Gedanken oder Fragen

23.04.2009 um 18:36 Uhr

Nonnen, Alzheimer und das Tappen im Dunkeln

Stimmung: gut

Alzheimer, die Krankheit die vergessen lässt.
Alois Alzheimer beschrieb diese Krankheit im Jahre 1906. Vor über hundert Jahren, und doch --
es gibt immer noch nichts um dieser Krankheit vorzubeugen oder zu heilen.
Die zur Zeit zur Verfügung stehenden Medikamente können lediglich den Krankheitsverlauf verzögern.

Es ist schlimm, für den Patienten, wenn vieles dem Vergessen anheimfällt, aber auch für die pflegenden Angehörigen, Ehepartner oder Kinder, wenn sie nicht mehr erkannt werden.

Die Gehirne der Alzheimer Patienten sind bis um 20 % kleiner als bei gesunden Menschen und weisen Plaque Ablagerungen auf. Diese kommen zustande, weil sich körpereigene Eiweisse falsch falten und deshalb nicht mehr so gut abgebaut werden können.

An der Uni Essen will Prof. Jens Wiltfang herausfinden, ob Sport den Verlauf der Krankheit beeinflusst.
Prof. Wiltfang: "Eine erhöhte Durchblutung könnte die Ablagerung krankhafter Eiweiss-Plaques im Gehirn verringern."

Da fragt es sich aber, weshalb Nonnen in der Regel keine Alzheimer Erkrankung bekommen.
Wie in einer ZDF Dokusendung gezeigt wurde.
Nonnen treiben in der Regel kein Sport, werden überdurchschnittlich alt, sind Single, rauchen und trinken nicht.
Liegt hier das Geheimnis? Wohl auch nicht.
Erstaunlich war die Geschichte einer Nonne, die sehr gerne Schach spielte. Sie beschwerte sich, dass sie anstelle von sieben Spielzügen im vorraus nur noch in der Lage sei fünf Züge im Vorraus zu planen.
Sie unterzog sich verschiedenen Test's, war bis ins hohe Alter geistig beweglich, vergass nichts. Nach ihrem Tode, weit über ihr 90. Lebensjahr hinaus, wurde ihr Gehirn untersucht. Es war voll mit Plaque, sie hatte Alzheimer, aber dennoch zeigte sie nicht die üblichen Krankheitsanzeichen, wie Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit.
Die Frage ist, wieso sie trotz dieser organischen Krankheit leben konnte als sei sie gesund?
An ihrem Glauben zu Gott wird es wohl nicht gelegen haben, auch nicht daran, dass sie keinen Sport trieb.
Aber was machte sie dann immun gegen die Zeichen dieser Erkrankung?

Auf eine andere Merkwürdigkeit wurde in der ZDF Sendung hingewiesen. Rheumaärzte haben kaum Alzheimerpatienten unter ihrer Klientel.
Es wurde gefragt, ob die Rheumamedikamente wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen der Alzheimer Erkrankung vorbeugen könnten.
Nur an der Erforschung dieses Phänomens ist die Arzneimittelbranche kaum interessiert, da diese Medikamente schon auf dem Markt sind, und so keine grossen Gewinne mehr versprechen würden, gegenüber Neuentwicklungen.
Ich selbst würde die Risiken einer vorbeugenden Behandlung mit diesen Medikamenten auch eher skeptisch sehen, denn zumindest Diclofenac zeigt doch bei Rheumapatienten häufig stärkere Nebenwirkungen auf den Magen und Darmtrakt.
Da viele Rheumaerkrankungen ja auch eine Art Autoimmunerkrankung sind, ebenso wie Alzheimer, schliesst vielleicht die eine Autoimmunerkrankung die andere aus. Wie weit dieses erforscht wurde, entzieht sich meinen Kenntnissen.

An der Uni Düsseldorf wird das Peptid "D 3" erforscht, das bei Versuchen mit Mäusen die Plaque Ablagerungen im Gehirn aufhalten oder sogar rückgängig machen.
Mit Ergebnissen in der Impfstoffforschung oder Medikamenten die die Alzheimer Erkrankung stoppen könnten, rechnen die Experten in frühestens zehn Jahren.

Quelle eines Teils der Fakten: AOK Vigo und ZDF
Weitere Infos zu der Alzheimer Erkrankung unter
Vigo-demenz-HH
und Tel. 040 472538 (Alzheimer Telefon )