Gedanken oder Fragen

17.10.2012 um 06:52 Uhr

Ein armseliger Tausch

von: sternenschein   Kategorie: persönliches   Stichwörter: Prinzessin, Ritter, Tausch, Eintrag, Oktober, 2007

Damit ich es nicht vergesse.

Habe ich die Geschichte von der Prinzessin und dem Ritter, aus ihrer Isolation des Eintrages vom Oktober 2007 befreit und hier nach vorne gesetzt.
Ich hoffe es war kein armseliger Tausch.
Gibt es sie auch heute noch, die Prinzessinen und die glänzenden Ritter, dort irgendwo tief in uns?

Jedes Denken hat wohl seine eigene Zeit. Manchmal wünschte ich, ich könnte noch so denken, wie ich es 2007 tat. Verwehte Spuren im Sand des Vergessens suchen.
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17.10.2012 um 06:30 Uhr

Wo sind die Prinzessinnen hin ?

Stimmung: gut

Die Fliege liess sich auf meine Hand nieder.

Ich beobachtete sie. Sie putzte sich emsig mit ihren Beinchen. Strich wieder und wieder damit über ihren Kopf, über ihre Riesenaugen.
Dann mit den Hinterbeinchen über über ihre fast durchsichtigen, von schwarzen Linien durchzogenen filigranen Fluegel.

Sie schaute mich an. Ich bot ihr ein Körnchen Zucker dar, das sie mit ihrem Saugrüssel ertastete, nahm, sich einverleibte..zufrieden summend flog sie dann davon.

Ich war noch Kind, die Welt sah anders aus, hatte noch Zauber, so wie die Fliege auch.
Bei der ich immer Angst hatte, ihr zartes Kopfchen wuerde vom Koerper fallen.

Für mich hatte sie den gleichen Wert, wie ich selbst auch. Gleichwertig eben, Lebewesen..
Und heute? Heute würde ich sie wohl erschlagen, nicht mehr erkennen. Wie verändern wir uns doch, im Laufe eines Lebens

. Und so frage ich mich mit
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voller Wehmit, wo nur sind die edlen Märchenprinzessinen und Ritter hin, die sich den Mantel des Erwachsenseins uebergeworfen haben, damit man ihre edle Herkunft, nicht erkennt. Damals besaßen sie sie noch.
Haben sie ihre Traeume im Märchenland des Vergessens abgegeben?
Trug der Vogel der Vernunft sie mit sich fort?

Welch ein armseliger Tausch.

17.10.2012 um 05:38 Uhr

Wassili Archipow sei Dank

Kaum einer kennt den Namen Wassili Archepow.

Und doch ist er ein Held, ein Held im Jahre 1999 starb.
Ohne Wassili Archepow hätte es mich und wahrscheinlich auch euch nicht (mehr) gegeben. Kein Blogigo und wohl kaum Leben, hier in Deutschland.

Wir wuchsen mit der Atom- und Wasserstoffbombe auf.
Mit diesem Gefühl, es könnte in jedem Moment alles vorbei sein, mit der frage, ob wir das nächste Morgenrot noch erleben werden.
In der Schule wurde uns gezeigt, wie wir uns bei einem Atomnombenangriff verhalten sollten.
Die Ruhe bewahren, sich unter den Tisch kauern, oder sofern man draussen im Freien ist, in den nächsten Graben springen, sich die Aktentasche zum Schutze über den Kopf ziehen.

Keine guten Gedanken für ein Kind.
Die Hiroshima und Nagasaki Bilder im Kopf machten es auch nicht besser.

So war die Frage untereienander oftmals, was würdest du machen wenn?
Atombunker gab es so gut wie keine. Nach Gräben hielt ich auf dem Schulweg auch nicht Ausschau, wenn mal wieder die Sirenen ihren ABC Alarm langanhaltend Probeheulen liessen. Da konnte einem dann nur noch eine Schauer den Rücken herunterlaufen.

Das Hamburger Abendblatt druckte Verhaltensmassnahmen für den Fall der Fälle ab, zeigte auf einer Grafik in konzentrischen bunten Kreisen, was geschehen würde, wenn eine Atombombe über der Alster gezündet werden würde.

Nein, da blieb keine Hoffnung. Hamburg würde es nicht mehr geben, und im Umkreis von 80 Kilometern würden die Überlebenden sich wohl wünschen, gleich gestorben zu sein, anstatt jetzt unter höllischen Qualen elendig dahinzusiechen.
Es waren keine schönen Aussichten und Gedanken, für ein Kind schon garnicht. Selbst der Gedanke, wenn es denn einen Atombunker gegeben hätte, den man erreichen hätte können, in dem man den Angriff vielleicht hätte überleben können, wer hätte schon im Anschluss daran hinausgehen und weiterleben wollen?

Vor genau 50 Jahren, im Oktober 1962 gab es dann die Kuba Krise.
Es war wie ein Tanz auf dem Vulkan, ganz dicht am Abgrund.
Wir wussten alle, es kann morgen alles vorbei sein.
Die Sowjetunion stationierte Mittelstreckenraketen auf Kuba, die USA verhängten eine Seeblockade vor der Insel. Drohten mit einem Angriff und der Besetzung von Kuba.
Anerikanische Kriegschiffe und Zerstörer sollten die Seeblockade durchsetzten, dafür sorgen, dass die vor Kuba liegenden Schiffe aus der UDDSR wieder abdrehten. Grosses Droh und Gefahrenpotential war angesagt.

Das Sowjetische U Boot B-59 wurde unter Wasser ausgemacht, mit Übungswasserbomben wollte man es zum auftauchen zwingen.
Der Kapitän des B-59 gab Befehl einen atombestückten Torpedo auf den US Zerstörer abzufeuern.

Dieser Atomangriff auf ein US Kriegsschiff hätte wohl eine Nukleare Kettenreaktion und den Atomkrieg ausgelöst, samt Atombombenzündung über Hamburg und vielen anderen Städten in Deutschland. Wir waren doch alle als Ziele in den Systemen der Atomwaffen gespeichert.

Doch der zweite Kapitän des U Bootes B-59 Wassili Archipow sagte "Nein", weigerte sich diesen Initial Torpedo abzufeuern und setzte sich durch.
Ihm verdanken wir wohl alle unser Leben und "noch" Sein.

Siehe auch den interessanten Spon Artikel

Spiegel-Online/einestages


War es Schicksal, Zufall oder Fügung, dass gerade dieser Mann, Wassili Archipow auf diesem U.Boot zu dieser Zeit seinen Dienst tat?
Ich jedenfalls bin ihm sehr dankbar, dass er da war und eine Katastrophe ungeheuren Ausmasses verhindert hatte mit seiner "Sturheit".
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