:

    • Die demokratische Linke setzte sich aus radikalen und gemäßigten Befürwortern einer republikanischen Lösung zusammen (die Fraktionen „Donnersberg“, „Deutscher Hof“, „Nürnberger Hof“),
    • die liberale Mitte bestand aus dem linken und rechten Zentrum das eine konstitutionelle Monarchie anstrebte, (die Fraktionen „Württemberger Hof“, „Casino“, „Pariser Hof“),
    • die konservative Rechte, in der Katholiken und Monarchisten vertreten waren, vertrat im Wesentlichen den Erhalt des Status quo. („Café Milani“)..

    Die Nationalversammlung versuchte, eine Exekutive zu gründen. Deshalb installierte sie eine provisorische Zentralgewalt des Deutschen Bundes mit dem österreichischen Erzherzog Johann als Reichsverweser.

    Fürst Karl von Leiningen fungierte als Ministerpräsident des ebenfalls neu geschaffenen „Reichsministeriums“. Eine wirkliche Exekutivgewalt hatten diese Institutionen aber nicht.

    14.02.2006 um 19:31 Uhr

    Die Wahlen zur Nationalversammlung 01.05.1848

     

    Der letzte Anstoß zur Wahl einer gesamtdeutschen Nationalversammlung ging von dem liberalen Abgeordneten Bassermann aus. Er forderte am 12. Februar 1848 in der Badischen Zweiten Kammer eine vom Volk gewählte Vertretung beim Bundestag in Frankfurt am Main, der einzigen Institution, die mit den Abgesandten der deutschen Fürsten ganz Deutschland repräsentierte.

    Wie wir gesehen haben, wurde diese Entwicklung seit Anfang März von den Protestkundgebungen und Aufständen in vielen deutschen Staaten begleitet und begünstigt. Die Landesfürsten gerieten also unter einen gewissen Druck. Unter diesem Druck wurden in ihren Staaten konservative Regierungen gestürzt und durch liberale Gremien, die so genannten Märzregierungen, ersetzt. In Preußen wurde nach den blutigen Barrikadenkämpfen eine Preußische Nationalversammlung einberufen, die eine Verfassung für das Königreich erarbeiten sollte. Daneben beschloss auch der Vereinigte Landtag Preußens gemäß den Beispielen in anderen Ländern die Durchführung freier Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung, die schließlich am  1.  Mai 1848 durchgeführt wurden.

    Das Wahlrecht war jedoch bescheiden. Auf je 50.000 Männer wurde ein Abgeordneter gewählt. Es war an die „Selbständigkeit“ geknüpft und wurde in jedem der deutschen Staaten anders gehandhabt. Schätzungsweise hatten nur 85% der Männer das Wahlrecht, wohingegen Frauen gar nicht beteiligt wurden. Auch waren nicht alle gewählten Abgeordneten genehm, z. B. nicht der im badischen Tiengen gewählte Friedrich Hecker, der Anführer des „Heckerzuges“.

    14.02.2006 um 14:24 Uhr

    Das Vorparlament zur Frankfurter Nationalversammlung 1848

    In den 1840er Jahre wurden die zentralen Forderungen der demokratischen Opposition in vielen Staaten des Deutschen Bundes konkreter. Man forderte

    • die Gewährung von Bürger- und Freiheitsrechten,
    • die Einsetzung liberaler Landesregierungen,
    • vor allem aber die Schaffung eines deutschen Nationalstaats mit gesamtdeutscher Verfassung und einer Volksvertretung.

    In einigen Ländern - wie Baden - bildete sich ein lebhaftes Vereinswesen, das ein organisatorisches Rückgrat der demokratischen Opposition bilden konnte. Die Presse ließ sich insbesondere in Südwestdeutschland nicht länger wirkungsvoll unterdrücken. Gleichzeitig hatte sich die bürgerliche Opposition vernetzt und koordinierte zunehmend selbstbewusster ihre Arbeit . Beispiele hierfür sind die Offenburger Volksversammlung im September 1847 und die Heppenheimer Tagung, am 10. Oktober 1847. Ziel war. über die gemeinsamen Anträge zu einem deutschen Nationalstaat zu beraten.

    Am 5. März 1848 trafen sich oppositionelle Politiker und Kammerabgeordnete bei der Heidelberger Versammlung, um über diese Fragen zu diskutieren. Sie beschlossen die Gründung eines Vorparlaments, das Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung vorbereiten sollte. Ein von der Versammlung bestimmter Siebenerausschuss lud daraufhin ca. 500 Personen nach Frankfurt in die Paulskirche ein.

    Das Vorparlament tagte vom 31. März bis zum 3. April in der Frankfurter Paulskirche. Für die Übergangszeit bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung bildete das Vorparlament den Fünfzigerausschuss zur Repräsentation gegenüber dem Deutschen Bund sowie den Siebzehnerausschuss zur Erarbeitung von Grundlagen einer zukünftigen Verfassung.

    31.01.2006 um 16:17 Uhr

    Der Vormärz 1840 - 1848

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Vormärz

    In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts herrschte in den deutschen Staaten also eine vielschichtige Gemengelage:

    1. Es kam ein neues deutsches Nationalgefühl auf.
    2. Restauration, Pressezensur und Bespitzelung wurden weiterhin von der Obrigkeit gepflegt und teilweise noch verschärft .
    3. Das erstarkte, gebildete Bürgertum verlangte nach mehr Bürgerrechten.
    4. Mit der zunehmenden Industrialisierung wuchs die Verarmung und damit auch die Unzufriedenheit des Proletariats und dessen Radikalisierung.

    Die Bevölkerung hatte erkannt, was die Studenten wollten. Es kam zur Gründung von demokratischen Vereinen und frühsozialistischen Gruppen; liberale Kräfte strebten den deutschen Nationalstaat an.

    Auch in anderen europäischen Ländern rumorte es:

    • - In Frankreich bereitete sich die
      Februarrevolution vor,
    • - in Italien gab es nationalrevolutionäre Aufstände.

    28.01.2006 um 20:39 Uhr

    Friedrich Wilhelm IV von Preußen

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Preußen

    Als Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1840 den Thron bestieg, ruhten auf ihm viele Hoffnungen, die er jedoch nur zum Teil und nur vorübergehend erfüllte .Er beendete zunächst die restaurative Politik seines Vaters. sowie den Streit mit den Katholiken, denen er einige wichtige Zugeständnisse machte. Viele Todesurteile wurden aufgehoben, die Demagogenverfolgung abgeschafft und etliche liberale Denker aus der Haft entlassen. Die Pressezensur behielt er jedoch bei. Es enttäuschte auch, dass er die von seinem Vater in Aussicht gestellte Verfassung ablehnte, weil er sich selbst als von Gott eingesetzter Herrscher sah.

    27.01.2006 um 17:09 Uhr

    Die Rheinkrise (1840)

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Rheinkrise

    1840 kam es zur Rheinkrise, die weitreichende Folgen hatte. Auslöser war die Orientfrage. Engländer und Franzosen hatten im Orient nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches gänzlich unterschiedliche Interessen . 1840 forderte England von Frankreich die Herausgabe von Teilen des Osmanischen Reiches; es wurde dabei unterstützt von Österreich und Preußen., Die Franzosen fühlten sich daraufhin gedemütigt. und entfachten ein unglaubliches nationales Fieber; Erinnerungen an Demütigungen nach der Niederlage Napoleons wurden beschworen, und plötzlich richtete sich das nationale Interesse Frankreichs auf den Rhein. Erste Forderungen auf das gesamte linke Rheinufer (angeblich natürliche Grenze) wurden laut. Dadurch entstand im Gegenzug auch in Deutschland akuter Franzosenhass. Es gab erste nationalistische Töne sowie erste Anzeichen von Deutschtümelei . Hüben wie drüben entstanden nationalistische Gedichte und Lieder. Literatur dieser Art vergiftete das Klima auf beiden Seiten..

    „Die Wacht am Rhein “ oder "Der Deutsche Rhein", mit dem Untertitel, "Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein" sind Beispiele hierfür. Auch in Frankreich entstand entsprechende deutschfeindliche Literatur.

    Die Kriegsgefahr war in dieser Zeit besonders hoch,
    in der Folge kam es ja dann auch zu Kriegen.

    26.01.2006 um 15:38 Uhr

    Der Frankfurter Wachensturm 1833

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Frankfurter, Wachsensturm

    Der Frankfurter Wachensturm im Jahre 1833 war der schlecht vorbereitete Versuch von etwa 50 Burschenschaftern , von der Hambacher Bewegung aus zur bewaffneten Revolution in ganz Deutschland überzugehen. Sie wollten zwei Frankfurter Polizeiwachen stürmen, sich der dort verwahrten Waffen bemächtigen und anschließend die Gesandten der deutschen Fürsten, die unweit der Hauptwache im Palais Thurn und Taxis tagten, gefangen nehmen. Dies sollte das Signal zu einer Erhebung in ganz Deutschland werden. Dieser Plan wurde jedoch verraten .

    Die Verschwörer erfuhren zwar noch rechtzeitig von dem Verrat, griffen aber dennoch an, da sie auf Unterstützung durch hessische Bauern und Frankfurter Bürger hofften. Diese Unterstützung blieb jedoch aus, so dass das Militär leichtes Spiel hatte. Bei dem Schusswechsel gab es Tote und Verletzte.

    In der Folge reagierte der Deutsche Bund mit weiteren Repressionen. Demokraten und Liberale wurden verhaftet und die Versammlungs- und Pressefreiheit noch weiter eingeschränkt. Mit diesen harten Maßnahmen wurde die republikanische Bewegung wieder zurückgedrängt Viele Aufständische konnten jedoch mit Hilfe der Bevölkerung, die mit ihnen sympathisierte, der Verhaftung oder Bestrafung entgehen und ins Exil fliehen.

    25.01.2006 um 14:16 Uhr

    Das Hambacher Fest 1832

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Hambach

    Das Hambacher Fest ( 27. und 30. Mai 1832) fand in der Pfalz am Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße statt. Es hatte seine Wurzeln in der Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung mit der bayerischen Verwaltung und gilt als Höhepunkt frühliberaler bürgerlicher Opposition in Restauration und Vormärz.

    Die Pfalz gehörte seit 1797/98 zur Französischen Republik , hatte daher die Ideen der Französischen Revolution aufgenommen. Mit dem Wiener Kongress wurde sie dem Königreich Bayern zugeteilt Dabei wurden die Rechte der Bevölkerung massiv eingeschränkt. Außerdem wurde durch hohe Zölle und Steuern die Wirtschaft der Pfalz schwer benachteiligt, so dass große Teile der Bevölkerung verarmten.

    1830 wurden die Rechte der Bürger noch weiter eingeschränkt und eine strenge Zensur eingeführt. In der Pfalz gründete sich ein "Press - und Vaterlandsverein". Der organisierte am 27. Mai ein "Volksfest" - politische Kundgebungen waren ja von der bayerischen Obrigkeit verboten worden -, auf dem Hambacher Schlossberg .

    Zu dem Fest kamen ca. 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und aus zahlreichen Nationen : vom Studenten bis zum Abgeordneten, vom Franzosen bis zum Polen.. Die Hauptforderungen waren Freiheit, Bürgerrechte und nationale Einheit. Hier wurden zum ersten Mal die Farben Schwarz-Rot-Gold, die später zu den deutschen Nationalfarben wurden, verwendet. Unter diesen Farben sollte ein freies und föderatives Deutschland entstehen, das dem demokratischen Grundgedanken verpflichtet sein sollte.(Auszug aus Wikipedia). Der 175. Jahrestag ruft zu neuen Anstößen auf.

    22.01.2006 um 10:20 Uhr

    Biedermeier in Deutschland und Österreich (1820 - 1848)

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Biedermeier

    Das Biedermeier entstand als bürgerliche Kultur in städtischem Umfeld. Die Bürger zogen sich angesichts der Restauration und der Bespitzelung zurück. Sie wollten „ihre Ruhe“ haben. Kennzeichnend für die Kultur des Biedermeier sind ein urbanes Wohnumfeld, gemütliche und gediegene Häuslichkeit, Wertschätzung von Bildung, Besuch von Cafés, Theatern, Ausstellungen; man schrieb Tagebücher und Memoiren und las aus seinen Tagebüchern vor. Auch Zeitschriften wurden gerne gelesen, z. B. die fliegenden Blätter aus München.

    Es entwickelte sich eine reichhaltige Literatur, die Ende des 19. Jahrhunderts erneut in Mode kam und sich in den Bibliotheken unserer Urgroßväter wiederfindet.

    22.01.2006 um 09:57 Uhr

    Die Karlsbader Berschlüsse (1819)

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Karlsbad

    Die Karlsbader Beschlüsse des Deutschen Bundes von 1819 hatten Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung liberaler und nationaler Bestrebungen zum Gegenstand und trafen insbesondere alle demokratischen Gruppen und Vereine, die Universitäten und die Presse (Verbot demokratischer Gruppen sowie aller Burschenschaften, Überwachung der Universitäten, Zensur der Presse, Entlassung und Berufsverbot für liberal und national gesinnte Professoren). In der Folge herrschte ein Klima der Bespitzelung und Zensur im Gebiet des Deutschen Bundes. .

    Der Tagungsort Karlsbad gehörte damals zum Habsburgerreich. Anlass für die Konferenz war die Furcht vor üffentlicher Kritik an den herrschenden restaurativen politischen Tendenzen . Auslöser und Rechtfertigung war die Ermordung des Schriftstellers und russischen Generalkonsuls August von Kotzebue 1819 durch den Studenten und Burschenschafter Karl Ludwig Sand.

    Die Karlsbader Konferenzbeschlüsse wurden am 20. September 1819 vom Deutschen Bundestag in Frankfurt einstimmig bestätigt, obwohl sie tief in die Rechte der Einzelstaaten des Deutschen Bundes eingriffen.

    21.01.2006 um 18:26 Uhr

    Wartburgfest (1817)

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Wartburgfest

    Wartburgfest vom 18. Oktober 1817

    Nach den Befreiungskriegen hofften die Bürger vor allem auf die deutsche Reichseinheit und die versprochenen Verfassungen. Nach dem Wiener Kongress 1815 erwies sich das aber als Illusion. Nur das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach erhielt durch Carl August eine Art demokratischer Verfassung (die erste dieser Art in Deutschland), die Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit einschloss. Die Jenaer Studenten waren daher in der Lage, eine Urburschenschaft zu gründen.

    Anlässlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers (31. Oktober 1517) und im Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 19. Oktober 1813) lud die Jenenser Burschenschaft Vertreter deutscher Universitäten am 18. Oktober 1817 auf die Wartburg bei Eisenach ein. Fünfhundert Studenten ( das war etwa ein Achtel der damaligen akademischen Jugend) erschienen. Sie demonstrierten gegen die reaktionären Kräfte in den wieder entstandenen deutschen Kleinstaaten, für einen Nationalstaat und eine freiheitliche Verfassung.

    Ein heikler Akt auf diesem Fest war eine Bücherverbrennung, bei der mit Billigung des abwesenden Turnvaters Jahn unter anderem ein Code Napoléon und ein Werk des Dichters von Kotzebue, aber auch ein Zopf und ein Korporalstock unter allgemeinem Jubel verbrannt wurden.. Für die reaktionären Herrscher war das Fest eine willkommene Gelegenheit, gegen liberale Kräfte vorzugehen.

    20.01.2006 um 18:08 Uhr

    Der Deutsche Bund 1815 - 1866

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Deutscherbund

    Der Deutsche Bund, 1815 vom Wiener Kongress gegründet, umfasste in loser Konföderation 37 Einzelstaaten und 4 Städte. Er trat an die Stelle des 1806 durch Napoleon aufgelösten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Daher blieben diejenigen Teile Österreichs und Preußens, die nicht zum Reichsgebiet gehört hatten, ausgeschlossen.

    Der Deutsche Bund kannte als gemeinsames Organ nur den Bundestag in Frankfurt a.M. Er setzte sich aus den Gesandten der einzelnen Staaten zusammen und stand unter der Präsidentschaft und politischen Führung Österreichs (Metternich). Das Stimmrecht in diesem Gremium richtete sich jeweils nach der Größe der Mitgliedstaaten und war ziemlich kompliziert.

    Drei ausländische Fürsten besaßen Stimmrecht : der König von England, der in Personalunion König von Hannover war, der König von Dänemark als Herzog von Holstein und Lauenburg und der König der Niederlande als Großherzog von Luxemburg. Die vier Freien Reichsstädte, Hamburg, Bremen, Lübeck und Frankfurt hatten zusammen nur eine Stimme. Die kleineren Fürstentümer hatten sich auf einen Bevollmächtigten zu einigen. Das deutsche Volk war in der Bundesakte mit keinem Wort erwähnt.

    19.01.2006 um 10:16 Uhr

    Wiener Kongress (18. September 1814 bis 9. Juni 1815)

    von: kulturfanzwo   Kategorie: 1848 d. Revolution allgemein   Stichwörter: Wienerkongress

    Wiener Kongress (1814 - 1815)
    Der Wiener Kongress stand unter dem prägendem Einfluss des österreichischen Diplomaten und Staatskanzlers Fürst von Metternich.

    Der Kongress fasste u. a. folgende Beschlüsse, die für das gewählte Thema bedeutsam sind :

    a) die Gründung des Deutschen Bundes als Nachfolger des von Napoleon 1806 aufgelösten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation,

    b) eine gemeinsame Politik der Restauration. Mit ihr sollte im Sinne der in Mitteleuropa herrschenden Fürstenhäuser die "gute alte Zeit" des Ancien régime wiedererstehen.

    Hinweis: In seinem engeren Sinne wird mit dem geschichtlichen Begriff Ancien Régime (französisch: die "alte Regierungsform"), die Regierungsform der absolutistisch herrschenden Bourbonen in Frankreich bezeichnet, s. Wikipedia.

    Die Restauration richtete sich gegen alle demokratischen und nationalistischen Bestrebungen in der Bevölkerung der Bundesstaaten. Sie hatte eine ungeheure Bespitzelung und strengste Pressezensur zur Folge.

    Hinweis: Das Thema der Bespitzelung um 1828 beschreibt in etwa auch der aktuelle Bestseller "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann.

    http://www.zeit.de/2005/42/L-Kehlmann?page=all