Stimmung: gut
Gegen die Frau betrachtet, ist der Mann mehr ein bloss möglicher Mensch, aber ein Mensch in einem höheren Begriff;
gegen den Mann gehalten, ist die Frau zwar ein wirklicher, aber ein wenig gehaltreicher Mensch.
Weil aber beide doch in concreto Menschen sind, so sind sie jedes in seinem vollkommensten Zustand betrachtet, zugleich formaliter und materialiter sich gleicher.
Gibt man ihre spezifischen Unterschiede an, so wird man den Mann immer durch einen höheren Gehalt und eine unvollkommene Form, die Frau durch einen niedrigen Gehalt, aber ein vollkommenere Form unterscheiden.
Zitat aus einem Brief Schillers an Humboldt (1705)
Da solll der Mann also gehaltvoller sein, und die Frau eben hübsch. Hat sich viel geändert seit Schiller dieses 1705 schrieb, oder denken viele heute noch so?
Aber immerhin gesteht Schiller der Frau dann doch zu, auch ein Mensch zu sein, sogar ein wirklicher Mensch. Vielleicht mehr Mensch als der Mann. .
Das wusste ich allerdings auch schon ohne Schiller.
Oder favorisiert Schiller das heutige androgyne Bild, denn er sagt ja auch, in dem vollkommensten Zustand wären beide gleicher?
Könnte vielleicht eine Forderung herausgelesen werden, dass die Frauen männlicher und die Männer fraulicher werden sollen, um Vollkommenheit zu erlangen?
Wünsche Euch ein schönes Wochenende. Denn morgen, am 1. März beginnt der meteorologische Frühling.. *freu*