Epochenkurs

26.09.2007 um 16:50 Uhr

Inhaltsverzeichnis USA 1774;- Die junge Republik

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24.09.2007 um 18:36 Uhr

USA 1774; Jefferson im Ruhestand

Am 4. März 1809 wurde James Madison vierter US-Präsident und Jefferson zog sich auf seine Besitzung Monticello zurück. Dort konnte er sich nun seinen unterschiedlichen Interessen widmen.

Jefferson war vielseitig interessiert und umfassend gebildet. Er kannte sich in der naturwissenschaftlichen und der geisteswissenschaftlichen Literatur seiner Zeit aus und besaß eine ca. 6.500 Bände umfassende Bibliothek, die er später an den Kongress verkaufte, wo sie die 1814 zerstörte Kongressbibliothek ersetzte. Er war an der Gründung der Universität von Virginia beteiligt und setzte sich für die Liberalisierung des Studiums ein.

Auch als Erfinder tat sich der Ex-Präsident hervor. Er erfand den Jefferson-Polygraphen, eine Kopiermaschine, und gilt als Erfinder des hölzernen Kleiderbügels.

Er war auch naturwissenschaftlich interessiert und legte z. B. Wert darauf, das die Lewis und Clark Expedition auch Exponate von unbekannten Pflanzen und Tieren mitbrachte. Auf seiner Plantage machte er Versuche mit dem Anbau von Wein aus europäischen Rebstöcken.

Wie bereits berichtet, galt seine besondere Liebe der Architektur. So hatte er schon das Gesicht der Stadt Washington entscheidend mit geprägt und war in Virginia maßgeblich am Bau der Universität sowie am Bau des Kapitols in Richmond beteiligt gewesen. Nun stürzte er sich immer wieder in sein architektonisches Hobby und baute Monticello - ohne Rücksicht auf die Kosten - mehrfach um, was ihn letztlich finanziell ruinierte. Seine Tochter musste nach seinem Tod das Inventar von Monticello - einschlie0lich der Sklaven - versteigern, um die hohen Schulden zu bezahlen. Heute gehört das Haus einer Foundation und kann besichtigt werden.

Jefferson. starb am 4. Juli 1826, also am 50. Jahrestag der Verkündigung der von ihm verfassten Unabhängigkeitserklärung. John Adams,. sein Vorgänger im Präsidentenamt, war am gleichen Tage verstorben.

Das amerikanische Volk setzte Jefferson zahlreiche Denkmäler. Das bedeutendste ist wohl das 1943 eingeweihte Jefferson Memorial in Washington D.C.


23.09.2007 um 14:28 Uhr

USA 1774; Jefferson und die Sklavenfrage

In der US-Verfassung von 1791 hatte man die Sklavenfrage ausgeklammert und festgelegt, dass der Kongress hier frühestens im Jahr 1808 Änderungen vornehmen dürfe. So beschloss der Kongress während der Präsidentschaft Jeffersons im Jahre 1807 ein Einfuhrverbot für Sklaven ab dem Jahre 1808. Die Sklavenhaltung wurde aber nicht verboten, so dass in den Südstaaten in den nächsten Jahrzehnten der illegale Sklavenhandel blühte. Die Nordstaaten dagegen schafften die Sklaverei allmählich ab, denn die dortigen Kleinfarmer,Viehzüchter. Kaufleute und Fabrikanten brauchten keine Sklaven.

Thomas Jefferson war in der Sklavenfrage merkwürdig gespalten. Einerseits vertrat er die politische Ansicht, dass alle Menschen gleich seien und gleiche Rechte hätten, andererseits hielt er auf seiner Besitzung Monticello eine Vielzahl von Sklaven afrikanischer Abstammung und ließ nur wenige davon frei. Er konnte diesen Widerspruch wohl deshalb vor seinem Gewissen zurechtbiegen, weil er die schwarze Rasse als unterwertig und seine Sklaven als dinglichen Besitz betrachtete. Er befand sich damit in guter Gesellschaft anderer amerikanischer Revolutionäre der ersten Stunde, denn auch George Washington, James Madison oder Benjamin Franklin besaßen Sklaven. Nur John Adams aus der ersten Riege der Präsidenten und seine Frau Abigail waren entschiedene Vorläufer der Abolitionisten (Sklaverei-Gegner) und praktizierten dies auch.

Jefferson selbst war seine zwiespältige Haltung durchaus bewusst. Bekannt ist sein Ausspruch, bei der Sklaverei zu bleiben sei dasselbe, wie einen Wolf an den Ohren zu halten: Man wolle gerne loslassen, könne es aber nicht aus Angst, gefressen zu werden.

Besonders augenfällig wird sein persönlicher Zwiespalt in seinem Buch Bemerkungen über den Staat Virginia von 1790, in dem er einerseits die Sklaverei als Institution angreift, an anderer Stelle jedoch die These vertritt, dass die Schwarzen den Weißen unterlegen seien. Hier ein Zitat daraus

Die ganze Beziehung zwischen Herrn und Sklaven ist eine ständige Übung der ungestümen Leidenschaften, des unerbittlichen Despotismus auf der einen und erniedrigender Unterwerfung auf der anderen Seite. Unsere Kinder sehen das und lernen, uns darin nachzuahmen, denn der Mensch ist ein Tier, das nachahmt.“

Nach dem hochinteressanten Exkursionsbericht eines Seminars der Universität Heidelberg ist Monticello so angelegt, dass die Sklaven am Fuße des Hügels wohnten und arbeiteten, so dass der Autor des Satzes "all men are created equal" diese vom Haus aus nicht sehen musste:

Merkwürdig ist auch, dass Jefferson eine vermutlich langjährige Beziehung zu Sally Hemings hatte,
einer Sklavin seiner früh verstorbenen Frau Martha, die mit 15 Jahren als Zofe seiner Tochter nach Paris gekommen war.1802 kamen während des Vorwahlkampfs Gerüchte über eine solche Beziehung auf. Jefferson stritt diese ab, doch die Diskussion darüber, ob Jefferson nun der Vater der Kinder von Sally Hemings sei, wurde lange Jahre hitzig geführt. Heute - im Zeitalter der Gen-Technik - lässt sich diese Frage natürlich leicht klären. So wurde bei einer DNA-Analyse bei noch lebenden Nachkommen der Sklavin Sally Hemings das gleiche Y-STR-Muster gefunden, wie bei der Jefferson-Linie. Da Jefferson aus seiner Ehe mit Martha Wayles keine Söhne hatte, die das Erwachsenenalter erreichten, ist seine Vaterschaft nicht auszuschließen.

23.09.2007 um 07:31 Uhr

USA 1774; Handelsembargo und britisch-amerikanischer Krieg von 1812

Während der Napoleonischen Kriege versuchte Amerika - wie schon berichtet -, seine Neutralität zu bewahren. Britische und französische Kriegsschiffe drangsalierten jedoch die amerikanischen Handelsschiffe in einer Weise, die Amerika nicht länger hinnehmen konnte. Um 1805 hatten die Engländer den amerikanischen Handelsverkehr mit Französisch-Westindien praktisch lahm gelegt und die Blockade der gesamten europäischen Küste von Brest bis zur Elbmündung proklamiert. Sie durchsuchten außerdem die amerikanischen Schiffe auf desertierte britische Matrosen und verschleppten diese nach England. Die Franzosen wiederum hatten die Order, jedes amerikanische Schiff zu kapern, das Kontakt zu britischen Schiffen oder Häfen gehabt hatte.

In dieser Situation verbot Präsident Jefferson im Jahre 1805 alle amerikanischen Exporte nach Europa in der Hoffnung, dass die europäischen Mächte dann ihre Politik ändern würden. Diese Rechnung ging aber nicht auf. Im Gegenteil - die Geschäftsleute aus New England und die Plantagenbesitzer protestierten, da dieses Embargo ihren Handel ruiniere. Der Kongress hob daher das Embargo 1809 wieder auf, also in dem Jahr, in dem James Madison Thomas Jefferson im Präsidentenamt ablöste. Als sich die Zustände nicht änderten, entschloss sich dann Präsident James Madison 1812 zum Krieg gegen Britannien.

Der Amerikanisch-Britischer Krieg von 1812 dauerte bis Frühjahr 1815. Die Hauptkämpfe zu Lande fanden entlang der kanadischen Grenze statt, wo Amerika versuchte, Kanada zu erobern, sowie am Golf von Mexiko. Außerdem gab es etliche Seeschlachten, in denen die amerikanische Navy einige beeindruckende Siege errang, aber die zahlenmässig überlegene britische Marine blockierte weiterhin die amerikanischen Häfen. Über die Zerstörung der Regierungsgebäude in Washington D.C.
im Jahr 1814 durch die Briten wurde schon berichtet. Im Dezember 1814 vereinbarten Britannien und die Vereinigten Staaten den Frieden von Gent, der den politischen Zustand vor Ausbruch des Krieges wieder herstellte.

22.08.2007 um 19:34 Uhr

USA 1774; der Amerikanisch-Tripolitanische Krieg

Während seiner Amtszeit war Präsident Jefferson bemüht, sich strikt aus den europäischen Verwicklungen, wie den napoleonischen Kriegen, herauszuhalten. Aber zwei militärische Auseinandersetzungen gegen europäische Staaten konnte er nicht verhindern:
  • den Amerikanisch- Tripolitanischen Krieg (1801 - 1805) während seiner Amtszeit und
  • den Britisch-Amerikanischen Krieg (1812 - 1814) der bereits in die Amtszeit seines Nachfolgers Madison fiel, dem aber ein von Jefferson initiertes Handeslsembargo vorausging.
Der Amerikanisch-Tripolitanische Krieg wurde im Mittelmeer mit den so genannten Barbareskenstaaten ausgefochten, zu denen Marokko und die Stadtstaaten Algier, Tunis und Tripolis zählten. Diese verbesserten ab der Mitte des 17.Jahrhunderts ihre Einkünfte durch ungehemmte Piraterie im südwestlichen Mittelmeerraum. Großbritannien  und Frankreich hielten sich die Piratenschiffe mit einer Mischung aus militärischer Macht, Diplomatie und inoffiziellen Geldzahlungen vom Leibe (Wikipedia). Bis 1783 profitierten auch die amerikanischen Kolonien davon, aber nach ihrer Unabhängigkeit mussten die USA selbst für den Schutz ihrer Handelsschiffe sorgen. Da sie noch nicht über genügend militärische Macht verfügten, leisteten sie ebenfalls Tributzahlungen an die Piratenstaaten. Diese beliefen sich im Jahre 1800 immerhin auf 20 Prozent der jährlichen Staatseinkünfte der USA.

Als Thomas Jefferson 1801 Präsident der USA wurde, verlangte der Pascha von Tripolis 225.000 Dollar als Tribut von der neuen Regierung. Jefferson verweigerte dies, worauf die Barbareskenstaaten den USA den Krieg erklärten. Es gab nun eine Reihe von mehr oder weniger dramatischen Seegefechten zwischen den kriegsführenden Parteien. Die Amerikaner siegten schließlich 1805 in der entscheidenden Schlacht von Derna. Danach wurde die Sache mit einem Waffenstillstandsvertrag beigelegt.

20.08.2007 um 17:28 Uhr

USA 1774; die Lewis and Clark Expedition (1804 - 1806)

Mit dem Erwerb von Louisiana entstand bei den Amerikanern gro0es Interesse für das Land westlich von ihnen. Auch für Präsident Jefferson war die Erforschung dieses Gebietes aus vielerlei Gründen staatspolitisch wichtig.

Jefferson hatte schon im Jahre 1802 seinen ehemaligen Sekretär Captain Meriwether Lewis für die Leitung einer West-Expedition gewinnen können. Ebenso machte er 1803 im Kongress Geld für dieses Unternehmen locker mit der Begründung, dass die Erkundung eines kontinentalen Wasserweges zum Pazifik wirtschaftlich nützlich sei. So suchte sich Lewis einen passenden Partner aus der Army, fand ihn in William Clark mit seinem Sklaven York und begann mit den Vorbereitungen der Expedition, die zweieinhalb Jahre dauern sollte.

Am 14. Mai 1804 startete die Expedition

unter Führung von Lewis und Clark in St. Louis und fuhr mit ihren Booten den Missouri hinauf. Ende Oktober 1804 erreichte sie die Dörfer der Mandan-Indianer und errichtete dort ein festes Winterquartier. Anfang April 1805 brach die Expedition wieder auf, und Lewis schickte 12 Männer mit Karten, Berichten und wissenschaftlichen Proben zurück zu Jefferson. Mitte Juni 1805 kamen die Entdecker an die Great Falls des Missouri. Es dauerte beinahe einen Monat, die 18 Meilen lange Reihe von Wasserfällen zu passieren. Das nächste Hindernis stellten die Rocky Mountains dar. Das war die Wasserscheide, hier gab es keinen durchgehenden Wasserweg.  Die Pioniere mussten ihre Boote und Ausrüstungen über das Gebirge tragen. Den Pazifik erreichten sie über den Columbia River erst im November 1805. Die Männer hatten 4.142 Meilen   (ca. 6600 km) vom Mississippi bis hierher zurückgelegt. Damit war allerdings nur die Hälfte der Strecke geschafft, denn die Expedition musste ja wieder zurück an ihren Ausgangspunkt, an dem sie Mitte September 1806 wieder ankam.

 

Die beiden Army-Offiziere mit ihrer über 40köpfigen Crew waren damit die ersten weißen Amerikaner, die bis an die Küste des Pazifiks vorgedrungen waren. Einen durchgehenden Wasserweg gab es zwar nicht. Doch haben die Männer über viele Entdeckungen berichtet, bis dahin unbekannte Tiere und Pflanzen entdeckt, den Missouri River vermessen , Landkarten gezeichnet und von vielen Indianern Hilfe bekommen.

Die präzise geführten Tagebücher lesen sich wie Abenteuerromane. Besonders wichtig war den Pionieren wohl die Hilfe eines franko-kanadischen Trappers und seiner jungen indianischen Frau. In den Tagebüchern gibt es dazu folgenden Eintrag:

"Fort Mandan, November, 1804

French-Canadian fur trader Toussaint Charbonneau and his Shoshone Indian wife Sacajawea joined our expedition. We can use Charbonneau for his cooking. We hear he is a good cook. He will also be a good interpreter. We hear Sacajawea is a good Indian guide. Her name, Sacajawea means "Bird Girl." She is only fourteen years old."

Sacajawea wurde dann auch die am meisten gefeierte Frau in der amerikanischen Geschichte. Aber für die Indianer bewirkte diese Expedition letztendlich nichts Gutes, denn mit ihr begann die Eroberung des "Wilden Westens" durch die europäischen Einwanderer und die nahmen auf die Lebensgrundlagen der Ureinwohner keine Rücksicht.

Über die Lewis und Clark Expedition gibt es eine Unmenge an Literatur. Im Web findet man dazu bei Google 1,6 Millionen (!) Einträge.

18.08.2007 um 16:57 Uhr

USA 1774; Louisiana, der 18. Bundesstaat

In Jeffersons erste Amtsperiode fiel mit dem Kauf von Louisiana ein für die junge Republik bedeutsames Ereignis. Durch diesen Kauf wurde ihr  Territorium praktisch verdoppelt.

Louisiana war eine französische Kolonie im zentralen Gebiet von Nordamerika gewesen. Französische Forscher waren schon 1627 von Quebec aus in Richtung Süden über den Ohio und den Mississippi hinunter bis zur Mississippi- Mündung am Golf von Mexiko vorgedrungen. 1682 nahm Cavalier La Salle als erster französischer Eroberer Louisiana in Besitz, das 1711 königliche französische Kolonie wurde. Die Franzosen gründeten in Louisiana einige Forts und Pelzhandelsstationen, wie zum Beispiel St. Louis an der Mündung des Missouri in den Mississippi. Das Land blieb aber zunächst nur dünn besiedelt.

Für strategisch wichtig erachteten die Franzosen aber eine Hafenstadt, die den Mississippi mit dem Golf von Mexiko verband. So gründeten sie 1718 die Stadt New Orleans Aber diese lag viereinhalb Meter unter dem Meeresspiegel und war ein sumpfiger, von Malaria geplagter Albtraum. Die französischen Besitzer unternahmen einige Anstrengungen, um La Nouvelle Orleans zu errichten und zu bevölkern. Die Beauftragten griffen dabei zu allen möglichen Tricks. So starteten sie eine mit heutigen PR-Kampagnen vergleichbare Aktion zur Anwerbung von Einwanderern, sogar mit getürkten Zeugenaussagen über angebliche Goldfunde. Den so gewonnenen Einwanderern - darunter waren auch viele Deutsche - blieb nach der Ankunft in der Noch-Nicht-Stadt ohne Aussicht auf irgendwelche Goldfunde nichts weiter übrig, als zu bleiben und sich eine Existenz zu schaffen. So entstand trotz allem eine blühende Hafenstadt. die erst in diesem Jahrhundert durch einen Hurrikan entscheidend beschädigt wurde.

1763 mussten die Franzosen - nach dem French and Indian War - das Gebiet östlich des Mississippi an die Engländer abtreten. Dieses Gebiet fiel nach dem Unabhängigkeitskrieg sogleich an die USA.

Das Gebiet westlich des Mississippi hatten die Franzosen 1762 in Geheimverhandlungen an die Spanier übergeben. West Louisiana war in der Folge 34 Jahre lang spanischer Besitz. Während dieser Zeit nahm die Bevölkerung um das Fünffache zu, besonders durch den Zustrom von Siedlern und Sklaven aus der französischen Kolonie Saint Domingue, dem späteren Haiti. Aus Kanada kamen zudem französische Flüchtlinge, Cajuns genannt, die von den Engländern aus dem heutigen Neuschottland vertrieben worden waren. So entstand das eigentümliche Völkergemisch, in dem sich später der Jazz entwickelte.

Spanien wurde 1800 von Napoleon gezwungen, seinen Anteil an Louisiana an Frankreich abzutreten . Als Jefferson von dieser Abtretung erfuhr, bot er Frankreich an, die "Isle of Orleans" zu kaufen. Zu ihrer Überraschung wurde den amerikanischen Unterhändlern plötzlich das gesamte Gebiet angeboten. Napoleon musste nämlich befürchten, dass er Louisiana bei einem erneuten Krieg mit England nicht mehr würde halten können. Außerdem brauchte er Geld für seine weitere Kriegführung. Die Amerikaner stimmten dem unter dem Namen Louisiana Purchase bekannt gewordenen Handel zu, und Louisiana ging für 80 Millionen Franc (15 Millionen Dollar) an die USA über.

1812 wurde das Orleans-Territorium unter dem Namen Louisiana der 18. US-Bundesstaat.

16.08.2007 um 10:54 Uhr

USA 1774; Thomas Jeffersons und Aaron Burr

Bei der US-Präsidentschaftswahl von 1800 wurden Präsident und Vizepräsident noch in einem Wahlgang gewählt. Wer die meisten Stimmen erhielt, war Präsident, der Zweitbeste wurde Vizepräsident. Diese Regelung erwies sich 1800 als nicht praktikabel. Sie wurde später geändert, nachdem im Jahre 1800 Nachwahlen im Kongress mit insgesamt 36 Wahlgängen benötigt wurden.

 

Für die Republikanisch-Demokratische Partei (die heutigen Demokraten) kandidierten damals

  • Thomas Jefferson aus Virginia und
  • Aaron Burr aus New York

für die Federalists waren es

  • John Adams aus Massachusetts,
  • Charles Cotesworth Pinckney aus South Carolina und
  • John Jay aus New York.

Die föderalistischen Kandidaten waren mit 65 und 64 Wahlmännerstimmen im ersten Wahlgang deutlich abgeschlagen, aber Jefferson und Burr hatten mit jeweils 73 Stimmen Gleichstand. Nun musste sich das Repräsentantenhaus entscheiden. Es gab binnen 6 Tagen Nachwahlen mit insgesamt 35 Wahlgängen und ein ziemliches Gerangel. Erst mit dem 36. Wahlgang beendeten die Föderalisten unter Alexander Hamilton die Misere, indem einige ihrer Abgeordneten der entscheidenden Abstimmung fernblieben. Im 36. Wahlgang bekam Jefferson dann die notwendige Stimmenmehrheit und wurde Präsident, sein parteiinterner Kontrahent Aaron Burr übernahm das Amt des Vizepräsidenten.

Bei der 5. US-Präsidentenwahl im Jahr 1804 verlief die Wiederwahl von Thomas Jefferson glatt. Diesmal war sein föderalistischer Gegenspieler Charles Pinckney. Als Vizepräsidentschaftskandidat hatte die Republikanisch-Demokratische Partei George Clinton aufgestellt.

Aaron Burr kandidierte nicht mehr, weil er nunmehr das Amt des Gouverneurs von New York anstrebte. Seine erhoffte Wahl in dieses Amt verhinderte aber sein langjähriger politischer Rivale Alexander Hamilton. In den Jahren zuvor hatten sich die beiden Politiker heftig bekämpft. Hamilton hatte zum Beispiel durch sein Taktieren verhindert, dass Burr US-Präsident werden konnte. Als Burr hörte, dass Hamilton auf einer Veranstaltung beleidigende Bemerkungen über ihn (Burr) gemacht haben sollte, forderte er Hamilton zum Duell heraus. Dieses Duell fand im Juli 1804 in New Jersey statt. Burr verletzte dabei Hamilton tödlich. Nach Hamiltons Tod musste Burr sich in den wilden Westen absetzen Als bekannt wurde, dass er dort separatistische Pläne verfolgte, wurde er 1807 wegen Hochverrats angeklagt. Alexander Hamilton wird heute durch sein Bild auf der 10-Dollar-Note geehrt.

12.08.2007 um 16:33 Uhr

USA 1774; Thomas Jefferson (1743 - 1826)

Thomas Jefferson (1743 - 1826) ist in diesem Blog schon mehrfach erwähnt worden. Dieser Jurist aus Virginia zählte zu den einflussreichsten Staatstheoretikern im Revolutionsgeschehen und war einer der Väter der amerikanischen Unabhängigkeitserkärung.

Daneben prägte er auch die amerikanische Architektur .

Thomas Jefferson wurde 1743 in Shadwell, Virginia als Sohn einer wohlhabenden, gebildeten und angesehenen Pflanzerfamilie geboren. Seine Mutter stammte aus einer der wichtigsten Familien Virginias - sie war eine geborene Randolph. Jefferson wuchs mit sieben Geschwistern auf, lebte vielfach auf den Plantagen seiner Verwandtschaft und bekam Privatunterricht bis er ein College in Williamsburg besuchte, das er mit gutem Abschluss verließ. Anschließend studierte er nicht nur Jura, sondern auch eine Vielfalt anderer Disziplinen. So interessierten ihn zum Beispiel auch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse des 18. Jahrhunderts oder die Philosophie des John Locke. Ab 1767 praktizierte Jefferson als Anwalt und erwarb sich einen sehr guten Ruf als Jurist. Ein Jahr darauf begann er mit dem Bau seines Hauses Monticello in der Nähe von Charlottesville, Das war anfangs nur ein bescheidener Bau, den er 1772 nach seiner Heirat mit Martha Wayles Skeltonr bezog. Das Ehepaar hatte sechs Kinder, von denen einige aber früh starben.

Jefferson wurde schon früh in Virginia politisch tätig. Ab 1769 war er Abgeordneter im dortigen Parlament und veröffentlichte von den Ideen Lockes inspirierte Streitschriften, die ihn zum Vordenker der amerikanischen Patrioten machten. In seinen Schriften erkannte er zunächst die Oberhoheit der britischen Krone an, setzte sich aber immer stärker für die Rechte der Menschen Amerikas und gegen die britische Steuerpolitik ein. 1774 entsandte Virginia ihn in den Kontinentalkongress, wo er der entscheidende Verfasser der Unabhängigkeitserklärung wurde. Er war danach weiterhin als Abgeordneter in Virginia tätig. Dort kämpfte er besonders für die Reform des Rechtssystems. Seine Schwerpunkte waren die Humanisierung des Strafrechts, das Bildungswesen und die Trennung von Staat und Kirche. Dazu verfasste er in drei Jahren insgesamt 126 Gesetzentwürfe, die aber nur teilweise im virginiaschen Parlament durchkamen. .

Von 1779 - 1781 wurde Jefferson zum Gouverneur von Virginia gewählt. Während seiner Amtszeit tobte der Unabhängigkeitskrieg. Die Briten marschierten zweimal in Virginia ein und besetzten u. a. für kurze Zeit Richmond.

Nach 1781 zog sich Jefferson zunächst auf sein Anwesen Monticello zurück. Hier schrieb er seine später berühmt gewordenen „Notes in the State of Virginia“. 1782 starb seine Frau bei der Geburt ihres sechsten Kindes. 1783 war Jefferson nochmals Abgeordneter im Kontinentalkongress.

Von 1785 bis 1789 war Jefferson als amerikanischer Gesandter in Frankreich tätig, konnte sich also an der Diskussion um die Verfassung der USA nur aus der Ferne beteiligen. Er bemängelte, dass in der ausgearbeiteten Verfassung eine Bill of Rights fehlte und forderte eire befristete Amtszeit für die Präsidenten.

1789 erlebte Jefferson den Ausbruch der französischen Revolution in Paris und wirkte dort sogar an der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte mit, kehrte aber Ende September nach Amerika zurück und wurde dort von George Washington zum Außenminister berufen. In Washingtons Kabinett geriet Jefferson in politischen Gegensatz zu dessen Finanzminister Alexander Hamilton. Beide Politiker hatten ihre Anhänger, und so führten ihre Konflikte schließlich zur Bildung der ersten amerikanischen Parteien: Um Hamilton formierten sich die Föderalisten, um Jefferson und Madison die spätere Demokratisch-Republikanische Partei..

Jefferson zog sich schließlich - von den Streitereien enttäuscht - 1793 aus der Politik zurück und widmete sich dem Ausbau von Monticello. 1796 ließ er sich von der Demokratischen Partei zum Präsidentschaftskandidaten aufstellen. Die Wahl gewann jedoch der Föderalist John Adams und Jefferson wurde Vizepräsident. Während seiner Vizepräsidentschaft setzten sich die Konflikte mit Hamilton weiter fort. Jefferson schrieb in dieser Zeit ein politisches Handbuch.

John Adams, Jeffersons Kontrahent in den Präsidentschaftswahlen von 1796 und 1800, verlor die zweite Wahl im Jahr 1800 gegen Jefferson. Und dieser wurde damit der dritte Präsident der USA.

23.07.2007 um 16:18 Uhr

USA 1774; Kentucky, der 15. Bundesstaat

Kentucky erstreckt sich westlich von Virginia von den Allegheny Mountains bis zum Mississippi und nördlich zum Ohio. 1682 hatte schon der französische Forscher Sieur de La Salle die Gegend erkundet; er machte damals seine berühmte Flussfahrt auf dem Mississippi, aber die Franzosen waren mehr an New Orleans interessiert und besiedelten Kentucky nicht. So blieb das Land zunächst der Lebensraum verschiedener Indianerstämme, die auch mit den Siedlern Handel trieben. 1750/51 machten einige amerikanische Forscher in dieser Wildnis erste Erkundungs-Expeditionen, doch der Ausbruch des French and Indian War 1754 unterbrach ihre Bemühungen.

1767 nahm der amerikanische Trapper Daniel Boone die Erkundungen wieder auf. Er gründete das erste Fort, ließ eine Trasse für die erste Straße bahnen, die so genannte Wilderness Road , und erschloss so Kentucky für die spätere Besiedlung. (Boone war übrigens Fenimore Coopers Trapper-Vorbild für den "Lederstrumpf".)

1774 gab es in Kentucky die erste Siedlungsgründung durch den Soldaten James Harrod, die denn auch Harrodsburg genannt wurde. 1775 gründete Boone die nach ihm benannte Siedlung Boonesboro.

Es kamen nun immer mehr Siedler in das fruchtbare Land. Sie wurden durch den Staat Virginia ermuntert, der dieses Gebiet zunächst für sich beanspruchte. Die Indianer wehrten sich gegen diese Besitznahme mit Überfällen auf die Siedler, aber vergeblich. 1774 besiegte eine Armee aus Virginia die in Kentucky lebenden Indianervölker entscheidend und zwang sie, sich in das Gebiet jenseits des Ohio zurückzuziehen. Boone kaufte den Indianern einen Großteil ihres Landes im Auftrag der inzwischen gebildeten Transylvania Company ab. Das abgetretene Gebiet hatte eine Gesamtfläche von etwa 6,9 Millionen Hektar. Die Investoren zahlten den Indianern dafür nur 10000 US-Dollar. Die Volksvertretung von Virginia weigerte sich aber zunächst, die Gültigkeit des Deals anzuerkennen.

Während des Unabhängigkeitskrieges fanden auf dem Gebiet von Kentucky erbitterte und blutige Kämpfe statt, an denen auch Indianer beteiligt waren. Die Engländer hatten kanadische Ranger und deren indianische Verbündete in das Gebiet geschickt mit der Vorgabe, die dortigen Forts anzugreifen und zu erobern. Es gab sehr verlustreiche Kämpfe, die schließlich die amerikanischen Siedler gewannen. Die Eindringlinge mussten sich zurückziehen, verschleppten dabei aber zahlreiche amerikanische Siedler auf englisches Gebiet, die in indianischer Gefangenschaft fast alle umkamen.

Die von dem Richter Henderson geleitete Transylvania Company strebte von Beginn an danach, Kentucky zu einem eigenen Staat zu ma chen. Das scheiterte zunächst am Widerstand von Virginia, und so wurde das Gebiet anfänglich zum Verwaltungsbezirk Kentucky County, mit Harrodsburg als Verwaltungssitz und mit eigenen Abgeordneten im Parlament von Virginia. Erst 1792 schloss man einen Kompromiss, und Kentucky konnte als selbständiger Bundesstaat zum 15. Mitglied der amerikanischen Union aufsteigen.

Kentucky wurde berühmt für seinen Whiskey und seine Pferde. Schon 1798 bauten Investoren eine erste Pferderennbahn nach englischem Vorbild.

In Kentucky (südlich von Louisville) steht heute der amerikanische Goldtresor von Fort Knox.

20.07.2007 um 10:40 Uhr

USA 1774; Vermont, der 14. Bundesstaat

Die junge Republik wuchs rasch. Zwischen 1795 und 1814 traten Vermont und Kentucky als 14. und 15. Staaten den USA bei.

Vermont liegt im Norden Neuenglands und war ursprünglich französische Kolonie. Der französische Entdecker Samuel de Champlain hatte das Gebiet im Jahre 1609 „Les Verts Monts" (Grüne Berge) genannt. Etwa ¼ der heutigen Bevölkerung ist dort französischer oder frankokanadischer Herkunft, und die französische Sprache ist besonders im Norden des Staates noch als Umgangssprache gebräuchlich.

Mit dem Ende des Franzosen- und Indianerkrieges 1763 verlor Frankreich das Gebiet an Großbritannien. Es wurde zunächst von den angrenzenden rivalisierenden neuenglischen Kolonien kontrolliert. Es kamen nun große Siedlerströme aus Connecticut, aber auch viele Zuwanderer aus Irland und Deutschland nach Vermont.

Auch diese Kolonisten kämpften entschlossen für ihre Unabhängigkeit gegen das englische Mutterland. Bedeutsam wurden die "Green Mountain Boys" unter Ethan Allen, der aus Connecticut stammte und als Offizier in der Revolutionsarmee diente. Berühmt ist deren überraschende Besetzung des Forts Ticonderoga im Jahr 1775.

1777 erklärte sich Vermont zur selbständigen unabhängigen Republik und gab sich die erste geschriebene Verfassung. 1791 trat der Staat den USA als 14. Mitglied bei.

21.03.2007 um 09:04 Uhr

USA 1774; Die Hauptstadt Washington D.C.

Die erste Hauptstadt der USA war New York (1788-1790). George Washington hat seinen Präsidenten- Amtseid dort auf dem Balkon des alten Rathauses abgelegt. Von 1790 an war Philadelphia ( das übrigens von Einwanderern aus Krefeld gegründet wurde) für zehn Jahre Hauptstadt. Ab 1800 sollte dann der endgültige Regierungssitz bereitstehen.

Präsident Washington wählte hierfür ein Gebiet am Potomac, für das sowohl Maryland als auch Virginia im Jahre 1791 Land abtraten. Auf dem dortigen Wiesen- und Sumpfland am linken Ufer des Potomac-River wurde die neue Hauptstadt geplant und errichtet.

Washington D.C. war also im Kern keine gewachsene Stadt. Es wurde auch kein Staat der USA, sondern als neutrales Gebiet ein Bundesdistrikt, den der Kongress verwaltete. Das „D“ steht für Distrikt, das „C“ für Columbia (nach Kolumbus benannt). Das machte man, um die Regierung und den Kongress dem Zugriff der damals noch sehr mächtigen Einzelstaaten zu entziehen.

Der Bau der neuen „Federal City " wurde auf dem Reißbrett geplant und im Jahre 1792 mit dem künftigen Amtssitz der US-Präsidenten, dem Weißen Haus , begonnen. Pierre Charles L'Enfant, ein aus Frankreich stammender Künstler und Wissenschaftler, war der Chefplaner. Er ließ sich vermutlich vom - an sich barocken - Grundriss der Stadt Karlsruhe inspirieren, der Thomas Jefferson auf seiner Deutschlandreise 1788 beeindruckt hatte. Wie in Karlsruhe, wo das Schloss der Mittelpunkt war, ist dies in Washington das Kapitol, von dem aus 4 große Avenuen in die vier Himmelsrichtungen gehen. Wie man auf dem Foto erkennen kann, gibt es in Washington auch keine Wolkenkratzer, weil kein Gebäude höher sein darf als das Kapitol.

L’Enfant war nach einem Kunststudium in Paris mit dem Marquis de Lafayette nach Amerika gekommen, war während des Unabhängigkeitskrieges in der amerikanischen Armee und hatte sich mit George Washington angefreundet. Der bat ihn, den Stadtplan für Washington D.C. zu entwickeln. Die Gebäude, die L’Enfant hierfür entwarf, erinnerten an die Prachtbauten im alten Rom und entsprachen dem damaligen Baustil des französischen Klassizismus.

Am 11. Juni 1800 wurde Washington (D. C.) als ständige Hauptstadt der Vereinigten Staaten in Betrieb genommen.

Die Gebäude, die heute dort stehen, sind aber nicht die Originalbauten. Die haben die Briten im Britisch-Amerikanischen Krieg nach ihrem Sieg bei Bladensburg ( August 1814 ) größtenteils niedergebrannt. Das Kapitol war nach den Worten des Architekten Latrobe nur noch „A most magnificent ruin. Die Historiker meinen, dass dies vermutlich eine militärische Demütigung der jungen Republik und eine Warnung, sich nicht mit den Briten anzulegen, bewirken sollte.

Einen anschließenden britischen Versuch, auch Baltimore zu erobern, konnten die Amerikaner abwehren. 

13.03.2007 um 10:16 Uhr

USA 1774: Freimaurerei

Die Freimaurer - englisch free masons - waren ursprünglich die in den mittelalterlichen Dombauhütten organisierten Steinbildhauer oder Baumeister - im Gegensatz dazu waren die roughstone-masons eher für die gröberen Arbeiten zuständig. Die Free Masons waren also die „feinere“ Vereinigung, die sich später in Logen organisierte, also gegenüber der Öffentlichkeit abgrenzte, Mitglieder nur nach bestimmten Kriterien aufnahm und diese verpflichtete, über Interna Stillschweigen zu bewahren. Ihre Wahrzeichen waren Zirkel und Winkel. Da im Mittelalter Lesen und Schreiben noch nicht weit verbreitet waren, die Steinmetze aber häufig zur nächsten Baustelle wanderten, benutzten die Gilden geheim gehaltene Passwörter und sonstige Erkennungszeichen, einfach um sich andernorts gegenüber den Logenbrüdern zu legitimieren. Ebenso wurden die überkommenen Gebräuche mündlich weitergegeben.

Zunächst bestanden die Logen nur aus Fachleuten, die das gemeinsame Ziel verband, ein Gro0bauwerk zu errichten. Als aber die Bautätigkeit im 16. und 17. Jahrhundert infolge der verheerenden Kriege zurückging, nahm man (zunächst in England und Schottland) mehr und mehr Nichtfachleute als Mitglieder auf, was für die Logen eine finanzielle Hilfe bedeutete und andererseits für die 'angenommenen' Maurer gewisse Vorteile aufgrund der den Bauhütten eingeräumten Privilegien brachte. Auch als die Logen sich allmählich ganz von der Werkmaurerei lösten und nur noch aus 'spekulativen' Maurern bestanden, wurde das überkommene Brauchtum beibehalten.

Und an ihrem Brauchtum halten die Freimaurer eisern fest. Das unterscheidet sie von Clubs mit ähnlichen ethischen Zielsetzungen - wie Rotary oder Lions - und bringt sie in den Ruf der Geheimbündelei. Man kann aber in jeder Bibliothek über ihre Riten nachlesen, nur erleben kann man sie als Außenstehender nicht. So ist zum Beispiel die Aufnahme eines 'Suchenden' in eine Loge ein mehrstündiger ritueller Akt, dessen Verlauf Erlebnischarakter haben soll. Eine solche feierliche Initiation erfolgt im Rahmen einer so genannten Tempelarbeit, zu der Außenstehende nicht zugelassen sind. Dabei ist der Begriff Tempelarbeit nicht religiös gemeint. Er rührt vielmehr daher, dass der Freimaurer sich als Mitwirkender am Bau eines Tempels der Humanität sieht, wobei seine wichtigste persönliche Aufgabe die Selbsterkenntnis und die Arbeit an sich selbst ist, allerdings mit dem Ziel, seine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft besser zu erfüllen. ( Ich habe mich hier an den Text gehalten, der in dem Link zur Tempelarbeit zu finden ist.) Der Freimaurer Mozart war in seiner „Zauberflöte “ also gar nicht so realitätsfern.

Durch sein Gelöbnis ist ein Freimaurer an Verschwiegenheit gebunden. Dies gilt als Grundvoraussetzung für einen freien Ideen- und Meinungsaustausch innerhalb der Loge. Innerhalb der Logen gibt es verschiedene Grade: Vom Suchenden wird der Logenbruder zum Lehrling, dann zum Gesellen und schließlich zum Meister. Der jährlich gewählte „Meister vom Stuhl“ leitet die Loge. Daneben gibt es noch Hochgrade in verschiedener Ausprägung. Abgestimmt wird mit weißen und schwarzen Kugeln (Kugelung).

Freimaurerei ist keine Religion, aber im Prinzip deistisch. Grundsätzlich werden Mitglieder aller Glaubensbekenntnisse aufgenommen. Das richtet sich nach den jeweiligen Aufnahmebedingungen der Logen. Die Freimaurer kennen als Symbol der Gottesvorstellung den Allmächtigen Baumeister aller Welten. Weiteres bleibt dem persönlichen Glauben eines jeden Bruders vorbehalten.

12.03.2007 um 12:07 Uhr

USA 1774; die amerikanischen Freimaurer

von: kulturfanzwo   Kategorie: USA 1774 Die junge Republik   Stichwörter: Freimaurer

Ergänzend zu den Berichten über Benjamin Franklin und George Washington ist noch zu sagen, dass beide Politiker Freimaurer waren.  Georg WashingtonQuelle lexitv hat bei seinem Präsidenten-Amtseid eine Hand auf die Bibel der Freimaurerloge von New York gelegt. Die Grundsteinlegung für das Capitol in Washington hat er ebenfalls nach den Riten der Freimaurer vollzogen. Benjamin Franklin hatte bei seinem Aufenthalt in Paris Kontakt zur dortigen Loge. Auch der Marquis de La Fayette war Freimaurer.

Von den 56 Persönlichkeiten, die die amerikanische Unabhängigkeitserklärung am 04.07.1776 unterschrieben haben, gehörten erstaunlich viele dem Bunde der Freimaurer an, wobei die exakten Zahlen bei den Historikern schwanken. Die Grundideale der Freimaurerei Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität entsprechen ja auch den Zielen der Revolution. Man sollte daraus aber nicht schließen, dass die amerikanische Revolution ein Werk der Logen gewesen wäre. Die amerikanischen Revolutionäre waren ohnehin vom Gedankengut der Aufklärung beseelt und handelten aus persönlichem Entschluss und in eigener Verantwortung. Man findet natürlich im Internet viele Spekulationen , doch ist wohl weder anzunehmen, noch zu beweisen, dass die Revolutionäre vor der Erklärung ihre Logen konsultierten.

24.02.2007 um 15:34 Uhr

John Adams. der 2. US-Präsident (1797-1801),

John Adams wurde 1735 in der Stadt Quincy in Massachusetts geboren. Sein Vater John bewirtschaftete dort in der 4. Generation eine große Farm, Die Vorfahren waren bereits 1636 aus England gekommen.
Adams erhielt eine Universitätsausbildung in Harvard, studierte Verfassungsrecht und arbeitete als Rechtsanwalt. Er bewunderte Montesquieu und John Locke. Schon früh entwickelte er ein schriftstellerisches Talent, hielt die Geschichte der Kolonien fest und schrieb politische Essays. 1768 zog er nach Boston. Dort kam er durch seinen Cousin Samuel Adams mit den sons of liberty in Berührung (s. Boston-Tea-Party).

1764 hatte Adams die 1744 geborene Abigail Smith geheiratet, eine sehr gebildete junge Dame, die aus gutem Hause stammte. Das Ehepaar bekam 6 Kinder. Ihr Sohn John Quincy wurde der 6. Präsident der USA. Auch Abigail hatte schriftstellerische Ambitionen und Interesse an Politik. Sie trat für die Frauenrechte ein. Erhalten und teilweise veröffentlicht sind Auszüge ihres Briefwechsels . Daraus geht hervor, dass sie ihren John auch politisch beraten hat. Sie war im gesellschaftlichen Umgang sehr sicher, so dass auch Martha Washington sie in Fragen der Etikette gern zu Rate zog.

John Adams hatte durch seine fundierten Kenntnisse des Verfassungsrechts und durch seine politischen Schriften maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Demokratie. Er verteidigte seine Ideen in zahllosen Debatten leidenschaftlich, zielstrebig und mutig.

Die Auseinandersetzungen um die nordamerikanische Unabhängigkeit brachten Adams in die vorderste Reihe der Revolutionäre. 1765 verfasste er sein Essay gegen das Stempelsteuergesetz, das er als rechtswidrig bezeichnete, weil das besteuerte Gebiet keinen Vertreter im englischen Parlament hätte. Und im gleichen Jahr schrieb er anonym viel beachtete Artikel in der Boston Gazette. Er vertrat die Auffassung, dass das Gesetz herrschen solle, nicht der Mensch über den Menschen. In seinen Essays von 1774/75 bezog er Stellung für den Widerstand der Kolonien und vertrat den damals revolutionären Standpunkt, dass das britische Empire nichts anderes sei als ein Verbund autonomer Einheiten. Sein Werk Thoughts on Government von 1776 wurde praktisch ein Handbuch für die Ausarbeitung der ersten Verfassungen in den nordamerikanischen Staaten. In weiteren Werken bekräftigte er seine Überzeugung, dass nur eine ausdrückliche Beschränkung der staatlichen Macht und der vom Volk ausgehenden Impulse dem Bösen im Menschen und den Schwächen der Gesellschaft trotzen könne.

Andererseits verschaffte Adams 1770 erfolgreich den britischen Soldaten, die beim Boston-Massaker Einwohner der Kolonie getötet hatten, einen fairen Prozess. Er verteidigte sie mit dem Argument, dass ihr Einsatz von Gewalt auf Grund ihrer Angst um Leib und Leben notwendig gewesen war.

Von 1774 bis 1778 war John Adams Mitglied des Kontinentalkongresses und unterstützte die Ernennung von Washington zum Oberbefehlshaber. Sein Einfluss war damals groß, und er trieb den Prozess der Unabhängigkeit ungeduldig voran. Er trat als leidenschaftlicher Vertreter der historischen Rechte der Engländer und der Menschenrechte auf. 1776 wurde er in das Komitee berufen, das die Unabhängigkeitserklärung ausarbeiten sollte. Dort hatte er an der Formulierung großen Anteil. Später war er maßgeblich an der Ausarbeitung der vorbildhaften Verfassung von Massachusetts beteiligt.

1778 entsandte der Kongress Adams und John Jay zur Unterstützung von Benjamin Franklin nach Europa. Adams ging zunächst nach Holland, Jay nach Spanien. Adams handelte zusammen mit Franklin und Jay den Frieden von Paris aus, der 1783 den achtjährigen Britisch-Amerikanischen Krieg beendete. Von 1785 bis 1788 war Adams dann amerikanischer Gesandter in Großbritannien An dem gleichzeitig stattfindenden Verfassungskonvent in Philadelphia konnte er daher nicht teilnehmen.

Bei den Präsidentschaftswahlen von 1788 und 1792 hatte sich John Adams auch beworben, unterlag aber Georg Washington und wurde 1789 der erste Vizepräsident des Landes. In dieser Funktion beschränkte er sich auf den Senatsvorsitz.

Er hat dann bei den Präsidentenwahlen 1796 - bei denen Washington nicht mehr kandidieren wollte - Thomas Jefferson besiegt.

Adams' Präsidentschaft von 1797 bis 1801 war wenig glücklich. Es gab Auseinandersetzungen mit allen möglichen Widersachern. Besonders nachteilig war seine Gegnerschaft zu Alexander Hamilton. Adams war zwar intellektueller und gebildeter als sein Vorgämger Washington, aber eine integrierende Persönlichkeit wie dieser ar er wohl nicht. So konnte er nicht verhindern, dass seine Amtszeit geprägt war:

a) von Intrigen gegen ihn aus seiner eigenen Partei, die von Alexander Hamilton angeführt wurden,

b) von dem Konflikt um die von seiner Regierung eingeleiteten Maßnahmen gegen die Opposition, insbesondere um die Aufruhr- und Fremdengesetze, die auch die Pressefreiheit einschränkten.

c) von einer schweren Krise in den amerikanisch-französischen Beziehungen, in deren Verlauf Adams ja auch George Washington - wenn auch nur nominell - wieder reaktivieren musste. Den Konflikt - den ebenfalls Alexander Hamilton geschürt hatte - konnte Adams im Einvernehmen mit dem französischen Außenminister de Talleyrand schließlich beilegen.

Bei den Präsidentschaftswahlen des Jahres 1800 gewann dann der Republikaner Thomas Jefferson .

Nach dem Ende seiner Präsidentschaft widmete sich Adams wieder ausgiebig seiner Schriftstellerei. Er starb am 4.Juli 1826 in Quincy (Massachusetts), am gleichen Tag wie Thomas Jefferson.

Sonderlich populär war John Adams wohl nicht. Wenn man bei google unter "Monuments " sucht, findet man bei ihm deutlich weniger Einträge aös bei Jefferson oder Washington.

21.02.2007 um 09:37 Uhr

1774 USA;Die Amtsführung von George Washington

von: kulturfanzwo   Kategorie: USA 1774 Die junge Republik   Stichwörter: George, Washington

Nach der Übernahme seines Amtes hatte Washington politisches Neuland zu betreten, und in seiner besonnenen Art war ihm wohl auch bewusst, dass jede seiner Handlungen ein Präzedenzfall sein könnte. Aber dass seine Amtszeit sowohl für den Stil als auch für die Amtsführung aller weiteren Präsidenten derart prägend. werden sollte, ob er das voraussehen konnte?

Prägend waren insbesondere folgende seiner Handlungen:

1. Washington bemühte sich, das Amt des Präsidenten zu stärken und aus allen Parteikonflikten herauszuhalten. Auch dessen Abgrenzung zum Kongress war ihm wichtig.

2. Um eine funktionierende Bundes-Exekutive aufzubauen, führte er ein Kabinett ein, das in dieser Form von der Verfassung eigentlich nicht vorgesehen war. Seine ersten Mitstreiter waren:

Vizepräsident John Adams 1789–1797 (der ja gewählt war)

Außenminister Thomas Jefferson 1789–1793

Finanzminister Alexander Hamilton 1789–1795

Kriegsminister Henry Knox 1789–1794

Justizminister Edmund Randolph 1789–1793

Postmeister Samuel Osgood 1789–1791
Die erste reguläre Kabinettsitzung fand aber erst 1793 statt.
3. Washington musste widerstrebende parteipolitische Kräfte in seine Regierung einbinden, um diese aus einem möglichen Parteienstreit herauszuhalten. Schon damals zeichneten sich nämlich die beiden großen Strömungen der Federalists und der Democratic-Republicans in der amerikanischen Parteienlandschaft ab. Washington, der eine starke Führungspersönlichkeit war, löste dieses Problem geschickt, in dem er z. B. den Föderalisten Alexander Hamilton zum Finanzminister und den Republikaner Thomas Jefferson zum Außenminister berief und diesen weitgehend freie Hand ließ.

4. Wirtschaftspolitisch, besonders in der Grunderwerbspolitik, förderte Washington eher die wirtschaftlichen Eliten des Landes, was ja auch seinem Selbstverständnis als Großgrundbesitzer entsprach. Den in der Federal-Convention ausgehandelten Kompromiss in der Sklavenfrage rührte er nicht an. Da war er als Besitzer von 390 Sklaven selbst involviert.

5. In der Außenpolitik verfolgte Washington das Prinzip einer strikten Neutralität. Er beharrte auch auf dieser Position, als 1793 der Krieg zwischen dem revolutionären Frankreich und der Koalition aus Großbritannien, Preußen und Österreich ausbrach, was ihm von Frankreich und auch von etlichen Landsleuten ziemlich verübelt wurde. Als der damalige französische Botschafter, der Bürger Genêt , in Amerika begann, eine Freiwilligentruppe gegen die Spanier in Florida anzuwerben und Freibeuterbriefe auszustellen, kam es zur Citizen Genêt-Affäre, in der Washington seine Neutralitätspolitik energisch behauptete.

6. Washington bemühte sich auch um bessere Beziehungen zu der früheren Kolonialmacht England. Er setzte gegen erheblichen innenpolitischen Widerstand 1795 seine Unterschrift unter den Jay-Vertrag , der einige Differenzen mit England bereinigte, die seit dem Unabhängigkeitskrieg bestanden. Der Vertrag bekam seinen Namen nach John Jay, dem damaligen Vorsitzenden des Supteme Courts, der ihn zusammen mit Alexander Hamilton in England aushandelte. Der Vertrag war insbesondee handelspolitisch das Beste, was damals zu erreichen war. Doch war er in Amerika so unpopulär, dass Hamiltoin sogar von Bürgern mit Steinen beworfen wurde.

7. Natürlich brauchte die Bundesregierung für ihre Aktivitäten auch Geld, also Steuereinnahmen. 1791 führte sie eine Verbrauchssteuer auf Whiskey ein, die im amerikanischen Grenzgebiet sehr unpopulär war. Im Juli 1794 kam es darüber in Pennsylvania zur „Whiskey-Rebellion “. Ein Bundesmarschall wurde vom Pöbel angegriffen und das Haus eines regionalen Steuerbeamten niedergebrannt. Auch in diesem Fall setzte sich Washington energisch durch. Einen Monat später schickte er ca. 13.000 Soldaten zur Unterdrückung der Unruhen nach Pennsylvania.

1797 endete die Amtszeit von George Washington, der sich nun aus der Politik zurückzog und auf sein Gut Mount Vermont zurückkehrte.

1798 wurde George Washington noch einmal für die amerikanische Politik bedeutsam. Um Frankreich von einem Krieg mit den USA abzuschrecken, übertrug der nunmehr amtierende Präsident John Adams ihm nochmals den Oberbefehl über die amerikanischen Streitkräfte, den Washington zum Glück aber nur nominell wahrnehmen musste.

19.02.2007 um 19:03 Uhr

George Washington, der erste Präsident der USA

von: kulturfanzwo   Kategorie: USA 1774 Die junge Republik   Stichwörter: George, Washington

George Washington soll keine heroische  Lichtgestalt gewesen sein, wie sie manche Biographen zeichnen. In seiner ruhigen und besonnenen Art spielte er dennoch eine bedeutende Rolle bei der Verwirklichung der Verfassung. Er hatte starke Führungsqualitäten und war in der damaligen Situation die Integrationsfigur, welche die  widerstreitenden Parteien zu einem Ziel zusammenführen konnte. Zwar hielt er sich bei der Erarbeitung der Verfassungs-Beschlüsse im Hintergrund, doch sein hohes Ansehen im Konvent und bei der Bevölkerung bewirkte, dass die reformierte Verfassung in den Jahren 1787/88 in den meisten nordamerikanischen Einzelstaaten ratifiziert wurde.

1789 war es so weit: Nach der Ratifikation der Verfassung durch neun der dreizehn Einzelstaaten gab das Wahlmännerkollegium am 4. Februar 1789 die einstimmige Wahl George Washingtons zum ersten Präsidenten der USA bekannt. Gern hat Washington das neue politische Amt nicht übernommen. Er schreibt in sein Tagebuch: „Um zehn Uhr sagte ich Mount Vernon, dem Privatleben und dem häuslichen Glück Lebewohl und machte mich mit den ängstlichen und schmerzlichsten Gefühlen auf den Weg nach New York“.

Auch Martha Washington wäre ein ruhiges Privatleben lieber gewesen. Doch schnell akzeptierte sie ihre Rolle als First Lady und richtete im Wohnzimmer ihres Hauses in New York ihre bekannt vortrefflichen Dinner-Partys für viele Würdenträger aus, die damals noch ohne großes Protokoll abliefen. Als "Gastgeberin der Nation" wurde sie zum Vorbild für alle ihre Nachfolgerinnen.

An 30.04.1789 wurde George Washington in der Federal Hall in New York vereidigt. Wie wichtig seine Person für das Nationalgefühl der Amerikaner war, zeigt sich an einer Zeitungsnotiz, die den Stolz darüber bekundete, dass der Präsident bei diesem Akt einen Anzug trug, der ausschließlich in den USA gefertigt worden war.

Mit der Übernahme des mächtigen Präsidentenamtes im Jahre 1789 betrat George Washington politisches Neuland. Er war ja weltweit der erste demokratisch gewählte Staatspräsident der Neuzeit. 1792 wurde er mit großer Mehrheit wieder gewählt. Seine besonnenen Handlungen machten ihn zum Vorbild für alle seine Nachfolger. Er hätte damals auch König werden können. Dass er seine Macht nicht persönlich ausnutzte und ohne Bedauern im Jahre 1797 wieder abgeben konnte, rechnen ihm die Historiker als seine vorbildlichste historische Tat an.

Bereits im Jahr 1799 ist George Washington auf seinem Landsitz verstorben. In seinem 42seitigen Testament hatte er u. a. die Freilassung aller seiner Sklaven und Sklavinnen verfügt. Martha Washington starb 1802 ebenfalls auf Mount Vermont, das heute Museum ist.

In einer Gedenkrede vor dem amerikanischen Kongress sagte General Henry Lee, ein Freund von George Washington, folgendes über ihn: „First in war, first in peace and first in the hearts of his countrymen" .