Gedanken oder Fragen

15.07.2011 um 15:36 Uhr

Können wir Kontakt zu den Verstorbenen aufnehmen ?

Ist es möglich den Kontakt zu verrstorbenen Angehörigen aufzunehmen?
@Schussel schrieb hier einmal in einem Kommentar darüber, dass sie träumte ihre schon länger verstorbene Oma setzte sich bei ihr ans Bett und gratulierte ihr, zu ihrem Dirk. Sagte, es sei der Richtige für sie.

Aufgrund dieses Kommentares kam wohl eine Frau mit folgender Frage auf meinen Blog :

Wie kann ich noch einmal mit meiner Oma, die schon 20 Jahe tot ist, in Kontakt kommen?

Man vermisst diesen Menschen so sehr, einiges wurde auch nicht gesagt, als die Zeit noch dafür gegeben war, und jetzt, jetzt scheint es zu spät dafür zu sein.
Die Fragestellerin ist sicher nicht die einzige, die sich dieses fragt.
Denn ich sehe diese stillen Fragen in so vielen Blogs hier.Ob es jetzt um die Oma, den Opa, die Mutter oder auch Vater geht, der verstorben ist.

Gibt es eine Verbindung, eine Möglichkeit, zwischen dem Hierseits und dem Jenseits kommunizieren zu können?
Ich weiss es nicht.

Ich bin nicht esoterisch, glaube auch nicht an Menschen die sich als Medium ausgeben, über die man Kontakt mit dem Toten aufnehmen könnte. Denke, es gibt da viel Scharlartane auf diesem Gebiet.
Aber ich glaube daran, dass mit dem Tode nicht alles vorbei ist, glaube dass die Seele unzerstörbar ist, ihren Weg, losgelöst vom Körper, weitergeht.

Denke auch, sie versuchen uns manches mal zu helfen, auf uns aufzupassen, von dort, aus dem Jenseits, wo immer dieses auch sein mag.

Und ja, manchmal spreche ich auch mit Verstorbenen, wenn ich an sie denke.
Dieses kann man gut auf einem einsamen Spaziergang, auf dem man den anderen gedanklich unterhakt, und einfach mit ihm spricht. Ich habe dann auch das Gefühl Antworten zu bekommen. Über manche dieser Antworten muss ich lächeln oder schmunzeln.
Klar kommen diese Antworten aus unserem eigenen Inneren. Aber wer weiss das schon wirklich, was woher kommt?
Auf alle Fälle fühlt man sich besser anschliessend, nach diesem imaginären gemeinsamen Spaziergang, mit dem der gegangen ist. Für immer.

Und irgendwie denke ich dabei wieder an die Frau, die sich im überfüllten Karstadt Restaurant an meinen Tisch setzte.
Sie trug einen Schal, trotz der Sommerhitze, damit man die roten Strangulationszeichen an ihrem Hals nicht sah. Sie hatte sich nach dem Tode ihres Freundes erhängt. Wurde aber noch rechtzeitig gefunden. Nach ihrem klinischen Tod wiederbelebt. Als sie aufwachte, da hasste sie den Arzt, der sie gerettet hatte, zurückgeholt hatte aus dem Jenseits, zurück in diese Welt.
Sie erzählte mir von ihrem Jenseits. Von dem dunklen Tunnel, durch den sie in das warme helle Licht gezogen wurde. Von ihren Verwandten, die sie auf der anderen Seite in Empfang nahmen. Von der Wärme und der Liccht der Liebe dort. Von den wunderbaren Meoldien, die Tulpen, die dort auf dem bunten Tulpenfeld im Frack standen, auf ihren Geigen spielten. Es war so harmonsich und schön dort. Doch dann kam jemand auf sie zu, sagte ihre zeit sei noch nicht gekommen, sie müsse wieder zurück.

Sie wollte es nicht, aber sie musste, sie konnten nicht dort, in dieser anderen Welt bleiben. Es tat ihr so fürchterlich weh, wieder in ihren Körper zurückzumüssen, doch ihr blieb nichts anderes übrig.

Und jetzt sass sie mir da gegenüber und erzählte ihre Geschichte.
Auch davon, dass sie sich inzwischen wieder freut, zu leben, zwar eine unendliche Sehnsucht nach dem Jenseits hat, aber dennoch niemals wieder Selbstmord machen würde, da sie jetzt weiss, es hat alles einen Sinn und alles hat seine Zeit. Das Leben und der Tod. Vor dem Tod hat sie seitdem auch keine Angst mehr, auch wenn sie ihn nicht suchen würde.

Als sie ging, bedankte sie sich für mein zuhören. Sie erzählt es normalerweise niemandem, sagte sie. Da sie auf Unverständnis trifft, oder eben für Verrückt gehalten wird.
Nein, für Verrückt hielt ich diese Frau nicht, im Gegenteil, ich fand sie sehr beeindruckend, Und irgendwie gehen mir diese himmlischen Tulpengeiger mit ihren sphärischen Klängen nicht aus dem Kopf.

Ja, ich muss an viele von euch denken, wenn ich dieses schreibe. An Crazy, die so lange den Tod ihrer Oma nicht überwinden konnte, hatte gerade ihren Führerschein gemacht, freute sich, mit dem Auto ihre Oma mal abholen zu können. Doch daraus wurde nichts mehr. Die Oma starb vorher.
Oder an Feuerkind, wie sie hofft, ihr fallen noch Begebenheiten mit ihrer Oma ein.
Und an unseren Mitblogger, Mike69, der viel zu früh gehen musste, dessen Frau jetzt seinen Blog weiterführt. Nicht wohin weiss mit ihrer Trauer, wo alles sagen, sie muss vergessen und weiterleben. Wo die anderen, die Freunde, so tun, als hätte es ihren Mike niemals gegeben.
Denke an den Hut, von Angelmagia, an den Globus von Valencia, diese kleinen Dinge, die den Menschen, der nicht mehr hier ist, doch nahebringen, wenigstesn für einen Moment.

Ja, und DU, an dich ganz besonders. Die du deine so geliebte Oma so sehr vermisst, sie, die dir jeden verdammten Tag so fehlt, sie, der du so gerne noch so vieles gesagt hättest. Ich hoffe, du hast es inzwischen geschafft, sie auf dem Friedhof zu besuchen, um dort ein paar Worte mit ihr zu sprechen und ihre Antworten auf deine Fragen mitzunehemen. Ich bin mir sicher, sie passt auf dich auf und sie ist stolz auf dich.

Wie sind eure Gedanken hierzu?
Ist mit dem Tode alles zu ende, oder ist da noch etwas, der andere auf irgendeine Art noch da und ja, kann man irgendwie Kontakt aufnehemen, auf irgendeine Art?
Und dann reden wir wie immer, so als wenn garnichts wär...heisst es nicht umsonst.
.p