Gedanken oder Fragen

20.04.2012 um 02:34 Uhr

Erziehung eine schwierige Sache

Oder auch nicht?
Generationen von Eltern haben ihre Kinder erzogen, so gut sie es eben konnten und hofften dabei, dass sie es richtig machen.
Zum Wohle des Kindes, hiess es oftmals.
Und doch war vieles davon nicht selten nicht zum Wohle des Kindes, sondern eher zum Wohle der Eltern und diente der Anpassung an gesellschaftliche Normen.

Immer noch fragen sich frischgebackene Eltern, was ist richtig, wie sollte ich mein Kind erziehen. Erziehungsratgeber werden gelesen, die Grosseltern mischen sich ein mit Ratschlägen oder Bevormundungen, üben Kritik, sagen man verzieht das Kind oder sei überstreng.
So mancher hat sich auch geschworen, so wie ich erzogen wurde, so will ich mein Kind nicht erziehen, ich will niemals so werden wie meine Mutter oder Vater es waren.
Und doch, auch wenn sie niemals so werden wollten, ertappen sie sich irgendwann, dass sie genau auf dem Weg dahin sind.
Dahin, wo sie niemals hinwollten.

Erziehung ist ein schwieriges Geschäft. Ist sie denn überhaupt notwendig? Der Begriff Erziehung widerstrebt mir schon von Haus aus.
Es hört sich so sehr nach ziehen an, das Kind zu ziehen in eine bestimmte Richtung wo ich es hinbekommen möchte, egal wohin und was das Kind will.
Verbiegen könnte man es auch nennen.
Liebevoll das Kind begleiten auf seinem Weg ins Leben, diese Beschreibung würde ich schon passender finden.
Wir sind doch keine Zieher von Zöglingen ( auch so ein blöder Begriff ) ,)sondern Begleiter für eine gewisse Zeit der Kindheit und Jugend.
"Wenn man an den Grashalmen zieht, dann wächst das Gras auch nicht schneller.", sagt eine alte Indianerweisheit.

Die Geduld mit dem Kind fehlt manchmal, Lernerfolge und Fortschritte sollen sich rasch einstellen, ohne den Rythmus des Kindes zu beachten.
Noch schwieriger wird es wenn das Kind in die Pubertät kommt , da ist nichts mehr mit Erziehen. Die Erziehung sollte mit 9 oder 10 Jahren abgeschlossen sein, bis zu diesem Alter sollte das Kind gelernt haben selbstbestimmt und selbstverantwortlich handeln zu können.
Gut, früher hiess es dann oftmals: "Solange du die Beine unter meinen Tisch stellst, wird gemacht was ich sage!",
Autorität, Befehl und Gehorsam, aber wollen wir Befehlsempfänger heranziehen, die nicht zu einer eigenen Meinung und Handlung fähig sind?
Einfacher mag es erscherinen, aber was alles wird damit im Kind oder Jugendlichen zerstört?

Dabei kann es so einfach sein, wenn man es nur einfach sein lässt.
Erziehung, ja, aber mit Herz und Hirn.
So heisst es in diesem kurzen Video des Familientherapeuten Jesper Juul und dem Hirnforscher Prof. Gerald Hüther, in dem viele nachdenkenswerte Sätze über die Erziehung von Kindern gesagt werden.
"Wer von sich sagen kann, ich bin ein wertvoller Mensch, ganz unabhängig von Schulnoten..., der ist doch gut gestellt im Leben." ( Zitat: Gerald Hüther )




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