Gedanken oder Fragen

11.04.2011 um 14:02 Uhr

Abschied nehmen kann man nicht üben

Abschied nehmen kann man nicht erlernen oder üben..
So oft wir im Leben uns auch verabschieden, uns trennen, es lässt sich nicht üben oder erlernen..
Es ist jedesmal neu und anders, dieses Abschiednehmen.

Manches ist geplant, wie das Ende der Schulzeit, das Urlaubsende, der Arbeitgeberwechsel, ein Umzugt. Mit einem Neubeginn verbunden.
Beendigung und Aufbruch zugleich.
Manchmal ist dieses Ende mit Trauer verbunden, manchmal mit Erleichterung und Zuversicht, machmal mit all diesen Gefühlen gleichzeitig.

Der Mensch schreitet fort und vorwärts. Muss dabei einiges auf seinem Wege zurücklassen um neue Ziele erreichen zu können.
Beharren und Festhalten wollen was man hat, steht dem loslassen, um weitergehen zu können, oftmals im Wege.

Nicht umsonst heisst es:" Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach".
Weshalb nicht die Taube, wenn sie doch so greifbar erscheint?
Oftmals ist die Angst grösser, sie fliegt davon, in dem Moment in dem wir nach ihr greifen und wir stehen mit leeren Händen da..
Spatz losgelassen, Taube weggeflogen und nicht erreicht.
So kann es gehen, muss es aber nicht. Vielleicht hat die Taube auch nur auf uns gewartet, dass wir nach ihr greifen. Wartete sie zu lange, wird sie wegfliegen, auch ohne dass wir nach ihr griffen.
Wir können ihr dann nur noch hinterhersehen, die Chance ist vertan.

Das Abschied nehmen von Menschen ist seltener geplant, jedenfalls wenn es ein endgültiger Abschied ist.
Menschen gehen aus unserem Leben, manchmal vollkommen unvorbereitet und gänzlich überraschend. Unter Umständen so schnell, dass uns nicht einmal die Zeit zum wirklichen Abschied nehmen bleibt.
Diese Art von Abschiede sind wohl die schlimmsten.
Sie treffen uns zutiefst und erschüttern unser Inneres.
Nein, üben können wir das Abschiednehmen das Trennen nicht. Egal wie oft wir dieses alles schon erlebt haben, es ist jedesmal etwas neues und die Gefühle dabei immer wieder anders.

"Nehmt Abschied Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr,
die Zukunft liegt in Finsternis und macht das Herz uns schwer.
Der Himmel wölbt sich überm Land, ade, auf Wiedersehen,
wir ruhen all in Gottes Hand, lebt wohl, auf Wiedersehen."


Heisst es in einem alten Volkslied, welches sich mit dem Abschied befasst.
Frage mich, weshalb in dem Lied nur die Brüder, nicht aber die Schwestern erwähnt werden. Für sie gilt es sicher genauso.
Und auch wenn die Zukunft in Finsternis liegen mag, sich unseren Blicken entzieht, so kann ihr Licht uns doch hell und warm empfangen, wenn wir uns ihr nähern, die Sonne aufgeht und der neue Tag beginnt.
. .

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. wbidi schreibt am 11.04.2011 um 15:40 Uhr:Nehmt Abschied Brüder...

    möglicherweise werden hier nur die Brüder genannt, weil es immer die Männer waren, die in den Krieg zogen und außer ihren Familien auch noch ihre Heimat verlassen mussten.
    Ihre Frauen und Familien nahmen zwar auch Abschied (von ihnen), aber sie hatten wenigstens ihr Zuhause noch.
  2. aloneone schreibt am 12.04.2011 um 07:13 Uhr:Traurige Gedanken...

    Wir wissen ja, dass hinter jeder Beziehung, jeder Bekanntschaft, überhaupt hinter allem ein Abschied steht - es sind im Laufe des Lebens so viele, bevor wir dann irgendwann selbst diejenigen sind, die Abschied nehmen müssen (oder unsere Umgebung von uns). Aber das gehört zum Leben dazu.

    Nein, Abschied nehmen kann man nicht üben, und man kann es auch nicht vorwegnehmen. Umso schöner, wenn einem in diesen Stunden jemand zur Seite steht und ein wenig Trost spendet.
  3. sternenschein schreibt am 14.04.2011 um 03:36 Uhr:@wbidi,
    danke für deinen Kommentar.
    es wird wohl so sein, wie du es beschreibst.
    Heute müsste es dann aber angepasst werden, in Zeiten in denen auch Frauen in den Krieg ziehen.
    Schöner wäre es ohne Krieg, aber ob es jemals kriegsfreie Zeiten geben wird?

    Liebe @aloneone,
    so traurig fand ich diesen Eintrag garnicht, da das Menschsein und das Leben eben so ist, ein kommen und gehen.

    Manchmal möchten wir wohl festhalten, an dem was ist, doch dauerhaft können wir es nicht. Das Leben schreitet weiter so lang wir leben.
    Hatte jetzt über Google einen Song gefunden, in dem es heisst man sollte das Abschiednehmen üben.
    Aber wie geschrieben, ich denke doch, dieses kann man nicht. Und in allem neuen immer schon den Abschied vorwegnehmen, eben um zu üben, damit es in dem Fall des Endes einen nicht so hart trifft, würde ich nicht für sinnvoll halten.

    Liebe Grüsse
  4. Hidee schreibt am 25.04.2011 um 22:38 Uhr:Heute erst habe ich diese Gedanken von Dir gefunden, und ich finde sie wundervoll. Es passt gerade auch :)
    Abschied nehmen ist einmal Erschütterung. Da ist gleichzeitig die Zukunft, von der du schreibst, es wird "ihr Licht uns doch hell und warm empfangen, wenn wir uns ihr nähern, die Sonne aufgeht und der neue Tag beginnt." Danke für Deine Gedanken :), liebe Grüße, Hidee

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