Oviedo 23.03. und 24.03.09
jetzt bin ich ja schon fast wieder daheim. Lang dauerts ja nicht mehr.
Meine Exkursionen hab ich auch alle abgeschlossen, heut gehts nur noch
mal kurz nach Gijón zu Laura zum Churros essen und Strandspazieren.
Heute ist mal wieder ein Tag, an dem ich nicht fort von hier möchte, schließlich kenn ich die Stadt schon wie meine Westentasche und fühl mich ziemlich wohl. Langsam hab ich mich auch an meinen belebten Wecker gewöhnt, der mich mit ziemlicher Genauigkeit immer 5 nach 9 weckt. Es handelt sich dabei immer noch um die Nachbarn, die über uns wohnen und diesmal war der Weckton ein schreiendes Baby, ein schreiender Opa und eine schreiende Oma. Lucie und ich können nur immer den Kopf über diese Verrückten schütteln. Aber gerade bin ich ja mal wieder im Café, mit dem einzigen ansehnlichen Spanier, der aber, die Vermutung festigt sich immer mehr, wohl schwul ist. Jedenfalls zeugen seine engen Hosen und sein tänzelnder Gang davon.
Wie ihr ja schon seht, bin ich gestern gut von meiner Reise heimgekommen.
Ich bin zuerst mit dem Autobus nach Cangas de Onís gefahren, was ziemlich lange dauerte, weil der Bus jede zittrige Oma am Straßenrand aufgelesen hat. In Cangas hatte ich dann einen kurzen Aufenthalt, den ich genutzt habe um die präromanische Brücke zu bestaunen und mir ein paar Infos zur Region in der Touriinfo zu holen. Sonst hatte Cangas aber nicht so viel zu bieten. Aber ein Plätzchen in der Sonne war noch drin, denn auch gestern war wieder Superwetter. Und bis Freitag bleibts wohl auch so, durchschnittlich 16° und kein Regen. Abgesehen von den ersten paar Tagen hatte ich also ein Riesenglück mit dem Wetter. Es ist nämlich nicht normal, dass der März in Asturien so regenfrei abläuft.
Von Cangas bin ich dann weiter nach Covadonga gefahren. Der Bus wandt sich ein paar Serpentinen nach oben und plötzlich eröffnete sich ein Anblick wie aus dem Märchen. Mitten in der Bergwelt trohnte eine rosa-rot leuchtende Basilika im Sonnenlicht. Vielleicht gefällt sie mir so, weil sie der deutschen Kathedralenarchitektur nachempfunden ist. Jedenfalls war es sehr beeindruckend, auch weil rings um die Basilika der Felsen steil abfiel. Man kann sehr gut nachempfinden, dass dieses Fleckchen Erde sehr lange Zuflucht vor den Mauren bot und letztendlich auch der Ausgangspunkt für die Rückeroberung der Spanischen Halbinsel war. Der König, der maßgeblich dazu beitrug steht auf dem Vorplatz der Basilika: den Blick zu Höherem erhoben grüßt Pelayo. Danach führte mich mein Weg zur "Santa Cueva" einem wichtigen Pilgerort für die Katholiken Spaniens. Hier steht "Santina" eine Maria, zu der schon unzählige spanische Könige und Königinnen pilgerten um ihre Ehre zu erweisen. In dieser Cueva liegt dann auch Pelayo mit Frau und Kind. Die heilige Jungfrau hat wohl sogar einen eigenen Kleiderschrank, da sie auf den verschiedenen Abbildungen jedesmal ein anderes Gewand trägt. Dies riss mich bei ihrem Anblick auch zu dem unheiligen Gedanken hin, ob sie unter ihrer Kutte eventuell sogar nackt ist. Naja, ich hab mir mein Heiligenbildchen inklusive Gebet mitgenommen, vllt ist das ja später mal meine Eintrittskarte ins Himmelreich. Euch hab ich keine mitgebracht, müsst ihr schon selber pilgern.
Die Grotte mit der heiligen Maria ist übrigens in den Fels eingelassen. Sie bietet aber noch Platz für ein paar Reihen Gestühl und einen Altar, neben der improvisierten Kirche fällt der Felsen dann steil nach unten in einen kleinen Teich ab, der von einem kleinen Wasserfall im Gestein unterhalb der Höhle gespeist wird. Der Teich glitzert golden, da die Spanier sich doch gerne mal um ein paar Euro erleichtern um ihren Schöpfer zu bestechen.
Ich hab mich da lieber auf die Suche nach den Trollen im Gehölz gemacht. Die Gegend sah sehr danach aus. Deswegen habe ich den Camino de la Reconquista eingeschlagen, um die Berge zu erklimmen. Nach einer Stunde Bergklettern kam ich dann auch endlich mal auf eine Ebene. Es sah wirklich verwunschen aus, mit der Ruine eines alten Bauernhauses, moosbewachsenen Findlingen und den Schlüsselblumen im Spiel mit Licht und Schatten. Außerdem hörte man außer Vögelgezwitscher, einem Specht und fernen Kuhglocken nichts. Die Fabelwesen aus der asturianischen Mythologie haben sich trotzdem nicht blicken lassen. So bin ich dann nach einigen Minuten der glücklichen Contemplation wieder nach unten gestiegen. Der Abstieg war leider nicht so lustig, da es eine dreiviertel Stunde abschüssig nach unten ging und mir nach einer viertel Stunde schon die Beine zitterten vor ungewohnter Beanspruchung. Ich habs aber heil nach unten geschafft, ich hab nur heute einen Muskelkater in den Waden, der mich hoffen lässt, dass ich bei weiterem Training, mal Steine damit zertrümmern kann.
Danach bin ich dann wieder nach Cangas, wo es mir mal wieder passiert ist, dass ein Spanier dachte die Gelegenheit ergreifen zu müssen und mich ansprach. Diesmal wars einer von der Sorte ungepflegt, das Gesicht voller Krümel und noch bei Mutti wohnend.
Mir ist dabei immer sehr unwohl. Er fragte mich dann auch noch nach meinem Namen und stand dann auf um die Begrüßung nachzuholen, er war aber wenigstens so gut erzogen, dass er an meiner Körpersprache ablaß, dass ich keinen Wunsch hatte, meine Backe an seine zu pressen. Mich schüttelts jetzt noch, wenn ich daran denke, wie die Krümel von seiner Backe an meiner geklebt hätten.
Ich zückte in einem günstigen Moment dann meine Infobroschüren über Cangas um mich darin zu vertiefen und ihm zu signalisieren, dass ich jetzt in Ruhe gelassen werden möchte. Er hat sich dann auch schnell /verkrümelt/.
In Oviedo bin ich dann noch mit Lucie ins Kino in "Los abrazos rotos". Ist ein guter Film finde ich, voller Emotionen und nervlicher Spannung ins Unendliche. Er ist ein modernes Märchen über Abhängigkeiten, Geld und Geheimnisse. Die Spanier mögen Almodovar und seine Muse Penelope Cruz zwar nicht, dafür ich um so mehr :> Ich empfehle ihn wärmstens weiter!
Heute ist mal wieder ein Tag, an dem ich nicht fort von hier möchte, schließlich kenn ich die Stadt schon wie meine Westentasche und fühl mich ziemlich wohl. Langsam hab ich mich auch an meinen belebten Wecker gewöhnt, der mich mit ziemlicher Genauigkeit immer 5 nach 9 weckt. Es handelt sich dabei immer noch um die Nachbarn, die über uns wohnen und diesmal war der Weckton ein schreiendes Baby, ein schreiender Opa und eine schreiende Oma. Lucie und ich können nur immer den Kopf über diese Verrückten schütteln. Aber gerade bin ich ja mal wieder im Café, mit dem einzigen ansehnlichen Spanier, der aber, die Vermutung festigt sich immer mehr, wohl schwul ist. Jedenfalls zeugen seine engen Hosen und sein tänzelnder Gang davon.
Wie ihr ja schon seht, bin ich gestern gut von meiner Reise heimgekommen.
Ich bin zuerst mit dem Autobus nach Cangas de Onís gefahren, was ziemlich lange dauerte, weil der Bus jede zittrige Oma am Straßenrand aufgelesen hat. In Cangas hatte ich dann einen kurzen Aufenthalt, den ich genutzt habe um die präromanische Brücke zu bestaunen und mir ein paar Infos zur Region in der Touriinfo zu holen. Sonst hatte Cangas aber nicht so viel zu bieten. Aber ein Plätzchen in der Sonne war noch drin, denn auch gestern war wieder Superwetter. Und bis Freitag bleibts wohl auch so, durchschnittlich 16° und kein Regen. Abgesehen von den ersten paar Tagen hatte ich also ein Riesenglück mit dem Wetter. Es ist nämlich nicht normal, dass der März in Asturien so regenfrei abläuft.
Von Cangas bin ich dann weiter nach Covadonga gefahren. Der Bus wandt sich ein paar Serpentinen nach oben und plötzlich eröffnete sich ein Anblick wie aus dem Märchen. Mitten in der Bergwelt trohnte eine rosa-rot leuchtende Basilika im Sonnenlicht. Vielleicht gefällt sie mir so, weil sie der deutschen Kathedralenarchitektur nachempfunden ist. Jedenfalls war es sehr beeindruckend, auch weil rings um die Basilika der Felsen steil abfiel. Man kann sehr gut nachempfinden, dass dieses Fleckchen Erde sehr lange Zuflucht vor den Mauren bot und letztendlich auch der Ausgangspunkt für die Rückeroberung der Spanischen Halbinsel war. Der König, der maßgeblich dazu beitrug steht auf dem Vorplatz der Basilika: den Blick zu Höherem erhoben grüßt Pelayo. Danach führte mich mein Weg zur "Santa Cueva" einem wichtigen Pilgerort für die Katholiken Spaniens. Hier steht "Santina" eine Maria, zu der schon unzählige spanische Könige und Königinnen pilgerten um ihre Ehre zu erweisen. In dieser Cueva liegt dann auch Pelayo mit Frau und Kind. Die heilige Jungfrau hat wohl sogar einen eigenen Kleiderschrank, da sie auf den verschiedenen Abbildungen jedesmal ein anderes Gewand trägt. Dies riss mich bei ihrem Anblick auch zu dem unheiligen Gedanken hin, ob sie unter ihrer Kutte eventuell sogar nackt ist. Naja, ich hab mir mein Heiligenbildchen inklusive Gebet mitgenommen, vllt ist das ja später mal meine Eintrittskarte ins Himmelreich. Euch hab ich keine mitgebracht, müsst ihr schon selber pilgern.
Die Grotte mit der heiligen Maria ist übrigens in den Fels eingelassen. Sie bietet aber noch Platz für ein paar Reihen Gestühl und einen Altar, neben der improvisierten Kirche fällt der Felsen dann steil nach unten in einen kleinen Teich ab, der von einem kleinen Wasserfall im Gestein unterhalb der Höhle gespeist wird. Der Teich glitzert golden, da die Spanier sich doch gerne mal um ein paar Euro erleichtern um ihren Schöpfer zu bestechen.
Ich hab mich da lieber auf die Suche nach den Trollen im Gehölz gemacht. Die Gegend sah sehr danach aus. Deswegen habe ich den Camino de la Reconquista eingeschlagen, um die Berge zu erklimmen. Nach einer Stunde Bergklettern kam ich dann auch endlich mal auf eine Ebene. Es sah wirklich verwunschen aus, mit der Ruine eines alten Bauernhauses, moosbewachsenen Findlingen und den Schlüsselblumen im Spiel mit Licht und Schatten. Außerdem hörte man außer Vögelgezwitscher, einem Specht und fernen Kuhglocken nichts. Die Fabelwesen aus der asturianischen Mythologie haben sich trotzdem nicht blicken lassen. So bin ich dann nach einigen Minuten der glücklichen Contemplation wieder nach unten gestiegen. Der Abstieg war leider nicht so lustig, da es eine dreiviertel Stunde abschüssig nach unten ging und mir nach einer viertel Stunde schon die Beine zitterten vor ungewohnter Beanspruchung. Ich habs aber heil nach unten geschafft, ich hab nur heute einen Muskelkater in den Waden, der mich hoffen lässt, dass ich bei weiterem Training, mal Steine damit zertrümmern kann.
Danach bin ich dann wieder nach Cangas, wo es mir mal wieder passiert ist, dass ein Spanier dachte die Gelegenheit ergreifen zu müssen und mich ansprach. Diesmal wars einer von der Sorte ungepflegt, das Gesicht voller Krümel und noch bei Mutti wohnend.
Mir ist dabei immer sehr unwohl. Er fragte mich dann auch noch nach meinem Namen und stand dann auf um die Begrüßung nachzuholen, er war aber wenigstens so gut erzogen, dass er an meiner Körpersprache ablaß, dass ich keinen Wunsch hatte, meine Backe an seine zu pressen. Mich schüttelts jetzt noch, wenn ich daran denke, wie die Krümel von seiner Backe an meiner geklebt hätten.
Ich zückte in einem günstigen Moment dann meine Infobroschüren über Cangas um mich darin zu vertiefen und ihm zu signalisieren, dass ich jetzt in Ruhe gelassen werden möchte. Er hat sich dann auch schnell /verkrümelt/.
In Oviedo bin ich dann noch mit Lucie ins Kino in "Los abrazos rotos". Ist ein guter Film finde ich, voller Emotionen und nervlicher Spannung ins Unendliche. Er ist ein modernes Märchen über Abhängigkeiten, Geld und Geheimnisse. Die Spanier mögen Almodovar und seine Muse Penelope Cruz zwar nicht, dafür ich um so mehr :> Ich empfehle ihn wärmstens weiter!


