Gedanken oder Fragen

23.01.2009 um 20:05 Uhr

Amoklauf in Kindertagesstätte, Entsetzen und Trauer in Belgien

Kinderhort "Fabeltjestand" (Märchenland) wurde zur Todesfalle.
Trauer und Entsetzen erfasst Belgien angesichts dieser unfassbaren Bluttat eines Amokläufers, der zwei Kinder und eine Betreuerin erstach.
Sowie weitere 11 Kinder und zwei Erwachsene, durch Messerstiche, zum Teil schwer verletzte.

Der hagere 20 jährige Kim D., mit den knallroten Haaren, hatte sich das Gesicht mit schwarz weissen Streifen bemalt.

So drang er über einen Seiteneingang der Kindertagsstätte ein , in der sich 18 Kinder und sechs Betreuer befanden.
Der Kinderhort befindet sich in der 45.000 Einwohnergemeinde Dendermonde in der Nähe von Brüssel.

Nach dem Einlass, begab sich der Amokläufer sofort in den Bereich in dem die Babys liegen und begann mit einem Messer auf die Kinder einzustechen.
Dabei erstach er, neben den zwei Kleinkindern auch die Betreuerin. Verletzte 11 Kinder und 2 Betreuer zum Teil schwer.. Im Hort brach Panik aus.

Der Täter floh mit seinem Fahrrad, wurde aber zwischenzeitlich von der Polizei gestellt.

Ob der Mann psychisch krank ist, bzw. in Behandlung war, wollte der Belgische Innenminister noch nicht sagen, auch zur Identität des Mannes wird sich zur Zeit noch ausgeschwiegen.

Der Täter, Kim D. ( 20 ) soll nach neuen Informationen ein stiller, und zurückgezogen lebender Mann sein.
Er war bisher weder in psychischer Behandlung noch sonst auffällig, wird auch nicht mit Alkohol noch Drogen in Zusammenhang gebracht. Vor zwei Wochen verlor Kim D.seinen Job in einem Dekorationsartikelgeschäft.
Zu der Tat äusserte sich der Tatverdächtige nach wie vor nicht.



Weshalb?
Kann ich mich da nur fragen. Was geht oder ging in so einem Menschen vor?

Dieses ist doch das Horrorszenario für Eltern schlechthin. Im Glauben zu sein, ihr Kind sei gut und sicher im Hort "Märchenland" aufgehoben, und dann die Nachricht zu bekommen, ihr Kind, ihr Baby, wurde dort von einem eventuell "Wahnsinnigen" erstochen.
Wohl fast unmöglich, als Mutter oder Vater mit so etwas fertig zu werden. Das verfolgt einen doch ein Leben lang. Da kommt man niemals drüber hinweg.

Wann hat dieser Wahnsinn mit den Amokläufen endlich ein Ende?
Und die Betreuer/innen? Hätten sie etwas verhindern können? Den Täter überwältigen können?

Als Vater oder Mutter hätte man vielleicht versucht, ihn mit einem Stuhl oder anderen Gegenstand niederzuschlagen, versucht ihn abzuhalten, das Kind zu schützen. Vielleicht. Wer weiss es schon wirklich, wie er in einer derartigen Situation reagiert hätte.

Trauer und Entsetzen über diese grausige Bluttat in Belgien. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Eltern sowie den Opfern.
Nachrichten die bewegen und einen mit der Frage zurücklassen,
WARUM?
Fakten aktualisiert 25.01.09
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. AngelInChains schreibt am 23.01.2009 um 20:14 Uhr:"Wann hat dieser Wahnsinn mit den Amokläufen endlich ein Ende?"

    Auch, wenn es grausam klingt: Ich denke, es wird NIE enden. Es gab schon immer Amoklaeufe und wird sie auch immer geben. Es scheint wohl in der "Natur" des menschlichen Zusammenlebens zu liegen, dass irgendwer immer irgendwelche Agressionen bekommt und diese dann gegen andere Menschen richtet.

    Dennoch bleibt natuerlich zu hoffen, dass soetwas moeglichst selten vorkommt und dass in solchen Faellen die Taeter moeglichst schnell ueberwaeltigt werden koennen, bestenfalls so, dass keiner zu Schaden kommt (was aber wohl auch illusorisch ist).
  2. Novemberkind schreibt am 23.01.2009 um 21:38 Uhr:Du hast genau das sehr gut geschrieben, was ich auch denke, und hier vielleicht etwa so schreiben wollte.
    Warum?
    Ich glaube das Fragen viele, aber ob es darauf wirklich eine Antwort gibt. Weil Menschen so sind. Ich weiß nicht.
    Ich finde es schrecklich und denke auch seit ich die Nachrichten gesehen habe daran.
    Kinderleben zerstören, überhaupt Menschenleben zerstören und auslöschen - die Frage ob der Mann psychisch krank ist muss eigentlich gar nicht mehr beantwortet werden ...
    Einfach nur schrecklich und grausam.
  3. ZooStation schreibt am 23.01.2009 um 21:56 Uhr:Ich denke auch, solche schrecklichen Dinge wird es immer geben - eher mehr als weniger. Entweder wir lernen, mit der Reizüberflutung klarzukommen, oder wir implodieren als Zivilisation. Einige schaffen es einfach nicht. Die explodieren dann.

    Als Vater darf ich mich gar nicht weiter mit diesen Fällen beschäftigen, sonst wäre ich sehr schnell ein Verfechter der Selbstjustiz...
  4. sternenschein schreibt am 24.01.2009 um 02:41 Uhr:@AngelInChains und @Novemberklnd,
    denke auch, zu verhindern wird so etwas wohl kaum sein.
    Zu prüfen wäre aber, ob diese Amokläufe in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben oder nicht. Wenn ja, worin die Ursache dafür zu suchen ist. Diese Schul und Kindergartenattentate empfinde ich als besonders schlimm, wenn gleich die Amokläufe in Betrieben, auf Ämtern oder eben einfach auf Festen, sowie diese sogenannten "Familientragödien" bei denen überwiegend Männer, häufig aus Eifersucht und verletzten Stolz ihre ganze Familie, teils auch noch Unbeteiligte töten ebenso grauenvoll sind.
    Die Anzahl dieser Taten scheint zugenommen zu haben, kann aber auch der schnelleren Verfügbarkeit der Infos durch die modernen Medien nur so erscheinen.
    Natürlich gab es so etwas früher auch schon, zum Beispiel den Fall in dem ein Mann, in Deutschland, mit einem Flammenwerfer in eine Schule eindrang, und ich glaube über20 Kinder tötete. Da gab es noch keine PC Spiele, und die Reizüberflutung mit drei Fernsehprogrammen hielt sich auch noch in Grenzen.
    Wobei ich bei dir, @Zoostation und deiner These der Reizüberflutung bin.
    Meinst du, es liegt, zumindest zum Teil mit daran?
    Oder auch mit der damit einhergehenden Überforderung durch die Gesellschaft vieler Menschen?
    Ich bin ein Gegner der Selbstjustiz und auch eher sehr friedfertig.
    Doch in solch einem Fall, würde ich wohl alles was möglich wäre einsetzen um so etwas abzuwehren, da wäre mir wohl jedes Mittel recht.
    In einem Bericht allerdings hatte ich gelesen, dass die eine Erzieherin ums Leben kam, weil sie eingreifen wollte.
    Das wollte ich Angel auch fragen. Du sagst ja auch immer, dass du total friedlich bist, aber wenn du bedroht wirst, dich wehren würdest.
    Was hättest du in diesem Fall gemacht, wenn du dort gearbeit hättest? Hättest du versucht wegzulaufen, oder eher den Täter versucht mit irgendetwas niederzuschlagen oder anders kampfunfähig zu machen?
    Diese Frage natürlich nur unter dem Gesichtspunkt, dass wir niemals wirklich wissen können, wie wir wirklich in einem derartigen Moment handeln würden.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  5. TheNicciPain schreibt am 24.01.2009 um 07:27 Uhr:Aber in Europa steckt man lieber Leute weg, die schwarz mit der Bahn fahren, anstatt solchen Abschaums. Tut mir leid. Null Verständnis. Therapie? Schwachsinn! Wenn mein Kind unter den Opfern wäre, wüsste ich was ich täte, denn was hab ich dann noch zu verlieren???
  6. AngelInChains schreibt am 24.01.2009 um 18:16 Uhr:Ich denke, der Druck, der heute allgemein auf der Gesellschaft liegt, treibt schon eine Menge Leute in den Wahnsinn. Natuerlich war es waehrend der Weltkriege auch nicht gerade "stressfrei", und die psychischen Krankheiten, die gerade Soldaten nach Kriegseinsaetzen haben, stehen heute im Fokus vieler Mediziner. Dass Belastung bzw Ueberlastung (auf physischer, aber auch besonders auf psychischer Ebene) zu Krankheiten fuehren, ist also erwiesen. Dass Kriminalitaet da ansteigt, wo Unzufriedenheit herrscht, ebenfalls (siehe "Auslaender-Ghettos" oder meinentwegen auch Plattenbausiedlungen, wobei es voellig egal ist, welcher Nationalitaet die Menschen dort sind). Ich denke, da haben sich die Umstaende allein in den letzten paar Jahren sehr verschlechtert.

    Aber dass es frueher weniger Gewalt gegeben haben sollte, gerade, wo Waffen nach dem 2. Weltkrieg sicher leichter zu haben waren? Vielleicht liegt es doch nur daran, dass wir heute eine staerke Berichterstattung haben? Um das zu klaeren, muesste man sich eine verlaessliche Statistik ansehen. Nur wo findet man die?

    Von Selbstjustiz halte ich mal gar nichts. Denn damit stellt man sich auch auf eine ziemlich miese Stufe (womit ich nicht sagen moechte, dass Menschen in Gruppen einzuteilen waeren, aber ich denke, es ist verstaendlich, was ich meine). Aber was nicht unter Selbstjustiz faellt, ist, zumindest fuer mich, sich entweder selbst zu wehren, wenn man selbst angegriffen wird, einzugreifen, wenn ein anderer Mensch angegriffen wird, wobei ich darunter nicht nur das Abwehren von Angriffen verstehe, sondern auch Handlungen, die dazu fuehren, dass der Angreifer angriffsunfaehig wird.

    Was ich getan haette, ist so eine Frage. Ich weiss, wie ich sie beantworten wuerde, aber da wuerde ich sowieso nur ein "Behaupten kann man vieles!" zurueck bekommen ;) Aber mein Gefuehl sagt mir, dass ich sicher eingegriffen haette. Ich haette versucht, mit den Mann mit einem Stuhl o.ae. vom Leib zu halten, ihn gleichzeitig aber so in eine Ecke zu draengen, dass es irgendwie moeglich waere, ihm die Waffe/n anzunehmen (meinentwegen auch durch das Niederschlagen mit einem Stuhl). Ich nehme an, er hatte nur ein Messer gleichzeitig in der Hand? Das muesste man ihm doch abnehmen koennen. Gerade, wnn mehrere Menschen ihn gemeinsam zu ueberwaeltigen versucht haetten. Zu mehreren ist man sowieso staerker, aber auf wen kann man sich schon verlassen? Die meisten Menschen waeren wahrscheinlich weggerannt oder haetten bloss zugesehen :/

    Auch nuetzlich waere es vielleicht gewesen, zu versuchen, die Anwesenden vom Taeter zu trennen und nach draussen zu treiben. Aber wenn der Taeter dann hinterher gerannt gekommen waere, waere es wieder zu einer direkten Konfrontation gekommen. Das haette sich wohl nicht vermeiden lassen.
  7. sternenschein schreibt am 27.01.2009 um 10:03 Uhr:@Nicci,
    ich bin ja auch nicht für Selbstjustiz und auch nicht für Todesstrafe, doch kann ich deine Gedanken verstehen. Sie hätte wohl jedes Elternteil, wenn es betroffen wäre.
    Das is ein Traume ohne gleichen, wenn das eigene Kind getötet wird, zudem noch dort, wo manes in Sicherheit wähnt.
    @AngelInChains,
    klar wissen wir nie, wie wir wirklich reagiert hätten.
    Aber ch denke, in so einer Berohungsstuation sollte man sich heftigst zur Wehr setzen und es nicht nur über sich ergehen lassen.
    E sind zwar unschöne Gedanken, aber dennoch halte ich sie nicht für überflüssig.
    Um in etwas zu wissen was man tun sollte in verschiedenen Situationen und was nicht. Vielleicht fällt einem dann ja das reagieren auch leichter.

    Die verletzten Opfer soll er ja derart zugerichtet und verstümmelt haben, dass da plastische Operationen nötig sind.
    Zudem wirde jetzt angenommen, dass der Täter bereits eine Woche vorher eine alte Dame erstochen hat, deren Mann sich gerade bei ihren Nachbarn aufhielt.
    Da die Polizei dort keine Anhaltspunkte oder ein Motiv fand, tappte sie im dunklen.
    Schade, denn wenn er aufgrund dieser Tat hätte festgenommen werden können, dann hätte es dieses Gemetzel im Kindergarten wohl nicht gegeben.
    Weiterhin wird vermutet, dass er noch mehr solche Taten geplant hatte, da er auf einem Zettel die Adressen weiterer Kindergärten bei sich hatte.
    Zum Motiv schweigt er immer noch, gibt sich bei der Vernehmung arogant und lacht höhnisch die Beamten aus.
    Und natürlich hebt der Spiegel hervor, dass er Gothic Musik hörte. Das scheint ja wohl sehr wichtig zu sein. ;-) Neben seiner Schurken "Joker" - Verkleidung, die eventuell dem Batman Film nachempfunden ist.
    Liebe Grüsse
  8. sternenschein schreibt am 27.01.2009 um 19:34 Uhr:Nein, eine Tat wird sicher nicht schlimmer oder gerechtfertigter, durch das Aussehen des Täters.
    Der Ehemann, der im Saarland seine Frau mit der Axt erschlug und zwei? seiner Kinder, hatte sich sicherlich vorher nicht geschminkt. nehme ich jedenfalls an.
    "Nur" betrunken hatte er sich reichlich. Ob die Bierflaschen sichergestellt wurden, weiss ich nicht. Vielleicht sollte ja Bier verboten werden?
    liebe Grüsse
  9. AngelInChains schreibt am 27.01.2009 um 21:23 Uhr:Mir faellt gerade auf, dass ich im letzten Kommentar "Politik" statt "Polizei" geschrieben hatte, aber das nur am Rande.

    So zeigt sich leider auch in solchen traurigen Faellen noch, wie ungleich die Gesellschaft Menschen bewertet. Immer kommt es auf Aeusserlichkeiten an. Wer abweicht, gilt gleich als gefaehrlicher, schlimmer, boesartiger, als jemand, der nicht abweicht, und dieselbe schlimme Tat begangen haette. Dann schreit man schonmal nach Verboten von bestimmter Musik, bestimmter Kleidung, was auch immer. Bei "normalen" Attributen des Taeters kaeme keiner auf die Idee.
  10. AngelInChains schreibt am 27.01.2009 um 23:31 Uhr:War Leonard Orr nicht der "große Pionier des neuen Zeitalters" und Erfinder des "Energieatmens"? Fuer dessen Seminare man lediglich 500 bis etwas ueber 1000 Euro zahlt, dafuer danach aber ein viel gluecklicherer, bewussterer und ganzheitlich empfindender Mensch ist? Ohne Psychosen? Kann man dann auch gleich Auren sehen lernen, den Erzengel KRYON channeln und Astralreisen durchfuehren? Oder geht das auch ohne Rebirthing?
  11. AngelInChains schreibt am 28.01.2009 um 00:31 Uhr:Ich finde es nur nicht schoen, dass geistige Lehrer, die doch angeblich der Menschheit zu Glueck verhelfen wollen, ganz eigennuetzig Unsummen von Geld fuer "Unterweisungen" verlangen (egal, ob Orr oder sonstwer). Ginge es nicht ums Geldverdienen, sondern tatsaechlich um das Wohl der Welt, waere es dann nicht anders?

    Natuerlich kostet alles Geld. Natuerlich sind Lehrer davon nicht ausgenommen und auch sie sollten einen Lohn fuer ihre Arbeit erhalten. Oder zumindest eine Entschaedigung. Nur rechtfertigt das nicht horrende(!) Preise fuer Seminare, Buecher, irgendwelche Geraetschaften und sonstiges Klimbim.

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