Gedanken oder Fragen

24.06.2009 um 05:59 Uhr

Bier her

Stimmung: gut

Vorgestern Abend war ich mal wieder Lebensmittel einkaufen gefahren.
Was mir auffiel, waren die Männer die nur ein Sechserpack Bier auf das Kassenlaufband stellten. Sechserpack, sonst nichts weiteres.
Dabei dachte ich, sie wollten auch etwas für das Abendessen einkaufen.
Taten sie wohl auch aus ihrer Sicht.
Ihr Abendessen bestand wohl aus Bier.

Auch wenn unser Herr Zebulon immer sagt:"Hauptsache es ist Bier im Haus", so kam es mir doch recht merkwürdig vor.

Gut, Alkohol wird dort öfter gekauft. Oft von Gruppen, die dann zu den Flaschen noch Chips, Knabberzeugs und Fleisch aufs Band stellen. Guter Laune sind und scheinbar feiern oder grillen wollen.
Aber diese Sechserpack sahen nicht nach guter Laune, Freude oder Feiern aus . Eher nach Traurigkeit.
Nach ich und meine Bierflasche.

Goethe sagte mal zu Knebel:

Das Bier macht das Blut dick,
und verstärkt zugleich die Berauschung durch den narkotischen Tabaksdampf. So werden die Nerven abgestumpft und das Blut bis zur Stockung verdickt. Wenn es so fortgehen sollte, wie es den Anschein hat, so wird man nach zwei oder drei Menschenaltern schon sehen, was diese Bierbäuche und Schmauchlümmel aus Deutschland gemacht haben...und was kostet der Greuel!

Nun sind schon zwei oder drei Menschenalter seit Goethe vergangen, geändert hat sich wohl nicht viel.
Würde allerdings gerne wissen, was der alte Goethe so narkotisierendes geschmaucht hatte.

Wäre die Menschheit trauriger ohne die Erfindung des Alkohols? War es eine gute und sinnvolle Erfindung oder Entdeckung des gegorenen berauschenden Stoffes?
Eine Welt ohne Alkohol, eine merkwürdige Vorstellung. Wäre es eine Welt ohne Feiern und Feste, ohne Oktoberfest, ohne Kneipen?
Würden die Menschen nicht mehr zueinander finden in trunkener Glückseligkeit? Schützenfeste, Tanzveranstaltungen ohne Sektbar, fast unvorstellbar.
Aber auch so manche Schlägerei und Autounfälle im trunkenen Zustand wären uns erspart geblieben.
Alkohol - Segen oder Fluch?

Nach neuesten Studien sterben übrigens wesentlich mehr Menschen an legalen Drogen wie Alkohol, Tabletten und Tabak als an illegalen Drogen.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Seren_a schreibt am 24.06.2009 um 13:46 Uhr:Ich kenne inzwischen viele, die ohne Alkohol leben, weil sie damit nicht umgehen können... und das erkannt haben, und sich nicht weiter schädigen wollen. Wenn man jetzt meint, dass die nicht mehr feiern und nicht mehr fröhlich sein können - weit gefehlt... Man kann auch ohne Alkohol fröhlich sein.
    Einmal hatten wir eine Silvesterparty komplett ohne Alkohol... Erwachsene und Kinder... und es war toll, weil die Kinder viel mehr im Mittelpunkt standen. Erwachsene und Kinder spielten gemeinsam kreative Spiele, es war so lebendig und schön.... Es war das schönste Silvester, das ich bisher erlebt habe. Ich habe viele Silvester und andere Feiern mit Alkohol erlebt und kann nur sagen, für mich ist es eine "falsche" Fröhlichkeit, die da entsteht, keine aus dem Herzen heraus. Aber das ist nur meine Sichtweise... auch bedingt dadurch, dass ich durch Alkohol viel Leid erlebt habe.
  2. AngelInChains schreibt am 24.06.2009 um 16:14 Uhr:Ich persoenlich finde es traurig, dass viele Menschen ohne Alkohol gar nicht mehr froehlich oder gluecklich sein koennen. Und dass es heisst, man koennte ohne Alkohol gar nicht feiern. "Eine Party ohne Alk ist keine Party" hab ich schon in meiner Schulzeit gehoert, von Gleichaltrigen, da war ich 13 oder 14. Schon in dem Alter haben viele gesoffen. Und dass es nicht nur "zum Spass" war, sondern es immer so klang, als ginge ohne Alkohol gar nichts mehr, war schon irgendwie derb.

    Ich denke, gaebe es ganz einfach keine berauschenden Substanzen, dann waeren die Menschen nicht weniger gluecklich. Vermissen koennte man etwas, was es nie gab, ja auch nicht.

    Andererseits haben (fast) alle Kulturen irgendwelche Rauschmittel verwendet, bzw einzelne Angehoerige aus jeder Kultur, denn verallgemeinern kann man schlecht. Es scheint also durchaus etwas Natuerliches, Menschliches zu sein, seinen Gemuetszustand mit Rausch zu veraendern.

    Ich persoenlich war in meinem bisher 22 Jahre alten Leben noch nie wirklich betrunken. Wann immer ich das sage, haelt man mich fuer verrueckt oder zumindest fuer langweilig. Ja, Jugendliche/Jungerwachsene, die sich nicht betrinken, scheinen nach weitlaeufiger Meinung auch nicht zu feiern (merke: "Feiern ohne Alkohol gibts ja gar nicht"), und sind demnach langweilig. Find ich schon etwas traurig, dass diese Meinung so weit verbreitet ist.

    Ich trinke ab und zu gerne mal ein Bier (besonders Berliner Weisse mit Waldmeistersirup) oder auch mal etwas Schnaps. Ein Glas Absinth oder Pastis, manchmal auch ein ganz kleines Glaeschen Amaretto nach dem Essen. Aber ich trinke nie so viel, dass ich mich selbst dadurch verlieren wuerde, geschweige denn soviel, dass ich mich dadurch unwohl fuehle. Ich mag den Geschmack einiger dieser Getraenke, daher trinke ich sie - SELTEN - und das wars dann bei mir mit dem Alkohol. Wie im Zwang (bei Gleichaltrigen oft zu sehen) mehrfach pro Woche in die Disco gehen und sich dabei zwangslaeufig (Gruppenzwang...) zusaufen, bis man nicht mehr weiss, wo oben und unten ist, kann ich mir gar nicht vorstellen.

    Aber allgemein finde ichs schade, dass Alkohol in unserer Gesellschaft oft zum gesellschaftlichen Zwang wird. Bei feierlichen Anlaessen gibt es Sekt oder gar Champagner - trinkt man nicht mit, wird man fuer unhoeflich gehalten. Wenn man abends ausgeht, "muss" man mindestens Bier oder Cocktails trinken. Oder bei einem "feinen Essen" ein Glas Wein. Um nicht als seltsam zu gelten, "muss" man in bestimmten Altern im Grunde auch trinken. Die Jugendlichen messen sich, prahlen, wer am meisten vertraegt. Wer gar nicht erst trinkt, ist gleich im Abseits.

    Also, ich denke, gaebe es Alkohol nicht, dann saehen einige Dinge wirklich besser aus. Den Geschmack einiger alkoholischer Getraenke koennte man durchaus auch synthetisch in nicht-alkoholischen Getraenken erzeugen. Das wuerde mir auch reichen, denn ich mag ja bloss den Geschmack.
  3. amoremia schreibt am 24.06.2009 um 21:42 Uhr:Mit 27 hatte ich meinen ersten Filmriss. Gehöre also nicht zu den Extrembesaufskis. Aber auf einen Rotwein oder ein Bier würd ich auch nicht verzichten wollen. Ob da Allohol drin is`oder nicht, ist dabei egal.Alkoholfreies Weizenbier schmeckt suuuuuper!

    1 Bier hat aber so viel "Gutes" wie eine Scheibe Schwarzbrot, was dann wieder für das Sixpack zum Abendessen spricht.

    Alkohol sollte ein Genußmittel sein!
    Wer das nicht versteht, sollte tatsächlich besser Brause trinken!

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