Gedanken oder Fragen

02.06.2012 um 12:51 Uhr

Montaigne und das Wollen

Ich richte mich nach mir; was ich wünsche,
wünsche ich gewöhnlich lau; und ich wünsche wenig;
und ich setze mich auch nur selten und mit Ruhe für etwas ein.
Die meisten wenden gleich ihren ganzen Willen und ihre ganze Energie auf, wenn sie etwas wollen und in die Hand nehmen.
Es gibt viel schwierige Situationen in der Welt, über die man am sichersten hinwegkommt, wenn man sie leicht und oberflächlich anpackt, wenn man darüber hinwegrutscht und nicht tief hineintritt.
Selbst die Wonne ist in der Tiefe schmerzreich:
"Das Feuer über das du schreitest, ist nur mit einer trügerischen Ascheschicht bedeckt"

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 - 1592 )

Schöne Worte von Montaigne, aber manchmal wollen wir doch und trotzdem "tief hineintreten und uns der Gefahr des des Verbrennens an der Glut des Lebens aussetzen.
Irgendwie macht dieses doch das Leben aus, diese Lebendigkeit, sich dem auszusetzen und lernen, ja, lernen können wir auch daraus.
Auch das "nicht tief hineintreten" will gelernt sein, aber kann dieses "Mit Leichtigkeit darüber hinwegrutschen" die Lösung sein?
Nur ganz und gar versinken, dieses sollten wir wohl nicht.
.