Liebes Lusel!
Gestern unterhielt ich mich mit meinem jungen Kollegen, der gerade von einem Grand-Canaria-Urlaub zurückgekehrt war. Er fährt nicht oft in Urlaub, genaugenommen hat er die Urlaube der letzten Jahre zu Hause verbracht (abgesehen von fünf Tagen in Österreich zu Weihnachten mit seiner Freundin), weil es ihm zu schade ums Geld ist. Auch diesmal hat er vorab gejammert, was man alles mit dem Geld anfangen könnte, wenn man es nicht mit neun Tagen Urlaub verbraten würde. Dabei war es ein wirklich günstiges Angebot!
Ich weiß gar nicht, wie wir drauf gekommen sind - jedenfalls sprachen wir dann über die "Kinder", die heutzutage nicht so recht erwachsen werden wollen. Mein Kollege war der Meinung, die Dinge dauern so lang, wie sie halt dauern. Und die Eltern sollten halt abwarten bis die Nesthocker sich von selbst verflüchtigen. Keinesfalls dürfe es so sein wie bei einem seiner ehemaligen Mit-Azubis, dem von seinen Eltern offeriert worden war, er solle ausziehen, wenn er seine Ausbildung fertig habe.
Ich fand das einen ziemlich guten Zeitpunkt, vielleicht nicht punktgenau, aber doch auch den, den ich mir so ungefähr vorstellte, daß Eltern aufhören könnten, zwingend Eltern zu sein. Natürlich, so räumte ich ein, gäbe es Unwägbarkeiten, gerade heutzutage. Dann nämlich, wenn die Kinder nach der Ausbildung ohne Job dastehen. Das vielleicht wäre nicht unbedingt die Gelegenheit, seinen Elternpflichten zu entsagen. Aber freilich wär´s auch keine Einladung an einen jugendlichen Pensionär, sich bis zur eigentlich Rente auf Mutters und Vaters Kosten ganz zur Ruhe zu setzen.
Mein Kollege wiederum meinte, das wäre ja nun der allerschlechteste Zeitpunkt. Weil man da doch noch kein Geld habe und folgerichtig nichts, um etwas aufzubauen. Und er sprach ganz unvermittelt von dem Geschirr für 180 Euro, das er sich erst unlängst gekauft habe; den ordentlichen Besteckkasten, der mit 80 Euro so teuer dann auch nicht gewesen sei, habe er sich erst im Monat drauf leisten können.
Ich wiederum erinnerte mich an mein erstes Besteck aus Aluminium, das zwar nicht für die Ewigkeit gedacht, aber für den Anfang durchaus ausreichend war. Dafür hatte ich eine neue Küche und eine Waschmaschine, die mein Kollege nach drei Jahren außer Haus noch immer nicht besitzt. Dafür nennt er eine X-Box (deren Wert ich nicht einzuschätzen vermag, die er jedoch stets anführt, wenn er von den Resultaten seiner Nebenbeschäftigung spricht) und einen Beamer sein Eigen. Daß er noch immer zu seiner Mutter zum Wäschewaschen fährt, stört ihn nicht.
Auch mein Hinweis auf diesen Widerspruch störte ihn nicht. Vielmehr war er der Meinung, so ein Nesthocker müsse daheim bleiben dürfen, bis er genug für seine hohen Lebensansprüche gespart hatte. Keinesfalls dürfe der Anfang des eigenständigen Lebens in irgend so einer Bruchbude stattfinden, die sich (wir damals wußten das zu schätzen) durch ihren günstigen Preis auszeichnet. Da müßte alles gleich und richtig da sein.
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Wenigstens verstehe ich jetzt, warum wir unsere Nesthocker nicht mehr loswerden. Vor lauter Spaßhaben kommen die armen Dinger gar nicht mehr dazu, genug zu sparen, damit sie sich eine Zukunft aufbauen können, die ihren Ansprüchen angemessen ist.
Naja, und wenn man das Frühstück fertig vor die Nase gesetzt kriegt, stört es vielleicht nicht so sehr, daß das Geschirr aus Steingut ist, weil die Eltern sich - solange die Kinder noch da sind - das teure Porzellan nicht leisten können.
Ich weiß gar nicht, wie wir drauf gekommen sind - jedenfalls sprachen wir dann über die "Kinder", die heutzutage nicht so recht erwachsen werden wollen. Mein Kollege war der Meinung, die Dinge dauern so lang, wie sie halt dauern. Und die Eltern sollten halt abwarten bis die Nesthocker sich von selbst verflüchtigen. Keinesfalls dürfe es so sein wie bei einem seiner ehemaligen Mit-Azubis, dem von seinen Eltern offeriert worden war, er solle ausziehen, wenn er seine Ausbildung fertig habe.
Ich fand das einen ziemlich guten Zeitpunkt, vielleicht nicht punktgenau, aber doch auch den, den ich mir so ungefähr vorstellte, daß Eltern aufhören könnten, zwingend Eltern zu sein. Natürlich, so räumte ich ein, gäbe es Unwägbarkeiten, gerade heutzutage. Dann nämlich, wenn die Kinder nach der Ausbildung ohne Job dastehen. Das vielleicht wäre nicht unbedingt die Gelegenheit, seinen Elternpflichten zu entsagen. Aber freilich wär´s auch keine Einladung an einen jugendlichen Pensionär, sich bis zur eigentlich Rente auf Mutters und Vaters Kosten ganz zur Ruhe zu setzen.
Mein Kollege wiederum meinte, das wäre ja nun der allerschlechteste Zeitpunkt. Weil man da doch noch kein Geld habe und folgerichtig nichts, um etwas aufzubauen. Und er sprach ganz unvermittelt von dem Geschirr für 180 Euro, das er sich erst unlängst gekauft habe; den ordentlichen Besteckkasten, der mit 80 Euro so teuer dann auch nicht gewesen sei, habe er sich erst im Monat drauf leisten können.
Ich wiederum erinnerte mich an mein erstes Besteck aus Aluminium, das zwar nicht für die Ewigkeit gedacht, aber für den Anfang durchaus ausreichend war. Dafür hatte ich eine neue Küche und eine Waschmaschine, die mein Kollege nach drei Jahren außer Haus noch immer nicht besitzt. Dafür nennt er eine X-Box (deren Wert ich nicht einzuschätzen vermag, die er jedoch stets anführt, wenn er von den Resultaten seiner Nebenbeschäftigung spricht) und einen Beamer sein Eigen. Daß er noch immer zu seiner Mutter zum Wäschewaschen fährt, stört ihn nicht.
Auch mein Hinweis auf diesen Widerspruch störte ihn nicht. Vielmehr war er der Meinung, so ein Nesthocker müsse daheim bleiben dürfen, bis er genug für seine hohen Lebensansprüche gespart hatte. Keinesfalls dürfe der Anfang des eigenständigen Lebens in irgend so einer Bruchbude stattfinden, die sich (wir damals wußten das zu schätzen) durch ihren günstigen Preis auszeichnet. Da müßte alles gleich und richtig da sein.
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Wenigstens verstehe ich jetzt, warum wir unsere Nesthocker nicht mehr loswerden. Vor lauter Spaßhaben kommen die armen Dinger gar nicht mehr dazu, genug zu sparen, damit sie sich eine Zukunft aufbauen können, die ihren Ansprüchen angemessen ist.
Naja, und wenn man das Frühstück fertig vor die Nase gesetzt kriegt, stört es vielleicht nicht so sehr, daß das Geschirr aus Steingut ist, weil die Eltern sich - solange die Kinder noch da sind - das teure Porzellan nicht leisten können.
