Gedanken oder Fragen

25.10.2012 um 02:29 Uhr

Die Wand jetzt als Spielfilm

Die Meinungen zu dem Roman "Die Wand" von Marlen Haushofer gehen auseinander.
Manche empfinden den Roman als langweilig, andere sehen in ihm grosse Literatur.

Man sollte einen Roman wohl nicht nur mit den Augen lesen, sondern die Geschichte fühlen und nachempfinden.

In "Die Wand" fährt die Protagonistin in die Berge, um in einem alten Häuschen den Urlaub zu verbringen, zu entspannen.
Als ihr Begleiter ins Dorf geht, kommt er nicht mehr zurück, sie ist alleine.
Soweit noch nicht ungewöhnlich.
Doch als sie ihn am nächsten Morgen suchen will, stösst sie plötzlich auf eine gläserne Wand, die sie von allem trennt, was dahinterliegt. Es scheint so, als sei alles ausserhalb dieser Wand nicht mehr am Leben.
Nur sie noch, in ihrem gläsernen Gefängnis in den weitläufigen Bergen ist noch am Leben. Und die Tiere, die bei ihr sind.Luchs, der Hund und einige Katzen. Die Rehe des Waldes und die Kuh, die sie findet.


Jetzt muss sie planen, wie sie überleben will, wie Holz und nahrung für den Winter beschaffen, wie die Einsamkeit und die einsamen Abende überstehen, ohne dabei verrückt zu werden.

Manche sagten, es sei ein Katezenbuch, andere empfinden es als Hundebuch.
Ich selbst vielleicht als Wald und Krähenbuch.

Ich habe dieses Buch gefühlt, innerlich durchlebt, und immer wenn im Winter hier die Krähen kommen, sich versammeln, dann denke ich an Marlen Haushofer, wie sie sie fütterte, und als alle Krähen weg waren, dann erst gab sie der weissen Krähe ihr Futter, die solange wartete, da die anderen Krähen sie als weisse Krähe, die aus der Art schlägt, sonst vertrieben hätten.

Ich habe die Bilder des Buches im Kopfe, ich hoffe, der film zerstört diese Bilder nicht.
Werde sicherlich auf die Krähen warten, auf die weisse Katze, die am Ofen ihre Milch schleckt und auf das Kalb, welches geboren wird.
Die Texte, die Gedanken der Protagonistin, werden in dem Film sehr leise und eindringlich schön gesprochen. Bin gespannt darauf.



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