Gedanken oder Fragen

08.03.2009 um 03:02 Uhr

Merkwürdiges Urteil

Er machte ihr einen Heiratsantrag.
Doch die Iranerin Ameneh Bahrami (30) wollte ihren Kommilitonen, mit dem sie zusammen studierte, nicht heiraten. Lehnte den Antrag ab.

Damit wurde dieser Mann scheinbar nicht fertig. Fühlte sich vielleicht auch in seiner Ehre gekränkt, oder gönnte Ameneh nicht einem anderen.
Er sann auf Rache.

Irgendwann schüttete er der jungen Frau Säure ins Gesicht.
Amenehs Gesicht war entstellt, zudem verlor sie durch dieses Saureattentat auf beiden Augen ihre Sehfähigkeit. Ist seitdem erblindet.

Ameneh liess in Spanien 16 Operationen über sich ergehen, damit ihr Gesicht einigermassen wiederhergestellt werden konnte. Die Blindheit ist aber irreversibel.

"Ich möchte, dass alle wissen, dass man so etwas nicht tun darf" sagte Ameneh und verklagte den Mann, der sie derart entstellte, vor einem iranischen Gericht.
Das Gericht im Iran gab ihr Recht, es entschied, sie darf ihrem Attentäter als Strafe auch ein Auge verätzen.
Ein Auge, da eine Frau nur halb so viel wert ist, wie ein Mann.

Gegen dieses Urteil legte sie Berufung ein.

Nach mehreren Verhandlungen erging jetzt das zweite Urteil, nachdem sie dem Mann jetzt auch in das zweite Auge Säure tropfen darf, aber nur gegen Zahlung von 20.000 Euro.
Gleichzeitig sprach ihr das Gericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 40.000 Euro zu.

Davon liess sich Amaneh nur 20.000 Euro auszahlen. Mit den anderen 20.000 Euro erreichte sie jetzt das Recht, das zweite Auge ihres Attentäters auch verätzen zu dürfen.
"Weil ich blind bin, kann ich das Urteil nicht selbst vollstrecken. Aber im Iran gibt es viele, die das freiwillig für mich tun wollen. " sagte Ameneh.

Leider kommen derartige und ähnliche, oftmals noch schlimmere Taten, von abgelehnten Liebhabern, Männern, Exmännern auch bei uns vor. Viel zu häufig, wie man es ja in der letzten Zeit lesen konnte.
Solche Taten gehören bestraft. Ich finde es auch gut, dass ein islamisches Gericht, ein Gericht im Iran sich auch auf die Seite der Frauen stellt.

Eine sehr hohe Gefángnisstrafe, von mindestens 10 Jahren, würde ich in diesem Fall auch für angemessen und gerechtfertigt ansehen.

Aber diese Art von Strafe lässt mich ratlos zurück.
Gerecht oder nicht, was sagt ihr dazu?