Noch einmal blond!

11.06.2008 um 08:07 Uhr

Fugen und Sex mit Malermeister Brad Alfons Pitt!!

Habe ja gestern versprochen, weiter zu erzählen. Da klingelte es! Hollywood ruft an? Nein, die Haustüre. Hundi Ira rennt bellend auf sie zu, ich äuge durch das Sichtfenster neben der Türe, etwa der Malermeister, der sich nach zwei Jahren erinnert hat, dass er bei mir noch fertig fugen muss? Juhu, tatsächlich sein Firmenwagen steht draussen. War der nicht sehr attraktiv, damals? Ich freue mich, rufe "Momentchen" und werfe mir schnell das durchsichtige Negligé über, ziehe die Lippen knallrot nach und beschwöre Hundi taktvoll wegzusehen!!

Es ist ja so, dass die Frau nach einer Trennung erst einmal ihre Ruhe haben möchte: vor dauerlaufenden Fernsehgeräten, stundenlangem Schweigen des dazu gehörigen Mannes, Beziehungsdiskussionen, die sie als Monolog ganz alleine lautstark an einen Sofa mit Mann führen muss. Etc. mehr davon später. Aber nach einigen Monaten seligem (nun ja)-Solodasein hätte sie gerne wieder einmal kraftvolle Hände an ihren Hüften, einen heissen Männermund auf ihren ausgehungerten Lippen. Und da wäre auch so ein Malermeister grad recht.

Bloss, nun steppt nicht das erhoffte Pitt-Lookalike, sondern ein baumlanger, magerer Mann in farbgefleckten Latzhosen auf Birkenstöcken in mein Wohnzimmer. Im Schlepptau der Lehrling, der die Leiter mit Schwung aufs Parkett knallt. Kaum habe ich gefasst gegrüsst, das Negligé unter einer Jeansjacke versteckt, gehts los. Mit der Arbeit? Nö, mit des Malers Handy. Es klingelt ununterbrochen, und Alfons Pitt eröffnet in meinem Büro ungeniert sein Büro. Es ruft der Ralf, der Kurt, die Frau Müller an, mit denen diskutiert er deren Fugen. Die hat er dann bei mir auch noch gemacht, drei Meter in drei Stunden. Dabei wird der Lehrling detailliert instruiert, über Fugen, über das Leben an sich und das aktuelle Liebesleben des Chefs. Ich höre gebannt zu, kann ja nicht anders, bin ja auch am Arbeiten. Und bin sauer, jeder hat jemanden, sogar dieses Malmonstrums, nur ich nicht. Wieso?

Dann geht die Handwerks-Abordnung ab, und ich träume nachts von einem Malermeister, der klingelt, ich öffne in meinem Flanellnachthemd und dann...

10.06.2008 um 14:37 Uhr

Was wird hier zu lesen sein?

Mittlerweile ist Mittag vorbei, und ich konnte mir ein paar Gedanken machen, wieso ich hier überhaupt schreiben möchte. Beziehungsweise auch noch, denn ich bin Berufsschreiberin. Und da, könnte man sagen, hätte ich genug zu tun. Doch da reden immer einige mit, die dieses oder jenes bekritteln. Aktuell sitze ich grad rum und warte auf eine Rückmeldung einer Redaktion. Bloss sie kommt nicht. Wollen die nicht mehr, wollen die alles anders? Und wieso nehme ich dies alles nicht gelassener nach all den Jahren im Haifischteich Medien? Antwort: Texte sind wie Babys, die hütet man eifersüchtig. Und wenn sie dann publiziert sind und ganz anders klingen, wie ich beabsichtigte, dann stehe ich womöglich ganz blöd da...

Wie auch immer. Um mir meine eigene Schreibe bewahren zu können, sitze ich an dem zweiten Roman, der sich um das Leben danach dreht. Nachdem frau den Ex hinausgebeten hat. Und sich sagt: Verdammt, wie konnte ich bloss so dumm sein, mich total zu vergessen? Und notabene auch die Karriere ins bodenlose Abseits sacken zu lassen. Und darum drehen sich die Romane. Der eine ist beendet, der zweite in Arbeit. Noch habe ich nicht den passenden Verlag gefunden. Oder eher den Mumm, anzurufen und meinen Roman in diesem selbstbewussten Ton: "Ich hätte da einen ganz tollen Roman, der...", anzupreisen. Im Film wäre dann am anderen Ende eine tolles Lektorat, das sagt: O Frau Powergrazie, auf Sie haben wir grad gewartet. Nein, meist sitzt das personifizierte Gähnen am anderen Ende, das rüberbringt: Was, Frau Powergrazie, Sie auch noch? Sorry, die andere Leitung/muss zu Tisch/etc. Und genau solche Situationen erlebt meine Heldin. Beziehungsweise muss es ausbaden, wenn ich es live erlebe.

Nun trudelt grad der Maler ein. Hoffentlich sieht er aus wie Brad Pitt und malt nicht nur... Mehr später!

10.06.2008 um 12:19 Uhr

So und nun gehts heute wirklich los...

Hier sollen meine Gedanken ein Jahr nach der Stunde Null, also Trennung nach 15 Jahre Beziehung, stehen. Es geht nicht um das Entlieben an sich, sondern, was ich danach mit mir anfange. Ich bin durchgestartet und buchstäblich nocheinmal blond! geworden, habe alles versucht und getan, was ich mir all die Jahre zuvor verkniffen habe. Viele Stolpersteine lagen in meinem Weg. Na und! Die sind dazu da, sie wegzuräumen. Nicht immer erfolgreich, aber ich versuche es. Und oh Wunder, es macht sogar Spass...

10.06.2008 um 12:10 Uhr

Her damit - erste Erfolge und Lichtblicke nach der Stunde Ex

So, nun bin ich also auch auf Webblog-Sendung. Sehr gut. Nun müsste mir nur noch etwas Gescheites einfallen...