Benehmen glückssache
Ich bin immer noch sprachlos, was an manchen Schulen so abgeht.
Eine Freundin rief gerade an und erzählte, dass bei ihrem Sohn ins Etui gerotzt wurde. Ich kann ihre Aufregung und Ekel gut verstehen.
Und es gibt leider viel zu wenige Schulleiter, wie der Rektor einer Realschule in Wuppertal, der nicht nur mit Drohungen um sich wirft, sondern auch Taten folgen lässt. Den Bericht darüber hatte ich am Wochenende verfolgt.
Gut über die Strafe, 2 Tage Schulverweis für auf den Boden rotzen, darüber lässt sich bestimmt streiten. Ich persönlich, hätte ein schrubben mit einer Wurzelbürste vorgezogen, aber grundsätzlich Stimme ich ihm zu. Endlich jemand der den Schülern Grenzen setzt und auf höfliche Umgangsformen und Respekt gegen den Eigentum anderer besteht.
Wie oft liest man oder erlebt es selbst durch Erzählungen der eigenen Kinder.
Das Schüler mutwillig Tische und Stühle beschädigen, Toiletten regelrecht aus der Wand getreten werden und sogar auf den Fußboden uriniert wird. Es wird geschlagen, gespuckt und gemoppt was das Zeug hält. Wenn schon nicht mit guten Noten geglänzt wird, dann mit schlechtem Benehmen.
Es folgen hunderte von Schulkonferenzen, es wird geredet bis der Kopf qualmt, nur wirklich Konsequent durchgreifen, traut man sich viel zu selten an unseren Schulen.
Ich kann die Eltern nicht verstehen, die meinen gegen solche Strafen gerichtlich vorgehen zu müssen. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen ihrem Kind mal selbst Grenzen zu setzen oder darf ihr Kind bei ihnen im Wohnzimmer auch rumrotzen?
Die neue Lehrerin, jung, super schön und mit einer Wahnsinns-Figur ist der Schwarm aller Jungs in der Klasse. Heute schreibt sie an die Tafel als Fritzchen plötzlich rein ruft: "Frau Lehrerin ist unter dem linken Arm rasiert!"
"Fritzchen," sagt sie, "das war sehr unartig! Geh nach Hause, heute will ich Dich nicht mehr sehen!"
Also geht Fritzchen Heim und ist über diesen freien Tag gar nicht böse. Am nächsten Tag zeichnet die schöne Lehrerin etwas mit der rechten Hand, und Fritzchen ruft abermals: "Unter dem rechten Arm ist sie auch rasiert!"
"Jetzt reicht es mir aber," sagt die Lehrerin. "geh nach Hause! Diese Woche brauchst Du gar nicht mehr aufzutauchen. Und Deine Eltern rufe ich auch an!"
Fritzchen erlebt drei wundervolle schulfreie Tage. Am Montag erscheint er wieder im Unterricht. Bis in die 4. Stunde geht auch alles gut. Da bricht der Lehrerin die Kreide ab und sie bückt sich um sie wieder aufzuheben.
"Das war's dann Jungs," ruft Fritzchen und nimmt seinen Schulsack, "ich seh' euch nächstes Schuljahr wieder."
Anna auch da sind doch die Eltern gefragt? Wenn ich dafür Sorge, das mein Kind diese zwei Tage nicht als Heigh-Light des Jahres erlebt.
Ich glaube nicht, dass in beschriebenem Fall ein Elternteil zu Hause Sanktionen verhängt hat.
Ich erinnere mich an die Grundschulzeit meines Sohnes. Da gab es auf dem Spielplatz bei uns in der Siedlung einen kleinen Araber der sich selber Ali nannte, in wirklichkeit aber ganz anders hieß. Ali freundete sich mit meinem Sohn an und fing kurz darauf dann an zu klauen. Ich, resolut wie ich sein kann, zu seiner Familie gestapft und die "geliehenen" Sachen zurück geholt. Es hat sich dort kein Schwein für klein Ali interessiert!!!!!
Im Nachhinein habe ich erfahren, dass er von seiner Schule geflogen ist weil er einem Zweitklässler (da war Ali in der ersten Klasse!!!) den Anorak geklaut, in die Toilette gestopft und anschließend darauf uriniert hat.
Ich bin also dafür, dass solche auffälligen Kinder von der Schule und ggfls dem Jungendamt eine "Spezialbehandlung" besonderer Art erfahren. Von mir aus eine Woche Schulklos putzen unter Aufsicht oder was weiß denn ich... Oder was gemeinnütziges, alten Leuten Geschichten vorlesen oder so.
Leider läßt der Strafkartalog in den Schulen nicht viel Spielraum zu. Ich denke es ist der falsche Weg zu sagen, da muss die Schule solche auffälligen Schüler auffangen. Obwohl durch die Ganztagschule auch hier die Prioritäten verschoben wurde. Leider wie so oft, eine tolle Idee, die am Geldmangel degradiert wird.
Es kann nicht angehen, das dafür viel zu wenig Fachpersonal eingestellt wird.
Gute Schulbedingungen in denen Lernen auch Spaß macht, hat halt seinen Preis.
Aber das ist ja leider nicht selbstverständlich.
Aber es ist ungut, dass immer mehr Respektlosigkeit unter den Kindern untereinander und gegenüber den Lehrern um sich greift.
Da werden wohl wirklich im Elternhaus die Grenzen icht gesetzt und in der Schule auch oftmals nicht.
Ob es von den Eltern her Hilflosigkeit, Unachtsamkeit dem Kind gegenüber, oder einfach nur Gleichgültigkeit ist, weiss ich nicht.
Manche Eltern fördern ja so etwas noch, indem sie selbst ähnlich handeln, oder aber sagen, es ist gut so, das Kind muss sich wehren können in der heutigen Zeit.
Und interessieren sich nicht dafür wie diese "Wehr" aussieht.
Manchmal frage ich mich, wo die Achtung vor dem anderen geblieben ist?
Selbst hier in Blogs lese ich manchmal, Achtung muss man sich verdienen.
Nein, ich finde Achtung sollte ersteinmal von vornherein als Grundhaltung vorhanden sein.
Sie zu entziehen, bei Fehlverhalten, kann man immer noch.
@Rabenmutter hat da auch üble Sachen erlebt, dass in den Ranzen ihres Sohnes uriniert wurde, oder @Sibebo die während ihrer Schulzeit sehr gemobt wurde.Solche Erlebnisse finde ich immer traurig, da sie doch später auch ins Erwachsenenalter hineinspielen und zudem bei einem Kind vieles kaputt machen.
Wünsche dir und deiner Familie einen guten Rutsch, liebe Findus.
Es ist doch wirklich traurig, das einige Kinder in der Schule von Mitschülern unterdrückt, gemobbt oder sogar mißhandelt werden.
Gerade in der heutigen Zeit sollte man doch sensibel mit diesem Thema in den Schulen umgehen. Vielleicht bräuchten wir uns dann keine Sorgen, wegen Amokläufe machen....
Ein liebevoller Umgang und Respekt gerade auch im Elternhaus ist für mich da umumgänglich und der Grundstock um auch in der Gesellschaft sich zu Recht zu finden.
Wie soll ein Kind mit Freude lernen, wenn es Angst hat in die Schule zu gehen.