Liebes Lusel!
Wie ich dich um deine Muße beneide!
Ich erinnere mich, daß ich einstmals Bücher schreiben wollte, wenn ich denn nur irgendwann einmal etwas mehr Zeit haben würde. Und als ich sie dann hatte, diese Mehr-Zeit, merkte ich, daß die ganzen Jahre, in denen ich diese vielen dienstlichen Schreiben mit noch mehr Paragraphen drin aufgesetzt hatte, in meinem Kopf saßen. Was da auf dem Papier stand, waren Sätze, die weder schön anzusehen waren, noch zu Herzen gingen - sie klangen wie Zahlungsaufforderungen und Fristsetzungen.
Noch immer beneide ich die Menschen, die Muße haben. Und es scheint sie tatsächlich zu geben. Ich sehe es, wenn ich durch die Blogs schleiche, wo Betrachtungen über Literatur, Musik, den Menschen an der Seite, Verstorbene und nicht zuletzt Selbstbetrachtungen angestellt werden.
Derlei Betrachtungen reizen mich nun nicht mehr. Das Innenleben ist, wie es ist. Und die Menschen drumrum auch. Und im Zweifelsfall gibt es noch so viel zu tun. Selbst an einem Tag wie heute, wo ich meine Zeit für mich und sogar eine leidlich ordentliche Wohnung habe.
Gestern war ich in einem vom diesen exklusiven Haushaltswarenläden, wo man ein einzelnes Messer für ein paar Hundert Euro kaufen kann. Ich traf dort eine Kollegin, die mich fragte, ob ich etwas gefunden hätte, und ich antwortete: "Dinge, die die Welt nicht braucht!". Tatsächlich ziehe ich eher in Erwägung, mich von Dingen zu trennen, statt neue hinzuzukaufen. Der Laden hier ist eh schon viel zu vermüllt. Manchmal fürchte ich, ein ganz kleiner Messi wohnt in mir und redet mir ein, ich würde dies und das (obwohl ich es seit Jahren weder benutzt, noch auch nur angesehen habe) ganz sicher noch mal brauchen. Und tatsächlich hat mich die Erfahrung gelehrt, daß man die Dinge stets dann zu brauchen meint, wenn man sie gerade eben endlich fortgeworfen hat.
Und trotzdem sehne ich mich nach Klarheit, Übersichtlichkeit und minimalistischer Ordnung. Am liebsten würde ich in eine von diesen Buchten in einem Möbelhaus ziehen, nachdem ich den dekorativen Schnickschnack weggeworfen habe. Da steht nie mehr, als unbedingt nötig, und die Schränke sind leer. Ich sehne mich nach Schränken, über die man zum Entstauben einfach nur mit dem Lappen drüber fahren muß, statt Mengen von Zeugs abzuräumen, das dann auch noch selbst (am liebsten mit dem Pinsel) zu entstauben ist. Ich sehne mich nach Schränken und Regalen, die schlüssig mit den Wänden verbunden sind, damit man den Dreck nicht sieht oder sich im günstigsten Falle gar keiner daneben oder dahinter absetzen kann. Ich sehne mich nach wegklappbaren Betten, weil das doch tagsüber ungenutzter Raum ist und so ein Bett, sei es so schön gemacht, wie auch immer, etwas Schlampiges hat. Ich sehne mich nach Bücherregalen mit gläsernen , dichten Schiebetüren davor, damit endlich dieser Staub draußenbleibt.
Ich sehne mich nach Sauberkeit, denn der Dreck stielt einem die Zeit, die man sonst frei hätte. Muße. Stattdessen überlege ich, wovon ich mich trennen kann und muß, um Platz für das Kinderbett zu schaffen. Was sicherlich noch ein wenig Zeit hat, aber was man gemacht hat, muß man nicht mehr tun. Und irgendwann fängst das Kind zu krabbeln und zu laufen an; dann sollten manche Dinge von unten nach oben ... Aber ich bin meiner Zeit wohl zu sehr voraus.
Vermutlich liegt es auch gar nicht an der fehlenden Muße, sondern einfach daran, daß man da drinnen irgendwie nicht zur Ruhe kommt. Immer ein schlechtes Gewissen, noch nicht alles, jedenfalls nicht richtig getan zu haben. Wer würde mich hindern, mich jetzt und sofort hinzusetzen und dieses Kleid zu nähen, wenigstens eines von den vielen, die ich schon seit Monaten in meinem Kopf habe? Die Stoffe sind da. Und wenn ´was daneben geht : Pfeif drauf! Ob der Stoff nun dumm rumliegt oder verschnitten wird, ist doch wurscht. Ich kann morgen tot umfallen. Dann wird er eh weggeworfen, weil außer mir keiner in dieser Familie näht. So habe ichs wenigstens getan. Und es könnte ja auch klappen und eine einzigartige Sache werden. Weil nämlich, gäb´s das Zeug, das ich mir vorstelle, von der Stange, würde ich es ja gar nicht erst nähen wollen.
Müßige Gedanken, immerhin.
Ich gehe jetzt, diese Jahrgangszeitschriften aussortieren, die ich seit Jahren nicht mehr angesehen habe. Vielleicht lassen sie sich über e-Bay verscheuern. Wenn nicht, haue ich sie halt weg!
Ich erinnere mich, daß ich einstmals Bücher schreiben wollte, wenn ich denn nur irgendwann einmal etwas mehr Zeit haben würde. Und als ich sie dann hatte, diese Mehr-Zeit, merkte ich, daß die ganzen Jahre, in denen ich diese vielen dienstlichen Schreiben mit noch mehr Paragraphen drin aufgesetzt hatte, in meinem Kopf saßen. Was da auf dem Papier stand, waren Sätze, die weder schön anzusehen waren, noch zu Herzen gingen - sie klangen wie Zahlungsaufforderungen und Fristsetzungen.
Noch immer beneide ich die Menschen, die Muße haben. Und es scheint sie tatsächlich zu geben. Ich sehe es, wenn ich durch die Blogs schleiche, wo Betrachtungen über Literatur, Musik, den Menschen an der Seite, Verstorbene und nicht zuletzt Selbstbetrachtungen angestellt werden.
Derlei Betrachtungen reizen mich nun nicht mehr. Das Innenleben ist, wie es ist. Und die Menschen drumrum auch. Und im Zweifelsfall gibt es noch so viel zu tun. Selbst an einem Tag wie heute, wo ich meine Zeit für mich und sogar eine leidlich ordentliche Wohnung habe.
Gestern war ich in einem vom diesen exklusiven Haushaltswarenläden, wo man ein einzelnes Messer für ein paar Hundert Euro kaufen kann. Ich traf dort eine Kollegin, die mich fragte, ob ich etwas gefunden hätte, und ich antwortete: "Dinge, die die Welt nicht braucht!". Tatsächlich ziehe ich eher in Erwägung, mich von Dingen zu trennen, statt neue hinzuzukaufen. Der Laden hier ist eh schon viel zu vermüllt. Manchmal fürchte ich, ein ganz kleiner Messi wohnt in mir und redet mir ein, ich würde dies und das (obwohl ich es seit Jahren weder benutzt, noch auch nur angesehen habe) ganz sicher noch mal brauchen. Und tatsächlich hat mich die Erfahrung gelehrt, daß man die Dinge stets dann zu brauchen meint, wenn man sie gerade eben endlich fortgeworfen hat.
Und trotzdem sehne ich mich nach Klarheit, Übersichtlichkeit und minimalistischer Ordnung. Am liebsten würde ich in eine von diesen Buchten in einem Möbelhaus ziehen, nachdem ich den dekorativen Schnickschnack weggeworfen habe. Da steht nie mehr, als unbedingt nötig, und die Schränke sind leer. Ich sehne mich nach Schränken, über die man zum Entstauben einfach nur mit dem Lappen drüber fahren muß, statt Mengen von Zeugs abzuräumen, das dann auch noch selbst (am liebsten mit dem Pinsel) zu entstauben ist. Ich sehne mich nach Schränken und Regalen, die schlüssig mit den Wänden verbunden sind, damit man den Dreck nicht sieht oder sich im günstigsten Falle gar keiner daneben oder dahinter absetzen kann. Ich sehne mich nach wegklappbaren Betten, weil das doch tagsüber ungenutzter Raum ist und so ein Bett, sei es so schön gemacht, wie auch immer, etwas Schlampiges hat. Ich sehne mich nach Bücherregalen mit gläsernen , dichten Schiebetüren davor, damit endlich dieser Staub draußenbleibt.
Ich sehne mich nach Sauberkeit, denn der Dreck stielt einem die Zeit, die man sonst frei hätte. Muße. Stattdessen überlege ich, wovon ich mich trennen kann und muß, um Platz für das Kinderbett zu schaffen. Was sicherlich noch ein wenig Zeit hat, aber was man gemacht hat, muß man nicht mehr tun. Und irgendwann fängst das Kind zu krabbeln und zu laufen an; dann sollten manche Dinge von unten nach oben ... Aber ich bin meiner Zeit wohl zu sehr voraus.
Vermutlich liegt es auch gar nicht an der fehlenden Muße, sondern einfach daran, daß man da drinnen irgendwie nicht zur Ruhe kommt. Immer ein schlechtes Gewissen, noch nicht alles, jedenfalls nicht richtig getan zu haben. Wer würde mich hindern, mich jetzt und sofort hinzusetzen und dieses Kleid zu nähen, wenigstens eines von den vielen, die ich schon seit Monaten in meinem Kopf habe? Die Stoffe sind da. Und wenn ´was daneben geht : Pfeif drauf! Ob der Stoff nun dumm rumliegt oder verschnitten wird, ist doch wurscht. Ich kann morgen tot umfallen. Dann wird er eh weggeworfen, weil außer mir keiner in dieser Familie näht. So habe ichs wenigstens getan. Und es könnte ja auch klappen und eine einzigartige Sache werden. Weil nämlich, gäb´s das Zeug, das ich mir vorstelle, von der Stange, würde ich es ja gar nicht erst nähen wollen.
Müßige Gedanken, immerhin.
Ich gehe jetzt, diese Jahrgangszeitschriften aussortieren, die ich seit Jahren nicht mehr angesehen habe. Vielleicht lassen sie sich über e-Bay verscheuern. Wenn nicht, haue ich sie halt weg!
