Volkswillen - ich fühl mich ausgeschlossen
nein ich werde mich nicht ärgern
ICH VERSTEHS EINFACH NICHT!!
ich glaub an die demokratie, nein ich glaubte daran. aber was da in den letzten abstimmungen lief, das ist keine demokratie mehr. doch klar ist es demokratie. es ist die demokratie der neinsager, die demokratie der statistikverfälscher.
wem nützt das eigentlich? sie hängen die plakate auf bzw. lassen sie von irgendwelchen ausländischen arbeitnehmern aufhängen, dann müssen sie von ebendenselben wieder runtergeholt werden, weil die inhalte, die texte drauf rassistisch sind. na super! und schon wird überall darüber diskutiert und die inhalte sind in aller munde, aller köpfe und schliesslich auf den stimmzettel.
wissen, wie man massen führt und leitet, das beherrschen sie. gesteh ich neidlos zu. und doch ... *seufz* ...
*tiefdurchatme*
brauch noch ne metapher um den tag zu überleben: spontan kommt mir nur "der immune" von loetscher in den sinn.
Der zweite Gesetzentwurf zur quasi automatischen Einbürgerung der dritten Generation wurde knapper, mit 51 Prozent der Stimmen verworfen. Da er jedoch gleichzeitig von der Mehrheit der Kantone abgelehnt wurde, ist auch dieser Entwurf auf jeden Fall gescheitert.
Die Partei von Justizminister Christoph Blocher hatte mit Plakaten von einem Schweizer Pass, in den das Foto des Terroristenchef Osama bin Laden montiert war, Stimmung gemacht. Nicht zuletzt durch diese diffamierenden Attacken war die ursprüngliche Mehrheit für die Vorlagen von rund 68 Prozent immer weiter eingebrochen.
Die SVP feierte denn auch das Nein. Die Bürger hätten erkannt, dass es sich um eine "Mogelpackung" handle, die tatsächlich Ausländern der ersten Generation die "Masseneinbürgerung" ermöglichen wollte.
"Bitter enttäuscht" zeigte sich hingegen Roberto Rodriguez von der Secondos-Vereinigung, selbst ein "Papier-Ausländer", der in der Schweiz geboren wurde. "Das wuchtige Nein ist ein Zeichen, dass man hier nicht willkommen ist", sagte er.

*wutspei*
hab deinen beitrag grad in der rotenmitzibar verlinkt!
(habe zwar von ferne mitgestimmt, die schweiz aber vor paar jahrzehnten verlassen ...)
so wie lil geht es mir auch. ich habe verwandte fast überall auf der welt: cousin im senegal und cousine (ch/f) mit mann (usa/i) in albanien um nur zwei zu nennen. es ist selbstverständlich, dass jedes familienmitglied mind. zwei sprachen spricht (drei sind eindeutig angenehmer *g*) um sich verständigen. in einer solchen familie wird auch die frage des ausländerseins relativiert.
abgesehen davon \"predige\" ich es ja auch täglich: es gibt nur schülerInnen, egal ob hiphop ob kiffer ob brav ob schweizer ob junge ob mädchen ob kind von alleinerziehenden ob direktorenkind ...
das interessiert uns alles nicht - du interessierst uns, deine meinung, deine fähigkeiten, deine gedanken ..
das zählt. wenn unsere jugendlichen das verinnerlichen, dann wird es besser (optimistin bin und bleiben will)
\"zum glück\" lebe ich in der schweiz. diese vorlage wird wieder vors volk kommen. wie die mutterschaftsversicherung. sie wird wieder kommen, bis sie durchkommt. es heisst ausharren und weiter an das gute glauben.
nochmals danke - tat gut luft ablassen zu können.
lies mal nach (http://www.mehr-demokratie-wagen.de/article.php?sid=80)
Am 7. Februar 1971 erhalten die Schweizer Frauen nach einer Volksabstimmung unter Männern das Wahlrecht auf Bundesebene. Nach einem jahrzehnte langen Kampf votierten die Schweizer Männer mit einer Zweidrittelmehrheit von 621.000 Ja- gegen 323.000 Nein-Stimmen für das Wahlrecht der Frauen.
Schon seit 1909 kämpften die Schweizer Frauen dafür das Wahlrecht zu erhalten. Lange ohne Erfolg: 24 Mal wurde in dieser Zeit über das Wahlrecht abgestimmt, 24 Mal erlitten die Befürworter des Frauenstimmrechts eine Niederlage. Noch 1957 hatten Zweidrittel der Männer sich dagegen ausgesprochen.
Es war ein langer und harter Kampf bis die Schweizer Frauen, die Schweizer Männer endlich davon überzeugen konnten, dass auch sie ebenso gute und verantwortungsvolle Demokratinnen sein können wie die Männer selbst. Bereits 1909 gründeten Frauen in Bern den „Schweizerischen Verband für das Frauenstimmrecht“ und kämpften um Mitbestimmung. Lange ohne Erfolg: Allein 24 Mal wurde in den Jahren zwischen 1919 und 1957 in den Kantonen über das Wahlrecht abgestimmt und jedes Mal erlitten die Befürworter des Frauenstimmrechts eine Niederlage.
Noch 1957 stimmten Zweidrittel der Männer dagegen. Ihre Argumente waren dabei ebenso haarsträubend wie hausbacken: Vom Zerfall der Familie, über die Verwahrlosung der Jugend bis hin zur kompletten Unfähigkeit der Frau eine politisch sinnvolle Entscheidung zu treffen war dabei oft die Rede. „Woher will eine Frau diese Zeit nehmen? Sie wird entweder von ihrem eigentlichen Aufgabenkreis abgezogen werden oder aber die politische Aufgabe zu wenig durchdacht, das heißt mehr gefühlsmäßig lösen.“ Gab ein empörter Leser in der Neuen Zürcher Zeitung zu bedenken. Eine Sicht, der selbst manche Schweizerin zustimmte und so der eigenen Sache mehr als schadete.
Erst als die Schweiz sich 1968 weigerte die Europäischen Menschenrechtskonvention voll zu akzeptieren und ihre Unterschrift nur mit Vorbehalt leisten wollte, kam neuer Schwung in die Diskussion. Denn Vorbehalte hatte die Schweiz einzig gegen das in den Menschenrechtskonventionen festgelegte Frauenstimmrecht; das aber wollten die Schweizerinnen so nun endgültig nicht länger akzeptieren. Zumal sich nach dem 2. Weltkrieg auch dortzulande die Verhältnisse geändert hatten und die Frauen wichtige Bereiche in der Arbeitswelt besetzten. Einer Tatsache, der zwar einzelne Kantone wie Genf, Waadt, Neuenburg, Freiburg, Wallis, Basel-Stadt, Basel-Land und Luzern schon Rechnung getragen hatten, indem sie den Frauen immerhin auf Gemeindeebene Stimmrecht verliehen, aber auf Bundesebene sah es dennoch anders aus: Dort entsprach die politische Stellung der Schweizerinnen – zumindest rechtlich gesehen - der der Frauen im Jemen, in Jordanien, Kuwait und Saudi-Arabien. Ein Skandal, den die Frauen 1968 nutzen und zum Aufmarsch gegen die Instanzen riefen: mit Erfolg.
Nach einem Demonstrationszug auf Bern, an dem zwar nur 5000 Menschen teilnahmen, entbrannte in der Presse eine hitzige Debatte, um das internationale Ansehen der Schweiz. Einem Land, das sich doch selbst als eine der renommiertesten Demokratien der Welt verstand. Das alles zeigte Wirkung und so wurde im Parlament schließlich eine neue Gesetzesvorlage eingebracht. Mit Erfolg. Am 7. Februar 1971 stimmten die Schweizer Männer mit einer Zweidrittelmehrheit von 621.000 Ja- gegen 323.000 Nein-Stimmen für das Wahlrecht der Frauen auf Bundesebene und verhalfen damit den Frauen nach einem über 90 Jahre dauernden Kampf zur Teilnahme an den politischen Entscheidungen ihres Landes.
lg, lil
(dauerts jetzt noch mal 90 jahre, bis die inländer beschließen, dass auch die sogenannten ausländer demokratische rechte haben?)
;)
(muss ich gleich in die rotemitzibar kopieren)
gutnacht, lil