Gedanken oder Fragen

09.11.2012 um 07:26 Uhr

Eine Mutter sollte ihre Tochter niemals abwertend behandeln

Stimmung: gut

Mütter und Töchter.
Mütter können verzweifelt sein, überfordert, unzufrieden mit sich, ihrem Leben und der Welt.
Töchter, besonders in der Pubertät, können launisch und zickig sein, undankbar vielleicht, ja, auch aufsässig. Aber das ist wohl, in diesem Alter normal.

Und doch, bei allem teilweise gegeneinander, bei allem Streit den es zwischen Mutter und Tochter geben kann, sollte eine Mutter NIEMALS abwertend sein. Sondern trotz allem liebevoll und fürsoglich interessiert an dem Wohlergehen der Töchter.

Leider ist es oftmals nicht so. Viel zu oft scheint es nicht so zu sein. Viel zu oft lese ich hier in den Blogs etwas anderes.

Von Müttern, die ihren Töchtern, die Schuld für alles und ihrem unzufriedenen Leben geben. Die sagen, es wäre besser gewesen, wenn sie nicht da wären.
Sie als nutzlos und überflüssig beschimpfen. So überflüssig, dass sie die Tochter am liebsten vor lauter Überflüssigkeit nach draussen in den Schnee stellen würden.

So wie zum Beispiel in Phoebes Blog *klick*,

dem Blog eines 14 jährigen Mädchens, dem von der Mutter so etwas gesagt wird.

Ich finde es einfach nur traurig, wenn Mütter ihren Frust an den Kindern ablassen. Sie als überflüssig und wertlos beschimpfen.
Die Kinder können doch nichts dafür, wie die Mütter leben. Die Kinder haben sich dieses Leben doch nicht ausgesucht. Sie wurden ohne zu fragen, ins Leben hineingeboren, aber doch nicht um sie beschimpfen zu können.
Leben sollte doch mehr sein, als nur für andere den Sündenbock abzugeben.

Zum Glück weiss ich aber auch, dass nicht alle Mütter so sind.
Vielleicht aber, ganz vielleicht, berührt mich diese Schilderung auch so sehr, da meine Mutter, auch wenn sie uns wohl liebte, es doch nicht lassen konnte uns Kindern die Schuld an ihrem Leben zu geben. Schuld an allem möglichen und unmöglichen Dingen ihres Daseins. Und dieses zu hören ist für ein Kind wahrlich nicht schön. Besonders nicht, wenn es von der Mutter kommt, die doch MUTTER sein sollte und sich nicht verhalten sollte wie ein kleines verzweifeltes Kind.
Mutter sein sollte, die Kraft und Halt sowie Zuversicht geben sollte. Sollte! Leider ist es viel zu oft nicht so.
Leider ist es viel zu oft ganz anders.
Nur einem Kind bleibt keine grosse Wahl. Und für ein Kind ist es so schwer, Verantwortung zu tragen, die es im Grunde noch garnicht zu tragen hat.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Phoebe1187 schreibt am 23.11.2008 um 17:05 Uhr:wie wahr .. wie wahr.

    Nur wir Kinder können meist nichts tun. Wir sind der emotionalen Demütigung unterworfen. Wir wurden schon so aufgezogen. Nach einiger Zeit lässt es sogar kalt weil man die schmerzen schon so gewohnt ist.
    Aber tief innen drinn sind die ganzen narben die diese Worte und schlägen verursacht haben.
    Es ist schwer so zu leben.
    Aber man muss hoffen das es besser wird.

    Ich möchte mich bedanken das jemand einmal schreibt und nicht wegsieht.
    Vom wegsehen wird die Welt nähmlich nicht besser.

    liebe grüße
    Phoebe
  2. Laura schreibt am 23.11.2008 um 17:29 Uhr:Lieber Sternenschein

    Dein mitleidendes Herz muss viel verkraften.
    Mir tun diese jungen Mädchen auch sehr leid,
    besonders schlimm ist es, wenn sie keine liebende
    Oma haben.

    liebe Grüße Laura

    http://laura-linn.myblog.de/

    <center>

    Erneuerungen
    Jeder neue aller Lebenstage
    fordert auch uns selbst
    Erneuerungen ab.

    Das Leben
    ist bewegter Meeresspiegel:
    fällt, entreißt, beschenkt
    er stellt in Frage
    überschwemmt
    macht Altvertrautes fremd

    und fordert alle Tage auch
    uns selbst Erneuerungen ab.

    (Ingrid Emmelius)
  3. Bloomsbury schreibt am 23.11.2008 um 17:55 Uhr:Die Pubertät ist aber auch eine Zeit, in der man sich allmählich (über viele Jahre) von den Eltern abgrenzt. Das ist schwierig für beide Seiten...
  4. AngelInChains schreibt am 23.11.2008 um 18:26 Uhr:Meine "Mutter" kuemmerte es nicht, dass ich weder soff noch kiffte, obwohl viele Gleichaltrige es taten, dass ich nicht herumpoebelte, eine ordendliche Sprache beherrschte, dass ich staendig 1en und 2en von der Schule mit nach Hause brachte, dass es wegen mir nie Aerger gab. Stattdessen lamentierte sie jedes Mal, das sie mich sah, bloss herum, dass ich viel zu dick sei und mich nicht "normal" kleiden wuerde. Alles Andere interessierte sie kaum, bloss "Was sollen denn die Leute von dir denken?" und "Willst du denn nicht huebsch sein?".

    Als ich dann einmal einfach meine Sachen nahm und ging, war sie trotzdem verwundert. Merkwuerdige Menschen gibts, merken wohl gar nichts.
  5. inge schreibt am 23.11.2008 um 20:44 Uhr:wie recht du hast, sternenschein... viele mütter sind, so scheint es, selbst noch nicht reif genug, mutter zu sein... auch meine wars nicht... und auch bei mir, angel, wurde nie anerkannt, dass ich eben nicht wie alle anderen besoffen war, geraucht habe.. zwar hab ich keine super noten nach hause gebracht, aber auch keine wirklich schlechten... ich denke, mütter finden immer etwas, was besser sein muss. sie sehen in ihren töchtern ein stück sich selbst und das soll so "gut" wie möglich sein...
    liebe grüße
  6. Shadoweyes schreibt am 23.11.2008 um 22:10 Uhr:Hm....Ich bin Tochter. Und Mutter von zwei Mädchen. (13&17) Dieses Thema ist für mich ein Lebensthema. Denn...ich habe beide Seiten erlebt. Ich als Tochter wurde nicht "anerkannt" als solches. Für mich wurde das aber erst im Laufe der Jahre richtig bewußt. Ich habe es wohl als Kind, wie Phoebe so gut beschrieb, einfach hingenommen. Demütigend empfinde ich es heute, wenn ich in der Therapie sitze und mir klar wird, wie sehr mich das Erleben eingeschränkt hat bezgl.einer gesunden Entwicklung!!! Heute weiß ich, wie wichtig es ist, das man die Grenzen seiner Tochter wirklich erkennt und nicht einfach übergeht. Das man die Gradwanderung zwischen "hab mich lieb wie ich bin" und "ich mag dich gerad nicht" innerhalb der Pubertät mit liebevoller aber konsequenter Lenkung schafft. Und das es wichtig ist, die Bedürfnisse seiner Tochter versuchen sollte ,zu erkennen. Das fehlte mir gänzlich bei meiner Mutter. Ich sehe,das es wichtig ist, mehr Lob als Tadel zu verteilen. Egal, wie stimmungsschwankend sie sind. Man bekommt das hin. Es ist enorm wichtig für das Selbstbewußtsein. (Gilt auch bei Jungs, aber da in ganz anderen Bereichen, wie ich in meiner Familie feststellen konnte).
    Ich hoffe, das meine Töchter nie so über mich sprechen, wie ich es hier lesen mußte. Ich weiß, wie eine so "kritisierte" Kindheit Einfluss hat auf das weitere Leben.
    Liebe Grüße shadoweyes
  7. Sadeyes schreibt am 24.11.2008 um 10:35 Uhr:Hmmmm... weißt Du, was mich ein wenig wundert... Warum schreibst Du nur Mutter und nicht auch Vater?
    Ich glaube bzw weiß, dass es das nicht besser macht, wenn solche Worte oder Verhaltensweisen vom Vater kommen...
    Der ist doch genauso wichtig!
  8. Sterntalermaedchen schreibt am 24.11.2008 um 11:47 Uhr:Auch ich hatte einige Probleme mit meiner Mutter als ich noch zu Hause gewohnt habe. Allerdings blieb das alles im Rahmen. Ich bin auch der Meinung, dass Lob oder Tadel vom Vater mindestens soviel wiegt wie von der Mutter. Mein Papa hat mir vorgestern gesagt, dass ich hübsch aussehe. Das hat mir sehr viel bedeutet, weil ich das sonst eigentlich von niemandem höre.
    Ich habe viel Glück mit meinen Eltern und das wird mir in letzter Zeit immer mehr klar. Es tut mir weh, wenn ich so Sachen lese wie Phoebe sie erlebt. Und ich finde es sehr traurig.
    Was ich aber auch erst lernen musste, war, dass meine Mutter sich auch etwas mehr Anerkennung wünscht. Denn das lassen viele Kinder in der Pubertät außer Acht.
  9. TheNicciPain schreibt am 24.11.2008 um 12:32 Uhr:Oh Man(n), wenn ich das so lese, ich möchte Euch direkt adoptieren. Kein Shice! Ich hatte das Glück und hab es noch immer, dass meine Mäm TOP ist. Obwohl ich ein A***lochkind war - grad in der Pubertät ... ich wurde von den Bullen heim gebracht ... konsumierte alles, was grad vorhanden war (nur testweise) und benahm mich wie ein Ochse. Meine Mäm hat mich deswegen nie rund gemacht. Sie hat immer zu mir gehalten. Egal wie groß der Pfeffer war, den ich abgezogen habe.

    Tja, und jetzt bin ich selber Mami, *everybodyKnows* und lieb meinen kleinen Krümel über alles. Obwohl sie mich jetzt schon mitunter wahnsinnig macht. =) Ich sag mir immer, dass ich garantiert viel viel schlimmer war ...und deswegen wird es auch in ihrer Pubertät keine 'elterlichen Ausfälle' von mir geben. Ich weiß jetzt schon, dass sie 100%ig Mist bauen wird. Ich werd ihr sicher auch meine Meinung dazu sagen, aber trotzdem bleibt sie mein 'Baby' und ich werde mein letztes Hemd für sie geben...
  10. Shadoweyes schreibt am 24.11.2008 um 14:19 Uhr:@Sterntalermädchen: >Ich denke ,es ging hier speziel um die mutter/Tochter Beziehung. Es gibt da,so meine Meinung, gravierende Unterschiede. Zum Beispiel ist ein Lob vom Vater an die Tochter die "erste Berührung" mit dem Männlichen. Völlig losgelöst von dem,,was Mädchen als Frau dann erhält. Somit ist dahingehend der Vater nicht weniger wichtig für die gesunde Entwicklung. Ist aber doch die Mutter Vorbild und sollte somit dieses berücksichtigen. Vater/Tochter ist anders als Mutter/ Tochter, wo ab und an dann auch noch die sog. "Konkurenz" zu Tage kommt...leider. Es zählt jedes für sich und doch ganz anders.....Und alles ist wichtig. Kann doch nur mit beidem ein Mensch mit gesunden Menschenverstand und Seele heranwachsen.
    Liebe Grüße shadoweyes
  11. AngelInChains schreibt am 24.11.2008 um 18:59 Uhr:Ich finde es kritisch, von "gesunder Entwicklung" zu sprechen, nur, wenn beide Elternteile vorhanden sind. Das stilisiert im Umkehrschluss alle Menschen, die dauerhaft nur mit einem Elternteil aufwuchsen, zu Kranken. Und diese Stigmatisierung ist sicher nicht fair.
  12. TheNicciPain schreibt am 25.11.2008 um 07:36 Uhr:Zack! Bis eben war ich 'gesund' ... =) Bin Scheidungskind und somit wohl krank ... wusste ich gar nicht. Auch wenn nur ein Elternteil vorhanden ist, ist es locker möglich NORMAL erzogen zu werden....
  13. 1mishou schreibt am 25.11.2008 um 08:58 Uhr:@AngelInChains : Das kenne ich auch und ich kann es dir nachfühlen. Es ist für manche Mütter eben nie genug und was die Nachbarn denken ist ihnen oft mehr wert, als ihr eigenes Denken.

    @ Angel und Nicci: Ich denke heute, dass ich weniger Knacks abbekommen hätte, wenn ich nur von meinem Vater großgezogen worden wäre. Naja, im Gund genommen war er ja auch der Einzige, der das mit der Erziehung übernommen hatte. Meine Mutter war NUR da, mehr nicht. Sie war für meinen Schmerz verantwortlich und dafür, mir das Gefühl zu geben zu stören.
  14. Shadoweyes schreibt am 25.11.2008 um 15:15 Uhr:@angel: es ist bewqisen, das Kind beide Einflüsse benötigt,um einen gesunden Menschenverstand in ALLEN Faqcettebn benötigt. Darüber gibt es Studien. Sicher kann man defizite beseitigen, aber mit Einschränkungen. ich beschäftige mich mit diesem Thema seit 15 Jahren. Liebe Grüße shadow
  15. Shadoweyes schreibt am 25.11.2008 um 15:20 Uhr:Und @ nicci., Das heißt nicht, das du krank bist. Sondern das es gewisse Dinge gibt, wo dir in den Reaktionen und der verarbeitung Dinge der männlichen oder weiblichen Seite fehlen. Ich bin selber Scheidungskind. meine Kinder auch. und...es gibt natürlich Ausnahmen. Meine Tochter ist auch eine, da sie als Scheidungskind und sozial unterbemittelt nicht statistisch auf die Oberstufe gehört. Nun, das Intelligenz nichts mit Geld zu tun hat wissen wir. Allerdings sind Scheidungskinder und sozial Schwache dennoch mehr mit "dem Arm-Sein" beschäftigt...und abgelnkt. Das war die Begründung. Und NORMAL ist Ansichtssache und weit definierbar. Mag sein, das dein Leben gut läuft, aber gewisse unterschwellige Ängste in Konfliktsituationen werden auch dich begleiten. Denn...eine Scheidung ist IMMER ein Unsicherheitsfaktor im Leben eines Kndes. IMMER: Lieben Gruß
  16. TheNicciPain schreibt am 25.11.2008 um 16:08 Uhr:Zum Einen: nicht jedes Kind, das geschiedene Eltern hat, muss mit Armut kämpfen ... ich zum Beispiel nicht ... und ich bin keine Ausnahme ... Des Weiteren hat in meinen Augen Armut nix mit Erziehungsmethoden zu tun. Du kannst noch so bettelarm sein - trotzdem isses möglich, Dein Kind anständig zu erziehen.

    Ich weiß nicht, wo Du aufgewachsen bist @ Shadoweyes und ich will Dich um Gottes Willen nicht angreifen, aber es scheint eine emotional-arme Gegend gewesen zu sein, wenn man dort als UNTERSTUFe angesehen wird, bloß, weil man Scheidungskind ist.... oder hab ich das falsch raus gelesen?

    Was ist, wenn Du einen vater hast, der 'ne Heulememme oder Loser ist (nur so als Beispiel) - wo vermittelt der mir denn WIchtige MÄNNLICHE Werte? Da kann man auch locker drauf verzichten.

    By the Way: Ängste vor Scheidungen / Trennungen hat jeder. Zeig mir einen, dem das nicht so geht. Man kann nicht einfach immer so pauschalisieren. wenn man sich hinstellt und immer JA & amen zu den ewig alten / abgetroschenen Floskeln sagt, kann sich für Diejenigen die tatsächlich Probleme mit der Scheidung haben, nie was ändern. Man kann sich doch hinstellen und sagen: "Na und ich wachs halt nur bei einem Elternteil auf .... und das ist gut so!" Scheidungskinder sind keine Außenseiter.
  17. AngelInChains schreibt am 25.11.2008 um 16:53 Uhr:Da moechte ich Nicci auf jeden Fall zustimmen.

    Wobei ich das mit der "Armut" noch fast unterzeichnen wuerde - in MANCHEN Faellen, nicht in allen. ZB, wenn, was vor einigen Jahrzehnten noch ueblich war, nur der Vater gearbeitet hat und der ist dann weg - die Mutter steht ploetzlich mit Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld da, bis sie einen Job findet. Da steht der restlichen Familie dann weniger Geld zur Verfuegung, das stimmt schon. Aber dafuer kann die Scheidung nix, sondern so ist es halt, wenn ein "Verdiener" wegfaellt. Passiert auch, wenn der verunglueckt waere oder der Familie aus irgendeinem anderen Grund ploetzlich fehlen wuerde.

    Zu "Defizite beim Bewerten von weiblicher oder maennlicher Seite"... Gibt es ueberhaupt eine "weibliche oder maennliche Seite"? Ist das wirklich mehr, als nur Klischee? Wieso gibts dann Frauen, die sich "unweiblich" benehmen und Maenner, die sich "unmaennlich" benehmen? Und zwar "gesund" aufgewachsene Personen mit beiden Eltern und gluecklicher Kindheit? Vielleicht ist ja auch jeder Mensch im Innersten (von Rollenzwaengen befreit) einfach nur er selbst, egal, zu welchem Geschlecht er gehoert?

    Ich behandle Menschen nachdem, wie sie denken und handeln, nicht nach ihrem Geschlecht. Ihr Geschlecht spielt doch absolut keine Rolle, wenn ich auf sie zugehe, weil ich irgendwie mit ihnen interagieren will. Und wenn sie handeln, dann ueberleg ich mir halt, wieso das so sein koennte. Da kommt man manchmal mit gesundem Menschenverstand drauf und manchmal auch gar nicht (wenn die Personen scheinbar selbst nicht genau wissen, was sie warum tun), aber das ist auch wieder nicht geschlechtsabhaengig. Und freundlich auf Menschen zugehen kann ich auch bei jedem, ich denke auch, Freundlichkeit wirkt auf alle Geschlechter gleich. Da gibt es nur von Mensch zu Mensch Unterschiede, die aus ihrem eigenen Charakter fussen - nicht aus ihrem Geschlecht.

    Und zum Thema "Angst"... Jeder Mensch hat vor irgendetwas Angst. Es mag einige "Scheidungskinder" geben, die sind durch die Scheidung traumatisiert und trauen sich nie mehr, eine Bindung einzugehen. Es gibt aber auch sicherlich Leute, die mal als Erwachsene betrogen wurden und denen es genauso geht. Und dann gibts "Scheidungskinder", die waren als Kind traumatisiert und haben im Lauf der Jahre die Aengste abgelegt. Oder auch welche, die mit der Scheidung insgesamt weniger Probleme hatten und gar nicht traumatisiert wurden. Jeder Mensch reagiert anders! Nur, weil einige (egal, wie viele es sind) glauben, eine Beziehung koenne nicht funktionieren, weil es bei ihren Eltern auch nicht ging, gehts nicht allen "Scheidungskindern" so. Ich denke, es gibt genug lebende Beweise ;)

    Nach der Scheidung meiner Eltern hab ich eine Weile schlecht getraeumt und manchmal auch an den Fingernaegeln geknabbert. Ich denke, das sind "normale" Stressreaktionen, die man als Kind genauso nach dem Tod eines Angehoerigen oder nach einem Unfall haben kann (wuerd jemand behaupten, die Angehoerige eines Toten, die erst einmal unter dem Verlust leiden, seien krank? Aber bei Scheidungskindern behauptet mans immer). Da war ich 7 Jahre alt. Naegelknabbern hat mit 8 aufgehoert, die Alptraeume schon Monate frueher. Ich wurde nicht psychologisch behandelt. Der Koerper hat das selbst verarbeitet und ich wuerde sagen, sehr gut. Ich hab keine Angst vor Menschen, ich hab keine Angst vor Bindung, ich hab in der Beziehung nie Angst gehabt, betrogen oder verlassen zu werden oder was weiss ich. Die haelt jetzt uebrigens bald 6 Jahre ;) Nie gabs Probleme.

    Ein Problem hab ich nur mit einer Sache: Wenn einem Leute, nur, weil man bei nur einem Elternteil aufgewachsen ist, unterstellen, man koenne dieser oder jenes nicht oder sei krank. Denn als was, was ich nicht bin, lasse ich mich nicht bezeichnen.
  18. Shadoweyes schreibt am 25.11.2008 um 18:16 Uhr:Nun, Ich habe meine Meinung und meine Erfahrung. ich habe durchaus eine Beziehung fürhren können. Ich bin auch nicht arm durch die Scheidung geworden. Und ich habe auch nicht gemeint, das man automatiscvh krnak wird. ich habe nur meine Erfahrungen und das Wissen. Meine Überzeugung ist, das es für die Entwicklung entscheident ist,ob ein Kind ein intaktes Elternhaus hat oder nicht.
  19. inge schreibt am 25.11.2008 um 20:00 Uhr:mhm. entscheidend vielleicht nicht, aber beeinflussend?
  20. Sterntalermaedchen schreibt am 25.11.2008 um 21:56 Uhr:@Shadoweyes: Ja ich weiß, dass es da Unterschiede gibt in der Beziehung zur Mutter oder zum Vater. Jemand hatte nur vorher geschrieben, man sollte den Vater nicht außer Acht lassen und das wollte ich nochmal aufgreifen.

    Ich finde auch, dass ein intaktes Elternhaus wichtig ist für die Entwicklung eines Kindes. Bin der Meinung, dass Erziehung vor allem Vorbild-Sein ist. Aber natürlich kann ein "intaktes Elternhaus" nicht nur aus Mutter und Vater bestehen, sondern auch aus Mutter und Mutter oder Vater und Vater, Mutter und Oma oder auch nur einem Elternteil. Ich glaube, es ist eher am wichtigsten, dass das Ganze stabil ist und eine gute Basis bietet.
  21. AngelInChains schreibt am 25.11.2008 um 22:32 Uhr:Inge: Beeinflussend natuerlich. Aber ALLES im Leben hat einen Einfluss auf uns. Selbst die Filme, die wir uns ansehen, oder die Diskussionen, die wir fuehren ;)
  22. inge schreibt am 27.11.2008 um 21:32 Uhr:ja - alles beeinflusst. aber ist alles entscheidend? und wenn es entscheidend ist, wie das elternhaus aufgebaut ist, ist es dann auch entscheidend, welche filme wir sehen, mit welchen menschen wir umgehen? etc? oder beeinflusst uns eben nur alles - manches gut, manches schlecht?
  23. Shadoweyes schreibt am 28.11.2008 um 14:28 Uhr:Es ist entscheidend...meiner Meinung nach. Denn was wir nicht erfahren haben, verarbeiten wir auch nicht- nicht mal im Unterbewußtsein. Es ist beeinflußend entscheidend^^
  24. porcelain schreibt am 07.04.2010 um 02:39 Uhr:ich bin einfach nur froh, dass ich nicht alleine mit diesen problemen bin. danke für den blog-und ja, es liegt an beiden elternteilen. die bindung zur mutter ist jedoch viel emotionaler als die an den vater. nichtsdestotrotz, abwertendes verhalten der mutter tut im nachhinein manchmal mehr weh als stattdessen täglich eine ohrfeige zu bekommen...
  25. sternenschein schreibt am 04.08.2010 um 00:47 Uhr:Danke Doro,
    stimmt natürlich, habe es geändert.;-)


    @porcelain,
    abwertendes Verhalten der Eltern sollte wohl niemals sein.
    Kinder sollten sich gewollt fühlen und Vater oder Mutter sollten ihnen nicht die verbal oder gefühlsmässig die dafür Schuld geben, wenn ihr Leben nicht so läuft, wie sie es sich gewünscht hätten.

    Liebe Grüsse
  26. KatrinKannibale☮ schreibt am 23.08.2011 um 10:44 Uhr:Ich finde diesen Text sehr gut geschrieben und ausgedrückt, berührt mich auch c:
    Ich habe ihn auf meinen Blog übernommen..

    http://katrinkannibale.blogspot.com/2011/08/ein-eintrag-der-mich-traurig-macht.html

    kannst ja mal vorbei schaun'.
    Danke, für den guten Text :*
  27. KatrinKannibale☮ schreibt am 23.08.2011 um 10:47 Uhr:
    Phoebe1187:wie wahr .. wie wahr.

    Nur wir Kinder können meist nichts tun. Wir sind der emotionalen Demütigung unterworfen. Wir wurden schon so aufgezogen. Nach einiger Zeit lässt es sogar kalt weil man die schmerzen schon so gewohnt ist.
    Aber tief innen drinn sind die ganzen narben die diese Worte und schlägen verursacht haben.
    Es ist schwer so zu leben.
    Aber man muss hoffen das es besser wird.

    Ich möchte mich bedanken das jemand einmal schreibt und nicht wegsieht.
    Vom wegsehen wird die Welt nähmlich nicht besser.

    liebe grüße
    Phoebe


    ________

    sehr gutes Kommentar, du hast so Recht.
    o:
  28. Sandsturm schreibt am 12.11.2012 um 17:01 Uhr:Das ist echt schrecklich :(
    Ich habe auch ab und an Streit mit meiner Mutter, aber dabei geht es nur um Kleinigkeiten. Solche Sachen sind echt total unter der Gürtellinie und auf einem ganz anderen Level.
    Durch solche Texte merkt man erst wieder, wie schön man es doch hat. Ich bin froh um meine Mutter und wirklich dankbar, dass sie nicht so mit mir spricht...
    Lg
  29. sternenschein schreibt am 17.11.2012 um 02:23 Uhr:Liebe Sandsturm,
    es freut mich, wenn du so eine gute Mutter hast, es durch diesen Eintrag bemerkst und dankbar für deine Mutter bist,
    Was Phoebe geschehen ist, ist schon äusserst heftig, hinterlässt wohl für ein ganzes Leben tiefe Spuren und Narben auf ihrer Seele die nicht wieder gutzumachen sind.
    Es ist schrecklich, so leben zu müssen und sich derartige Dinge als Kind anzuhören zu müssen,
    Liebe Grüsse

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