Gedanken oder Fragen

20.01.2010 um 19:22 Uhr

Komödie oder Trauerspiel

Ist das Leben eher eine Komödie
oder mehr ein Trauerspiel?
Zum Heldenepos könnten wir es auch noch stilisieren.
Doch Helden sterben meistens früh, um zum Held verklärt zu werden. Ist also auch nicht so erstrebenswert.

Vielleicht beinhaltet das Leben von allem etwas, ein wenig Trauerspiel, komödiantisches, Slapstick Elemente und dazu Heldentum, ob nun tragischer Held oder nicht.

Die Komödie schliesst alles Pathos aus, aber ihr Stoff ist die Wirklichkeit.

Zitat: Friedrich Schiller
Dieses schrieb er in einem Brief an Wilhelm vonHumboldt (Jena 30.11.1793 )

Ihr Stoff ist die Wirklichkeit, sagte Schiller.
Unser Leben eine Komödie? Vielleicht, wenn wir es so sehen wollen. Denn zu lachen, auch über uns selbst und über unser Leben gibt es wohl genug, wenn wir nur danach suchen. Viel suchen brauchen wir da wohl garnicht, nur hin und wieder einen anderen Blickwinkel einzunehmen.
Selbst ein Drama, ein Trauerspiel kann einer Komödie ähneln, wenn man es aus einer anderen Sicht betrachtet.
Ich fand den Film "Das Leben ist schön?", in dem ein Vater seinem Sohn im KZ sagt es sei alles nur ein Spiel, es gehe hier nur um Punkte die man gewinnen muss, nicht so toll, er war mir zu laut, zu aufgesetzt, wie es manche italienische Flime nun einmal sind. Doch er zeigte, das Leben als Komödie zu sehen, kann beim überleben helfen, selbst wenn das Stück ein Trauerspiel ist.

Da sagt mir einer meiner Lieblingsfilme mit James Stewart mehr zu.
"Ist das Leben nicht schön?"
Ein Film der finanziell recht erfolglos war und doch wohl der Weihnachtsfilm schlechthin ist.

Eine Tragikömdie, die einem ehrlichen Banker (wo gibt es den noch?) zeigen soll, dass das Leben doch schön ist.
Dafür muss der Engel Clarence, der sich seine Flügel erst noch verdienen muss, herhalten und James Stewart nach einem Selbstmordversuch durch einen Sprung von der Brücke, aus dem eiskalten Wasser fischen.
Ihm zeigen wie sein Umfeld aussehen würde, wenn es ihn nicht geben würde.
Ein wunderbarer Film.

Vielleicht wäre es für uns auch manchmal ganz gut, wenn wir sehen und erkennen könnten, was alles fehlen würde, anders wäre, wenn es uns nicht gäbe.
Nur leider wird uns dieses niemand zeigen.
Wir können höchstens Vermutungen anstellen und selbst danach suchen, was dann alles in unserem Hier und Jetzt fehlen würde.
Wie anders alles wäre, ohne uns.
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