Gedanken oder Fragen

05.06.2013 um 17:20 Uhr

Save the last Dance for me

Weinend und schreiend kommen wir wohl alle auf die Welt.
Hinausgeworfen in das Leben welches uns mit Kälte empfängt.
Jedenfalls bei mir war es so, im eisigen Nachkriegswinter, 1946.
Ich war eine Hausgeburt. Alles war schwierig, Fensterscheiben kaputt von den Bombenangriffen, notdürftig abgedichtet mit Sperrholz und dem Lila Pergamentpapier aus der Verdunkelungszeit der Bomenangriffe.
Heizstoff wie Briketts gab es so gut wie nicht, Essen auch kaum, nur sehr wenig auf Lebensmittelmarken.
Eine Petroleumlampe mit ihrem Spiegel erhellte die Dunkelheit leicht flackernd und rußte etwas vor sich hin. Die Elbe bei Hamburg, sie for in diesem Winter zu. Zu Fuss konnte man sie überqueren.

Jetzt mal ehrlich, ein kurzer Blick in diese kalte Welt, ist doch wirklich Grund genug als neuer Erdenbürger zu schreien und zu weinen, aus allen Leibeskräften.

Ich lebte - immerhin. Und ich wollte leben, und wie.
In den Jahren danach wurde es langsam wärmer und besser.
Schöne Kindersommer folgten, voller Kinderspiele, Kindergedanken und Sonnenschein.

Vielleicht rührt mein grenzenloser Optimismus auch daher, egal wie schlecht etwas ist, es kann besser werden-;-)

Ja, weinend und schreiend kam ich auf die Welt.

Heute dachte ich, so möchte ich nicht gehen, wenn es denn einmal so weit sein sollte. Jedenfalls nicht weinend und schreiend.
Dann, wenn es soweit ist, dann möchte ich tanzen, lachen und singen, zumindest in Gedanken, ich hoffe, dass es mir möglich ist, auf diese Art zu gehen, wenn ich diese Welt einmal verlassen muss. Zufrieden und mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Aber wie gesagt, noch ist es lange nicht soweit.
Noch wird mir Zeit geschenkt, noch darf ich den Sonnenschein und die Temperatur von 25 Grad Celsius geniessen, den Vögeln und dem Kuckuck zuhören und mich von den Libellen neugierig beäugen lassen. Es ist ein wunderschöner Tag, dem noch etliche folgen werden.

Und zum Schluss werde ich lächelnd sagen:
"Save the last Dance for me"

Und immer wieder:"Ist das Leben nicht schön".