Luselei

25.02.2007 um 09:37 Uhr

Liebes Lusel!

Es liegt nicht an der Besserung des Zustandes, daß ich hier kaum noch berichte. Vielmehr liegt es daran, daß man in Monaten gelernt hat, unaufgeregter mit dem scheinbar Unabänderlichen umzugehen.

 Sohn liebt Dickes Mädchen.

 Dickes Mädchen liebt es nicht, ohne Sohn zu sein.

 Am Ende streitet man sich immer.

 Wenn man sich streitet, kommt Mutti (ich) und bittet, das Telefonat zu beenden.

Auf diese Weise kommen wir alle miteinander aus. Sohn ist entspannter, weil er es haßt, sich an allen Fronten zu streiten. Ich bin entspannter, weil ich mich schon hier und da wieder auf die Ankunft meines Halbgaren jeden zweiten Freitag freuen kann. Dickes Mädchen ist nach wie vor nicht entspannt, fällt aber - zum Glück! - in den Zuständigkeitsbereich einer anderen Mutter.

Allerdings denke ich mit Grausen an Halbgarens Praktikum im Mai (drei Wochen), in denen zu befürchten steht, daß Dickes Mädchen tüchtig abdrehen wird. Sie ist es nicht mehr gewöhnt, den Halbgaren so lange Zeit aus ihrem Wirkungsbereich schwinden zu sehen. Lassen wir uns überraschen, im wahrsten Sinne des Wortes. Etwas anderes bleibt einem ja ohnedies nicht übrig.

Und was Dich angeht: Neulich, als ich erklärte, das Kinderbett auf den Boden geschafft zu haben, weil es mir ja nur das Schlafzimmer verstellt und ja offenbar langelange nicht die Aussicht besteht, es mit kindlichem Leben zu befüllen, hast Du mich erstaunt. Tatsächlich war Dir just in jenem Moment eingefallen, daß Du erst neulich darüber nachgedacht hättest, samt Nachwuchs hier zu nächtigen. Demnächst. Damit sich Kind an die Oma und ihre Wohnung gewöhnt.

In der Tat würde es höchste Zeit, wenn da nicht ein ängstliches, fremdelndes Bübchen dermaleinst hier überreicht werden soll. Wenn Du´s dann irgendwann mal brauchst.

Aber diese Idee ist nun auch schon wieder einige Wochen her und der Gedanke hat nichts an Konkretheit gewonnen seither. Vielmehr schien er spontan geboren angesichts eben meiner Gelassenheit, die Dinge auf mich zukommen zu lassen. (Was anderes bleibt mir ja ohnedies nicht übrig. - Es scheint, als würde eine Mutter erwachsener Kinder einen Gutteil ihrer Zeit damit zubringen, die Kinder "kommen" zu lassen. Denn ganz entschieden gehöre ich nicht zu jenen Nervemüttern, die alleweil anrufen und drängeln und jammern und all das.) 

Man ist also entspannter, an allen Fronten, so als Mutter, Großmutter und - wie zu befürchten steht - auch Schwiegermutter in spé.

Ganz entschieden ist das für die Blogleser nicht amüsant genug ... 

 

 

 

 


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