Gedanken oder Fragen

01.05.2013 um 22:44 Uhr

Es ist nicht mehr zu verbergen

Es gibt ja auch keinen Grund, es zu verbergen.
Ihr seid alle so lieb, die Nachfragen häufen sich, weshalb ich nur nur noch so selten Einträge verfasse.
Ich wollte es nicht öffentlich machen, doch jetzt habe ich mich anders entschieden, da es nicht mehr zu übersehen ist.

Die Haare sind mir von der Chemo ausgefallen, was nicht weiter schlimm ist, Ich habe mir eine Glatze geschnitten, damit sie nicht überall an der Kleidung herumhängen.
Seit Anfang November lebe ich mit den Unterschiedlichsten Krebsverdachtsdiagnosen
Etliche hatten sich als nicht wirklich greifbar erwiesen.
Geblieben ist die Diagnose von der Onkologie:"Grosser Krebstumor, unheilbar im Endstadium".

Dazu eine palliative Chemotherapie und eine Bluttransfusion aufgrund der schlechten Blutwerte.
Verordnung von Morphinhaltigen Schmerztropfen, die mich manchmal derartig durcheinaderbringen, so dass ich hier kaum etwas sinnvolles schreiben kann. Selbst das konzentrieren darauf, in eure Blogs zu lesen, fällt mir oftmals wahnsinnig schwer, obwohl ich es doch so liebe.

Ich frage mich gerade, ob die Chemotherapie mir eher gut tut, oder im Gegenteil, mehr Schaden anrichtet als sie hilft.
Denn diese Zellgifte zerstören ja auch gesunde Zellen, der Schleimhäute, behindern die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Meinen Optimismus habe ich dennoch nicht verloren.
Ich glaube an den Sinn des Lebens, habe aber auch keine Angst vor dem sterben. Was vieles in dieser Hinsicht einfacher macht. Denn die Angst ist kein guter Ratgeber.
Ich werde auch nicht kämpfen. Ich will durchlässig sein, den Sturm sich austoben lassen, seine Kraft nutzen, ihn als Freund ansehen, bis er sich beruhigt hat und vielleicht einfach weiterzieht.;-)

Oh doch, ich bin in meinem Zustand immer noch guter Dinge und irgendwie gespannt, auf das was kommen wird.

Denn so konnte ich sehr viele neue Erfahrungen sammeln, die einem im gesunden Zustand wohl eher verbrorgen geblieben wären.
Klar, es wird sich wohl keiner drängeln, diese Erfahrungen machen zu "müssen". Doch ich selbst empfinde sie als ungemein bereichernd.

Denn, wann sonst hat man die Möfglichkeit zusammen mit etwas 10 Krebspatieten, in der Onkologie zu sitzen und zuzuschauen, wie der Chemiecoktail Tropfen für Tropfen, bei allen aus den Infusionsständern über Kanülen in die Körper läuft.
Neun Stunden sass ich so da, bei der letzten Chemo. Ein Vergnügen war es wirklich nicht.
"Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist. dann ist es auch noch nicht das Ende", heisst es so schön.
Ich bin mit mir und meinem Leben im Einklang und das ist gut so.
Ich möchte noch einiges erleben, leben, und wenn es gut geht, werde ich dieses wohl auch noch, wenn mir die Zeit dazu geschenkt wird.

PS.: Fotos von meinem Charakterglatzkopf werde ich aber nicht hier hereinstellen, auch wenn der eine oder die andere es sich wünschen würde.*g*
Und ja, oftmls muss ich auch über alles lachen, was im Zusammenhang mit dieser Krebserkrankung steht.
Lachen ist gesund und wer noch lachen kann, hat noch lange nicht verloren.
Meinen Lesern wünsche ich alles Gute ud es war mit Sicherheit noch nicht mein letzter Eintrag hier bei Blogigo.