Gedanken oder Fragen

09.11.2011 um 06:16 Uhr

Frauen zuerst

Frauen und Kinder zuerst.
Hiess es früher, wenn ein Schiff sank, und es in die Rettungsboote ging.
Oftmals waren es zuwenig Rettungsboote für alle, oder sie konnten nicht zu Wasser gelassen werden.
Die Männer hatten zu warten, bis die Frauen in Sicherheit gebracht waren.
Kennen wir ja aus dem Film Titanic, in dem sie im Rettungsboot sitzt, heruntergelassen wird, und er steht oben, schaut ihr nach.
Ich weiss nicht ob es heute Auch noch Gültigkeit hat, Frauen und Kinder zuerst.
Ich nehme es aber an, ist wohl ein ehernes Gesetz der Seefahrt, wenngleich man heute davon nicht mehr viel hört.
Auch nicht von dem Kapitän, der als letzter noch auf der Brücke steht und mannhaft mit seinem Schiff untergeht.
Diese Vorstellung hat mich als Kind immer sehr beschäftigt.

Daran dachte ich heute, als ich las "Die Dame zuerst"
Es wurde beschrieben, wie ein Mann sich zu verhalten hat, was gutes Benehmen ist.

Lässt ein Mann der Frau an der Drehtür den Vortritt?
Selbstverständlich, stand da.
So wie er der Frau die Tür aufhält und sie vor sich hinausgehen lässt, so lässt er sie auch zuerst in die Drehtür hineingehen.
Der Mann, ganz Kavalier, geht dann in das folgende Segment der Drehtür und hilft der Frau durch schieben der Tür, diese weiterzubewegen.

Nicht die Frau, natürlich die Tür.;-) Soweit so gut. Lachen musste ich trotzdem bei der Vorstellung des schiebenden Mannes. Also meine Herren, da ist Feingefühl gefragt, nicht die Kraft eines Stieres.
Und auch nicht die Geschwindigkeit einer Autobahn.
Die Dame soll die Drehtür ja nicht in die Hacken geschoben bekommen, oder wie in einem Karussel durch die sich drehende Drehtür gewirbelt werden. Sie muss, als Frau, ja auch noch einigermassen elegant aus dieser sich drehenden Drehtür herauskommen.

Beim Paternoster ist es wohl ähnlich. Erst die Dame, sie hat den Vortritt, der Herr darf dann hinterherspringen oder auch fallen.
Und erst die Dame, heisst in diesem Fall nicht, sie hineinschubsen, sondern behilflich sein, beim eleganten Einstieg.

Gibt es diese Paternoster heute überhaupt noch?

Als Kind habe ich sie geliebt. In vielen Hamburger Bürohäusern und Ämtern taten sie ihren unermütlichen Dienst. Waren irgendwie unheimlich, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg nicht zu verpassen, dann rumpelten sie auf oder abwärts.
Und am liebsten mochte ich es, wenn dort stand
"Letztes Stockwerk, Bitte aussteigen"
Ich blieb drinnen stehen. Es wurde dunkel. Man konnte das grosse Zahnrad sehen, mit dem der Paternoster angetrieben wurde, dann ganz oben die Seitwärtsbewegung und es ging wieder abwärts.
Es zeigte sich, dass der Gedanke, Überkopf auf der anderen Seite anzukommen ein Kinderirrglauben war.
Das Leben hatte seine Tücken und auch seine Paternoster.
Frauen und Kinder zuerst, so soll es sein.
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