Gedanken oder Fragen

20.08.2009 um 21:04 Uhr

10 Jahre Haft für Mord in Beelitzer Heilstätten

Dinosaurierforscher Michael F. wegen Mordes zu 10 Jahren Haft verurteilt.
Das Gericht verfügte gleichzeitig eine Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung.

Michael F. (39), Wissenschaftler und Hobbyfotograf, der seine Internetbekanntschaft Anja P. , bei ihrem ersten Treffen in den Beelitzer Heilanstalten, erwürgte, bestritt die Tat.
Stellte Anjas Tod als einen Unfall dar, den er nicht gewollt hätte.
Sprach von grosser Liebe und davon dass es so abgesprochen und von A. gewollt war.
Es war schwer für die Eltern der getöteten, diesen stundenlangen Aussagen und Rechtfertigungen des Angeklagten zuzuhören.

Die Staatsanwaltschaft forderte 14 Jahre Haft, die Verteidigung plädierte auf höchstens 3 Jahre.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte Anja zur Befriedigung seiner sexuellen Erregung, mit einer Bratpfanne schwere Kopfverletzungen zufügte, sie anschliessend durch erwürgen getötet hatte.. Nach dem Mord sich noch an dem Opfer verging und sich somit wegen Mord und Störung der Totenruhe schuldig machte.

Siehe auch meine vorigen Einträge und die Kommentare dazu:
Anklage wegen Mordes an Anja P.

Und ich verstehe immer noch nicht, dass damals einige Zeitungen es so hinstellten, als sei Anja P. aufgrund ihrer Art, die Mitschuldige an ihrem Tod.

Auch nicht, wie es in einigen Kommentaren, in verschiedenen Foren, zu diesem Fall durchklang, so hat sie wenigstens einen schönen glücklichen Tod gehabt. Oder es geschah aus Liebe.
Ich glaube nicht, dass die 21 jährige so hat sterben wollen.
Nach weltlichen Urteil ist die Tat jetzt gesühnt, doch lebendig wird Anja P. dadurch nicht wieder werden. Ihr junges Leben nicht weiterleben können.
Verstehe aber die Kommentatorin, die zu meinem ersten Eintrag schrieb, ihr wird ganz anders, wenn sie daran denkt, dass sie mit diesem Dinosaurierforscher, ihrem Dozenten, vorhatten eine Exkursionsfahrt zu unternehmen.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Fool schreibt am 20.08.2009 um 21:32 Uhr:man kann nur mit dem Kopf schütteln,wenn man so etwas liest/hört...
    Grausam
  2. AngelInChains schreibt am 21.08.2009 um 01:41 Uhr:Naja, waers tatsaechlich kein Mord gewesen, sondern das alles als Unfall waehrend einvernehmlichen SM-Handlungen geschehen, dann war sie kurz davor wohl immerhin gluecklich. Aber wenn man natuerlich von Mord und Unfreiwilligkeit der ganzen Handlungen ausgeht, dann klingt das reichlich makaber.

    Wenn der Mann in die Klinik kommt, weil er als unzurechnungsfaehig gilt, kann er dann ueberhaupt verurteilt werden? Werden solche Leute dann nicht einfach so auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie geschickt, ohne weitere Verurteilung?

    Wegen dem mulmig zumute werden... Wissen wir, wie vielen Kriminellen wir so am Tag begegnen? Ich finde, das ist ein interessanter Gedanke. Wie vielen Raeubern, Gewalttaetern, Vergewaltigern oder auch Moerdern, denn die werden ja auch irgendwann wieder aus der Haft entlassen, begegnen wir so regelmaessig? Wer ist vielleicht ein Krimineller (gewesen), von denen, die wir heute kennen und nett finden, und von denen wir eben nicht wissen, was sie frueher im Leben so gemacht haben? Bei dieser Frage habe ich schon haeufiger mitbekommen, dass es eben doch sehr viele solche Leute sind, die einem taeglich begegnen. In der Bahn, im Supermarkt, es muessen ja nicht einmal naehere Bekannte sein. Wenn man sich da die gesamte Zeit Sorgen machen wuerde, koennte man gar nicht mehr leben.
  3. peter schreibt am 22.08.2009 um 03:59 Uhr:Erschreckend finde ich, daß in der Fotoszene, die ja doch den Hintergrund für das Kennenlernen der Beteiligten lieferte, keine Änderung der Verhaltensweisen festzustellen ist. Das Ungleichgewicht zwischen relativ jungen Frauen und relativ älteren Männern besteht nach wie vor, ebenso die Methodik, Fotografie als Alibi für anderweitige Interessenlagen zu benutzen.
  4. sternenschein schreibt am 24.08.2009 um 01:06 Uhr:@AngelInChains,
    er wurde vom Staatsanwalt als "brandgefährlich" bezeichnet. Wurde ja auch ein psychiatrisches Gutachten eingeholt.
    Die 10 Jahre kamen zustande, aufgrund seiner "psychischen" Störungen, sonst hätte er 15 Jahre bekommen.
    Der Aufenthalt in der psychiatrischen Anstalt, könnte aber auch über diese 10 Jahre hinausgehen, sofern er dann immer noch als gefährlich eingestuft wird.
    Mich wunderte seine eigenen Aussagen, in denen er sehr auf seinen einser Abschluss und auf sein Wissenschaftlertum hinwies, und daraus herleiten wollte, dass er garkein Mörder sein könne der sich an Toten vergeht, dass es eben ein Unfall war.
    Sein Verteidiger will nach ersten Informationen in Revision gehen. Die Eltern des Mädchens tun mir leid, dass sie sich dieses alles antun müssen. Es stimmt, wir wissen nie, wer neben uns an der Kasse steht, im Zug sitzt oder mit uns studiert.


    @Peter,
    ich kenne diese Fotoszene nicht, so dass ich mir da kein Urteil drüber erlauben könnte.

    Doch erschreckend fand ich schon, dass durch die ganzen Medien, die Gothik, Schwarzkittel, etc. Szenen in Verruf gebracht wurden.

    Eine Seite wehrte sich dagegen, da in der Zeitung mit den grossen Schlagzeilen, deren URL genannt wurde, da Anja dort registriert war.
    So getan wurde, als hätte der Hobbyfotograf sie dort kennengelernt. Was absolut nicht stimmt, da er dort nicht registriert war.

    Aus diesem Grunde, schrieben sie dort, meldeten sich zahlreiche SM'ler dort an, um willige Opfer zu finden.
    Dabei ist es garkeine SM oder Hobbymodelseite gewesen.
    Was mich auch ein wenig "befremdete" an den Schlagzeilen der Medien jetzt, dass überall ganz gross stand..
    SadoMaso Mörder verurteilt, oder nach belieben Sado-Maso Monster..
    Finde ich etwas reisserisch.
    Mörder ist Mörder, egal aus welcher Szene er kommt.
    Ebenso wie sie von Anja als Blutmodel sprachen. Opfer ist Opfer, ob sie jetzt hobbymässig modelte oder sonst etwas tat.
    Die Tat wird ja nicht weniger schlimm, nur weil sie vielleicht, wie die Presse schrieb "Morbide Fotos" mochte.
    Liebe Grüsse
  5. AngelInChains schreibt am 24.08.2009 um 02:02 Uhr:Hallo Peter,

    Aber was soll man denn da machen, wenn die Models meist jüngere Frauen sind und die Fotografen eben ältere Männer? Man kann den Frauen und den Männern, die das freiwillig machen und dabei Spaß haben, also bei diesen Fotoarbeiten, ihr Hobby ja nicht verbieten. Bei den jungen Männern beispielsweise ist das Modeln ja nicht so beliebt. Genauso gibt es viel mehr Mädchen, die gerne modeln und ungern fotografieren würden. Irgendwie ist es so. Und wenn es einfach beim Fotografieren bliebe, fände ich das auch nicht schlimm.

    Ich finde, man sollte aber spätestens nach diesem Vorfall so vernünftig geworden sein, sich eben nicht allein mit Fremden zu veröffentlichen. Man kann ja eigentlich immer noch einen Freund mitnehmen, und wenn mir ein Fotograf das verbieten würde, dann würde ich sowieso sehr skeptisch werden und nicht mitmachen wollen! Nur leider sind viele Leute leichtsinnig und denken gar nicht so weit, dass etwas passieren koennte. Da würde nur Aufklärung helfen, oder nicht einmal das?

    Ich würde der Szene übrigens nicht die Schuld an dem Mord geben, sie kann ja nichts dafür, dass da ein Mörder unter ihren Reihen war. Man sieht es Menschen eben nicht an.

    Was aber dieses Vorgehen anbelangt, Fototermine für andere Zwecke zu nutzen, so finde ich das wirklich grässlich, da stimme ich dir zu. Wie kann man aber nun dieses Problem lösen? Die, die so handeln, dass sie sich junge Frauen nur vorgeblich als Fotomodell suchen, die werden an einer Änderung nicht interessiert sein. Die jungen Frauen vielleicht eher, aber dann müssen sie auch ihr eigenes Verhalten ändern. Das kann ihnen leider keiner abnehmen.
  6. AngelInChains schreibt am 24.08.2009 um 02:07 Uhr:Ich weiss nicht, wie ich im zweiten Abschnitt in der dritten Zeile auf "veröffentlichen" gekommen bin, aber ich meinte natürlich "treffen".

    ...

    Hallo Sternenschein,

    Leider ist es wirklich so, dass manche Menschen in einen Wahn geraten, weil sie einen guten Abschluss haben oder irgendeinen wissenschaftlichen Beruf. Manche glauben dann, sie seien unfehlbare Goetter und koennen sich alles erlauben. Ich bemerke das regelmaessig. Bei Palaeotologen, wie es der Moerder war, habe ich es bishern och nicht erlebt, obwohl ich ausm Studium ja auch ein paar kenne, aber bei einigen Anwaelten (und selbst nur Jurastudenten) wird die Nase wirklich sehr hoch getragen! Ich finde das grauenvoll, diese Ueberheblichkeit. Ja, ich glaube, gerade, wenn man sich dann fuer einen Gott haelt, dann koennen schon schlimme Dinge passieren.

    Betrefflich der Medien stimme ich zu.

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