Epochenkurs

25.02.2012 um 10:44 Uhr

Gefahr einer "Erosion" der Nationalstaaten?

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Diese Konzerndominanz wird auch in der aktuellen Finanzkrise sichtbar. Zum Beispiel erlebte unsere Regierung, wie arrogant die Manager des Weltkonzerns General Motors bei den Opel-Verhandlungen auftraten.
Globalisierungskritiker befürchten sogar für die Zukunft einen zunehmenden Einfluss der multinationalen Konzerne und der Banken auf die Politik und damit schwindende politische Einflussmöglichkeiten der Regierungen. Die Kritiker sprechen schon von einer „drohenden Erosion der Nationalstaaten“ und sehen darin sogar eine Gefahr für die Demokratie.
Aber „Globalisierung ist kein Schicksal; eine andere Welt ist möglich“, sagen die Zukunftsforscher. Hoffen wir, dass positivere Lösungen für die Gesellschaft von morgen gefunden werden. Daran arbeiten insbesondere zahlreiche Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs). Bekannt ist zum Beispiel die weltweite Organisation „Attac“ (association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens, zu Deutsch: „Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger“). Attac wurde 1998 gegründet und bezeichnet sich als globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation.
Eine schweizerische Organisation mit ebenfalls globalisierungskritischem Charakter ist die „Erklärung von Bern“. Dieses Aktionsbündnis sorgte mit seiner jüngsten Recherche „Rohstoff – Das gefährlichste Geschäft der Schweiz“ für Aufsehen. Das Buch hat den internationalen Rohstoffhandel zum Thema, in dem mehrere in der Schweiz ansässige Konzerne mitmischen. Man sagt, dass die Schweiz zum Beispiel an jeder dritten Tonne Erdöl, die weltweit gehandelt wird, beteiligt ist. Das Buch berichtet nicht nur über die Funktionsweise des Rohstoffhandels, die komplizierten Konzernstrukturen im Hintergrund und die Konflikte und Opfer in den Herkunftsländern, sondern auch darüber, wie man überall die Steuerbehörden austrickst, Dabei entsteht das Bild einer mächtigen Branche, die große Gewinne macht und deren Geschäftspraktiken zumindest problematisch sind. Am Beispiel der Kupferminen in Sambia werden auch die ökologischen Folgen dieses Handels sichtbar gemacht. Die Verfasser der Recherche hoffen, dass durch diese Publikation die schweizerische Öffentlichkeit sensibilisiert wird.

 

17.01.2012 um 19:32 Uhr

Einige Aspekte der Globalisierung

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung   Stichwörter: Globalisierung

Inhaltsverzeichnis

 Was ist Globalisierung

Historische Wurzeln der wirtschaftlichen Globalisierung

Wirtschaftliche Globalisierung nach dem 2. Weltkrieg

Internationale Handelsabkommen

Der globalisierte Konsum

Die globalisierte Produktion 

Nebenwirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung

Konzerndominanz in neuer Qualität

Gefahr einer "Erosion" der Nationalstaaten?

 

 

 


 


10.12.2011 um 10:57 Uhr

Konzerndominanz in neuer Qualität

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Die globalen Produzenten sind meist große Konzerne, deren Kapital von einflussreichen Investoren stammt, die gute Renditen erwarten. Die Manager dieser Konzerne verfolgen vorrangig das Ziel der Gewinnmaximierung. Sie planen die Produktion ausschließlich unter Kostenaspekten. Mit ihrer Marktmacht können sie auf ihre Subunternehmer Druck ausüben. Soziale oder humane Aspekte interessieren meist nicht.
Diese Konzerndominanz ist einer der Aspekte der Globalisierung, den Kritiker beanstanden. Man kann hier eigentlich nicht mehr von Liberalisierung in dem Sinne sprechen, dass sich alle Anbieter gleichwertig am Markt beteiligen können. Trend ist vielmehr, dass wenige multinationale Konzerne bestimmte Branchen unter sich aufteilen - und das klingt dann eher nach Oligarchie als nach Demokratie. Besonders die Gewerkschaften kritisieren diesen Trend. Sie befürchten, dass die Auslagerung von Produktion in Billiglohnländer massive Arbeitslosigkeit in die Industrieländer bringt. Man muss sich nur an das Beispiel eines finnischen Handy-Herstellers erinnern.


10.12.2011 um 10:44 Uhr

Nebenwirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Der dargestellte Herstellungsprozess ist zunächst von der Logistik her beeindruckend, aber er hat schädliche Nebenwirkungen, nicht nur beim Verbrauch von Energie für die vielen Transporte. Man muss sich nur einmal fragen, ob die mittelständischen Textilfabriken in unserer Region diesen internationalen Prozess leisten könnten. Aber diese Frage stellt sich nicht mehr, denn sie sind verschwunden. Die „Marktbereinigung“ hat in dieser Branche schon vor knapp zwanzig Jahren begonnen. Die großen Marken konnten ihre Produktion international ausrichten, aber die Kleinen in der Regel nur, wenn sie eine Marktnische fanden. „Unsere Textilindustrie ist sehr leise gestorben“ sagte kürzlich eine deutsche Näherin in einer Dokumentation über diesen Vorgang. Sie wurde arbeitslos, denn es gibt hierzulande kaum noch einen Textilbetrieb mit einem eigenen Nähsaal.

Solche „Nebenwirkungen“ befürchtet man auch andernorts, zum Beispiel in Indien, das seit 2007 mit der EU über ein Freihandelsabkommen verhandelt. Schon heute hat man im Rahmen der alten Regelungen gute Handelsbeziehungen. Für Indien ist die EU heute der wichtigste Handelspartner und die EU mit ihren kriselnden Volkswirtschaften blickt hoffnungsvoll auf den großen indischen Wachstumsmarkt. Aber einem ungehemmten Freihandel stehen die Inder doch skeptisch gegenüber. Unter anderem fürchten sie um die Existenz ihrer vielen Kleinhändler, wenn sie den großen europäischen Supermarktketten ihren Binnenmarkt voll öffnen würden. Auch die bäuerliche indische Landwirtschaft könnte wohl der Konkurrenz der hoch subventionierten und mechanisierten europäischen Agrarindustrie nicht standhalten. Trotz aller Vorteile, die ein solcher Freihandel vielleicht auf anderen Gebieten für sie brächte, sehen die Inder angesichts dieser großen Risiken bisher keine Möglichkeit für ein Freihandelsabkommen. Und so wird – auch in der deutschen und der indischen Öffentlichkeit -  weiter kontrovers diskutiert,  und die Verhandlungen dauern.

 

10.12.2011 um 10:35 Uhr

Die globalisierte Produktion

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Wie stark die Herstellung der Produkte schon global vernetzt ist, soll am Beispiel einer Jeanshose verdeutlicht werden. Die Baumwolle für dieses Kleidungsstück wird vielfach in Usbekistan oder Indien angebaut. Versponnen und gewoben wird die Baumwolle in China, Indien, Taiwan oder der Türkei und eingefärbt mit chinesischen Farbstoffen zum Beispiel in französischen Färbereien. Das personalintensive Zuschneiden und Nähen vergibt man an die Billiglohnländer Osteuropas oder an China, Honduras oder die Türkei. Vor dem Verkauf wird die Jeans noch gewaschen, um überschüssige Farbe zu entfernen oder um einen „stonewashed“ Effekt zu erzeugen. Das lässt man in Nordafrika oder Osteuropa erledigen. Danach bekommen die fertigen Jeans noch das Etikett einer bekannten Marke und gelangen dann in die Läden Amerikas oder Europas zum Verkauf. Der Käufer stellt mit Stolz das Label seines Erwerbs zur Schau und fühlt sich voll trendy.


09.12.2011 um 18:02 Uhr

Der globalisierte Konsum

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

 Durch den weltweit liberalisierten Freihandel war sehr schnell eine internationale Warenvielfalt im Angebot, der sich der einzelne Konsument kaum entziehen kann. Selbst den Senn auf der einsamen Almhütte verfolgt noch die Globalisierung. Er trägt vielleicht ein Baumwollhemd aus China, hat eine Hose aus australischem Hirschleder, telefoniert etwa mit einem Handy made in Korea oder hört Nachrichten auf dem im Supermarkt gekauften japanischen Weltempfänger über internationale Satelliten. Vielleicht ärgert er sich dann auch noch über die gesunkenen europäischen Milchpreise.

Neben dieser Marktvielfalt sehen wir aber auch eine weltweite Vereinheitlichung bestimmter Angebote, die von den großen Markenfirmen ausgeht. Es gibt überall auf der Welt die Marke Coca Cola und die Nestlé Babynahrung, Restaurant-Ketten von Mc. Donalds oder Autos von VW oder Toyota. Wenn man der internationalen Werbung glaubt, bekommen wir heute schon alle Genüsse der Welt und leben im Schlaraffenland. Die Werbung ist allerdings gut „lokalisiert“, also auf die jeweiligen Verbraucher abgestimmt-

09.12.2011 um 11:44 Uhr

Wirtschaftliche Globalisierung nach dem 2. Weltkrieg

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung   Stichwörter: Veränderungen, in, neuer, Qualität

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Welt zunächst von der Phase des „Kalten Krieges“ bestimmt. Der vom Kommunismus beherrschte Einflussbereich der Sowjetunion stand dem vom Kapitalismus geprägten liberalen westlichen Wirtschaftsblock - angeführt von der Supermacht USA - gegenüber. Die nicht in diese Blöcke integrierten Staaten ordnete man der „Dritten Welt“ zu. Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Wirtschaftssysteme und dem Aufbruch der „Schwellenländer“ der Dritten Welt in die Industrialisierung begann dann die jetzt aktuelle Phase. Zunächst ausgehend von den westlichen Bündnissen schotteten sich die Nationalstaaten nicht mehr gegeneinander ab, sondern versuchten, mit internationalen Abkommen, die es so vorher nicht gab, eine neue Qualität in den weltweiten Handel zu bringen. GATT und WTO waren die internationalen Rahmenwerke, die bewirkten, dass der internationale Handel heute grundsätzlich als positiv und nützlich für die Volkswirtschaften angesehen wird.

Allerdings sehen Zukunftsforscher und Kritiker in der fortschreitenden Globalisierung nach wie vor in vieler Hinsicht eine Gefahrenquelle für die Zukunft. 

08.12.2011 um 17:09 Uhr

Historische Wurzeln der wirtschaftlichen Globalisierung

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Wenn man unter wirtschaftlicher Globalisierung den weltweiten Austausch von Gütern, Dienstleistungen, Arbeit, Kapital und Technologie versteht, hat diese in der Tat historische Wurzeln. Johannes Rau hat vielleicht an das Römische Reich gedacht, das vor 2000 Jahren mit einer effizienten Infrastruktur sein Weltreich führte oder an den unrühmlichen Dreieckshandel der Kolonialzeit, der sich zwischen Afrika, Amerika und Europa abspielte. Richtig ins Rollen kam der Prozess etwa ab 1770, als durch neue Entdeckungen und Erfindungen bis dahin nicht gekannte Mobilität und technischer Fortschritt entstanden. Bis zum Ersten Weltkrieg gab es einen wirtschaftlichen Aufschwung in Europa und Amerika. Während des 1. Weltkriegs stagnierte er und danach kam eine Phase des Protektionismus und Isolationismus. Die Nationalstaaten schotteten ihre Märkte gegeneinander ab. Dennoch gab es schon gewisse Abhängigkeiten, denn die 1929 einsetzende Wirtschaftskrise zeigte weltweit ihre Spuren.