Gedanken oder Fragen

08.04.2009 um 16:00 Uhr

Menschliche Vollkommenheit

Stimmung: gut

Zur menschlichen Vollkommenheit schreibt
Michel de Montaigne ( 1533 - 1592) folgendes:

Natürlich sind wir vor Gott nicht vollkommen; wir können es auch vor uns selbst nicht werden. Unserem menschlichen Wollen ist es nie gelungen, die Ziele zu ereichen, die wir selbst uns gesteckt haben; und wenn es doch einmal gelungen wäre, würden wir wieder höheres von uns verlangen und diesem nun ebenso eifrig und vergeblich nachjagen.
Erfüllung ist uns eben nicht beschieden. Was der Mensch selbst von sich verlangt, ist unerfüllbar. Es ist eigentlich recht ungescickt, seine Verpflichtungen zuzuschneiden nach geistigen Mass, das für ein anderes Wesen als dem Menschen gilt:
wem schreibt er das vor, was ja doch, wie er weiss, keiner tun wird? Ist es ein Unrecht für ihn, wenn er nicht tut, was für ihn zu tun Unmöglich ist?
Die Gesetze, die uns dazu verurteilen, dass wir nicht können, verurteilen uns dann, wenn wir nicht können....

Soweit Montaigne.
Macht nicht gerade unser nichtkönnen, unsere Fehlerhaftigkeit uns aus und auch liebenswert.
Ich glaube sogar, die Unvollkommenheit des Menschen macht ihn erst zu einem vollkommenen Menschen.

Eine Welt voller vollkommener Menschen wäre in meinen Augen auch nicht erstrebenswert. Ich glaube sogar es wäre eine schreckliche Welt in der ich nicht leben würde wollen. Voller vollkommener Gleichheit und Vollkommenheit.
Da lobe ich mir doch diese Unvollkommenheit, Ecken und Kanten des Menschen, auch wenn er das eine oder andere an seinem Sein, Denken und Handeln verbessern könnte, ja verbessern zu versuchen sollte...;-))
Mensch sei Mensch und bleibe Mensch..