Liebes Lusel!
Ich mag die Filme aus den Siebzigern und frühen Achtzigern. Also nicht diese Doof-Filme und schon gar nicht die deutschen, nein, mehr so die französischen. Obwohl ich die früher nicht so mochte. Zu problembeladen fand ich sie damals oft. Heute aber spiegeln sie für mich ein Lebensgefühl wider. Wir dachten damals über Geschlechterrollen nach, über Sex, Sexpraktiken, Freizügigkeit. Wir dachten auch nach über Freiheit und neue Lebensformen. Wir fragten uns, wieviel Freiheit so ein monogam konditioniertes Wesen wie der Mensch verträgt, rein beziehungstechnisch. Wie das ist, wenn da Kinder sind. Ob da noch Platz für etwas anderes ist als Monogamie.
Die Geschichte hat uns überholt. Und manchmal glaube ich, wir hätten damals noch ein bißchen mehr nachdenken sollen. Heute bin ich umgeben von inzwischen erwachsenen Kindern, die fertig werden mußten damit, daß ihre Eltern die Freiheit suchten. Kindern, die entwicklungsbedingt jeden Tag ein Stück mehr Unabhängigkeit von ihren Eltern erlangten, gleichwohl um sich herum Stabilität und Grenzen brauchten ... die sie nicht immer gekriegt haben in einem Umfeld, das in Auflösung begriffen war.
Ich sehe Erwachsene, in ihren besten Jugendjahren, die die verletzte Kinderseele verstecken und stattdessen sehr rational zu sein vorgeben, wenn sie sich selbst für bindungsunfähig erklären. Manche von ihnen jedenfalls. Andere stürzen sich mit Brachialgewalt in irgendwelche Beziehungen, in der Hoffnung, sie würden da jenes Maß von Geborgenheit finden, was sie bei ihren Eltern so vermißten. Sie wollen an ihren eigenen Kinder richtig machen, was man an ihnen versäumte. Und sie ahnen nicht, daß sie und ihre noch ungeborenen Kinder in Wahrheit auf das gleiche Schicksal zurasen wie ihre unglücklichen Eltern und sie selbst.
Daß all das so kommen würde, ahnten wir in den Siebziger und Achtzigern noch nicht. Wir fühlten uns frei, alles zu tun, was wir wollten. Wir trugen selbstgenähte Kleidung, die keinem Diktat folgte. Wir lasen Bücher, die wir nicht daheim im Bücherschrank fanden. Wir hörten Musik, klassische, und fanden uns kein bißchen elitär dabei. Wir erschlossen uns die Welt, die für uns nicht weit genug sein konnte.
Wir haben einen hohen Preis gezahlt für all das, wir alle. Den es nicht wert war angesichts dessen, was wir heute in der Welt vorfinden. Was wir damals taten, taten wir im Traum von einer neuen, besseren Welt. Die Welt aber ist seither kein bißchen besser geworden. Im Gegenteil.
Die Geschichte hat uns überholt. Und manchmal glaube ich, wir hätten damals noch ein bißchen mehr nachdenken sollen. Heute bin ich umgeben von inzwischen erwachsenen Kindern, die fertig werden mußten damit, daß ihre Eltern die Freiheit suchten. Kindern, die entwicklungsbedingt jeden Tag ein Stück mehr Unabhängigkeit von ihren Eltern erlangten, gleichwohl um sich herum Stabilität und Grenzen brauchten ... die sie nicht immer gekriegt haben in einem Umfeld, das in Auflösung begriffen war.
Ich sehe Erwachsene, in ihren besten Jugendjahren, die die verletzte Kinderseele verstecken und stattdessen sehr rational zu sein vorgeben, wenn sie sich selbst für bindungsunfähig erklären. Manche von ihnen jedenfalls. Andere stürzen sich mit Brachialgewalt in irgendwelche Beziehungen, in der Hoffnung, sie würden da jenes Maß von Geborgenheit finden, was sie bei ihren Eltern so vermißten. Sie wollen an ihren eigenen Kinder richtig machen, was man an ihnen versäumte. Und sie ahnen nicht, daß sie und ihre noch ungeborenen Kinder in Wahrheit auf das gleiche Schicksal zurasen wie ihre unglücklichen Eltern und sie selbst.
Daß all das so kommen würde, ahnten wir in den Siebziger und Achtzigern noch nicht. Wir fühlten uns frei, alles zu tun, was wir wollten. Wir trugen selbstgenähte Kleidung, die keinem Diktat folgte. Wir lasen Bücher, die wir nicht daheim im Bücherschrank fanden. Wir hörten Musik, klassische, und fanden uns kein bißchen elitär dabei. Wir erschlossen uns die Welt, die für uns nicht weit genug sein konnte.
Wir haben einen hohen Preis gezahlt für all das, wir alle. Den es nicht wert war angesichts dessen, was wir heute in der Welt vorfinden. Was wir damals taten, taten wir im Traum von einer neuen, besseren Welt. Die Welt aber ist seither kein bißchen besser geworden. Im Gegenteil.
