Gedanken oder Fragen

14.04.2011 um 02:41 Uhr

Die DDR und das Internet

Zu Wendezeiten der DDR, 1989/1990, gab es das Internet in der heutigen Form noch nicht.
Und schon garnicht in der DDR.
Hier im Westen gab es zu der Zeit eher Mailboxen, wie die "Edgar" in Geesthacht und ähnliche.
In ihnen konnte man sich per Modem oder Akustikkoppler einloggen, an Diskussionen zu diversen Themen teilnehmen, in einigen auch miteinander chatten oder in Foren schreiben. So wie zum Beispiel in der Hamburger "Front" oder der "Smirg"
Es waren die Vorläufer des Internets, des WWW welches für viele Anfangs sich auf die AOL Plattform beschränkte und die User eher einschränkte als die grenzenlose weltweite Welt des WWW eröffnete.

Ich weiss nicht, ob es zu Wendezeiten in der DDR auch schon Mailboxen gab, die per Modem oder Akustkkoppler und PC zu erreichen waren.
Ich glaube es eher nicht.

Nun haben wir hier bei Blogigo ja zahlreiche User die aus Leipzig, Dresden, Halle, Chemnitz und anderen Gegenden der ehemaligen DDR kommen.
Da kam mir ein merkwürdiger Gedanke.
Hätte es die Wende damals nicht gegeben, wie wäre die DDR heute mit dem Internet umgegangen?
Würde es dort eine Zensur des Netzes geben? Sehr wahrscheinlich anzunehmen.
Welche Seiten wären aufrufbar und könnten sich die Bürger dort so einfach bei Blogigo oder anderen Plattformen anmelden?
Ja, könnten wir miteinander kommunizieren, über die Grenzen hinweg?

Schwer vorstellbar, einfach so mit DDR Bürgern chatten zu können, so wie es heute möglich ist. E-Mails austauschen können und vor allem Meinungen.
Ungefilterte und ehrliche.

Wie hätte die Bürgerbewegung sich entwickelt in Zeiten des Internets?
Ich glaube fast, wenn es damals die Wende nicht gegeben hätte, dann wäre das System spätestens heute, in Zeiten des Internets, zusammengebrochen oder hätte sich verändern müssen.

Gab es damals bei euch in DDR schon Mailboxen um miteinander kommunizieren zu können,
E-Mail Adressen oder Anfänge des Internets für alle ?

Nebebei gesagt, bei uns im Westen waren damals Modems und Akustikkoppler auch verboten.

Aufgrund eines Telekomgesetzes durfte man sie nicht nutzen.

Nur an dieses Verbot hielt sich kaum jemand.
Man musste nur aufpassen, dass die Telekom es nicht bemerkt, dass man so ein Gerät mit der Telefonbuchse verband.
Wenn es an der Tür klingelte, wurden die Geräte schon mal versteckt.
Wenn die Telekom dahinter kam, konnte es passieren, dass die Geräte samt Computer beschlagnahmt wurden.
Auch "Flatrates" gab es nicht. Die "Gespräche" wurden normal abgerechnet. Deshalb wurden Mailboxen in den "Ortsnetzen" bevorzugt angewählt. 8 Minuten waren eine Einheit, sie kostete 0,20 DM. Bei einigen Stunden Onlinezeit machte sich das schon auf der Telefonrechnung erheblich bemerkbar.;-)

Der Akustikkoppler auch "Knochen" genannt, da hinein wurde der Telefonhörer gelegt. Falls es im Raum zu laut war, wurden die Piesptöne nicht richtig übertragen und es kam zu übertragungsfehlern.
Die Geschwindigkeit beschränkte sich auf 300 Bd, später auf 1200 Bd. Selbst ein Modem war nicht schneller, die 9.600 Bd. Geräte blieben noch lange Zeit verboten, selbst wenn sie heimlich doch häufig benutzt wurden.

Diese Geschwindigkeiten wären heute, in Zeiten der Bilder garnicht mehr vorstellbar. Aber damals bestand alles noch aus Text und vielleicht einige ASCII Bilder, in die selbst Fotos umgewandelt wurden.
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