Gedanken oder Fragen

18.07.2009 um 16:43 Uhr

Montaigne und das Schicksal

Stimmung: gut

Unser Fehler ist, glaube ich,
dass wir unser Schicksal nicht genug dem Himmel anheimstellen und es mehr in die eigene Hand nehmen wollen, als uns zukommt;
deshalb misslingen unsere Pläne so oft:
der Himmel missgönnt uns, dass wir den Rechten der menschlichen Voraussicht soviel Macht einräumen, wodurch seine Rechte benachteiligt werden; er beschneidet uns diese Rechte in dem Masse, wie wir sie überspannen.

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 - 1592 )

Ist es verkehrt dass Schicksal in die eigene Hand nehmen zu wollen? Sollten wir es alles so hinnehmen wie es kommt, schicksalsergeben geniessen aber auch ertragen?
Ich denke nicht. Und dennoch bewahrheitet es sich oftmals, dass die menschliche Vorraussicht auf Sand gebaut ist.
Wir glauben oftmals wir hätten alles in der Hand, und merken dann doch, wir haben garnichts in der Hand, wenn das "Schicksal" es nicht will.

Es kommt wie es kommt, sagt man im Kölner Raum. Aber doch mag und will ich nicht glauben, dass unser Leben von uns eben so wenig beeinflussbar ist, wie wir das Wetter, den Tag und die Nacht, den Lauf der Gestirne beeinflussen können.
Auf unser Leben haben wir einen Einfluss, es läuft nicht nach einem geheimen vorbestimmten Uhrwerk des Schicksals ab.
Oder etwa doch?
-