Gedanken oder Fragen

13.11.2009 um 15:26 Uhr

Franziska Drohsel

Liebe Franziska Drohsel,
du hast gezögert, nach der Abschiedsrede Franz Münteferings, auf dem Dredener SPD Parteitag.
Gezögert aufzustehen und ihm Beifall zu zollen.
Letztendlich tatest du es doch.
Warum?

Hatte dich der Gruppenzwang besiegt oder war es eine Würdigung für Münterferings Lebensleistung.

Für Münterfering der seit 43 Jahren SPD Mitglied ist. Die SPD durch Wahlkämpfe führte, letztendlich durch Hartz IV, Schröders Agendapolitik, und "Basta" die SPD mithalf zu zerstören. Seine Lebensleistung besteht darin, dass sich zehnmillionen Wähler von der SPD abwandten.

Jetzt bist du, die SPD Bundesjusovorsitzende Franziska Drohsel, aufgestanden und applaudiertest ihm dafür. Vielleicht auch dafür, dass Müntefering zum erstenmal sagte, die Wahlniederlage war selbstverschuldet.

Ja, sie war selbstverschuldet. Viel zu oft habt ihr Delegierten, auf den Parteitagen diese unsäglich unsoziale SPD Politik von Steinmeier, Schröder, Müntefering und Konsorten abgenickt und bejubelt.
Manchmal wohl auch mit der Faust in der Tasche, aber dennoch habt ihr es alles mitgetragen.
Euch einlullen lassen, von diesem "Es ist richtig, die Menschen verstehen es nur nicht".

Franziska Drohsel, du bist jetzt 29 Jahre alt, für mich wohl das kommende Gesicht der SPD.
Lasse dich bitte nicht verbiegen auf deinem Weg.
Du hälst mit deiner Meinung nicht hinter dem Berg, redest wie dir der "Schnabel" gewachsen ist.
Gegen dich erscheint Andrea Nahles und selbst Gabriel farblos.
Sie taktieren und haben vieles der Vergangenheit mitzuverantworten.

Bleib einfach du, so wie du bist. Dann könntest du zum Hoffnungsträger werden. Vielleicht die "Merkel" der SPD. Allerdings im positiven Sinne. ;-)
Und ganz vielleicht könnte selbst ich dann irgendwann mal wieder diese Partei, die SPD wählen.

Du hast ein Gerechtigkeitsdefizit in der Bevölkerung ausgemacht, welches die SPD zu verantworten hat. Leider ist es wirklich so.
Fangt an es zu ändern. Läutet die Wende ein. Die Wende zurück zu einer wieder sozialen SPD, die das Wort Sozial in ihrem Namen wieder zu Recht tragen kann..

Franziska Drohsel, ich wünsche dir viel Erfolg.

"Nie wieder darf sich meine Partei Entscheidungen vom Regierungsapparat derart abpressen lassen."

Zitat: Franziska Drohsel

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. JOblogt schreibt am 14.11.2009 um 15:21 Uhr:Anwalt der Schwachen im Kampf gegen die neoliberale Ideologie der Gier, dabei Gradlinig bleiben und nur Umwege gehen, die zum Ziel führen (sowas nennt man auch kompromissfähig bleiben) das ist das Mittel gegen die herrschende Wespenplage. Solche Menschen brauchen alle Oppositionsparteien. Ich traue Franziska diese Rolle zu.
  2. sternenschein schreibt am 15.11.2009 um 18:34 Uhr:Lieber Jo,
    ja, ich traue es ihr auch zu, denn bisher ist sie immer geradlinig geblblieben, sagte was Sache ist, was sie denkt.
    Auch und selbst wenn sie damit manchmal nicht gut ankam, oder von der Bild als SPD Göre verspottet wird, mit der Frage, wer sie zähmt.
    Dieses abwertende der Medien würde ich eher als eine Auszeichnung für sie ansehen.
    Gabriel hat sich auf dem Parteitag ja besser geschlagen, als ich es vorher dachte. Und doch, was nutzt es alles, wenn er oder auch diverse andere in der Partei dabei bleiben, der Schröder Kurs war nicht so wirklich verkehrt. Nicht die Schuldigen und die wirklichen Gründe des Wahldesasters beim Namen benennen wollen? Steinmeier, Scholz und gar Matschie in vorderer Reihe weiter die Schröder Politik betreiben wollen?
    Zudem die Glaubwürdigkeit. Bisher hat die SPD, ausser zur Zeit des Kanzlers Brandt, in der Regierung immer anders gehandelt, als sie es vorher sagten. Da müssen sie sich wirklich erst einmal das Vertrauen der Menschen erarbeiten.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  3. JOblogt schreibt am 16.11.2009 um 14:43 Uhr:es bleibt viel zu tun....
    aber menschen wie franziska machen mut. und ich persönlich freue mich dass auch andrea y wieder mitmischt. auch die wurde ja von bild & konsorten bekämpft.
    wichtig erscheint mir jetzt, dass die kräfte im opposiotionsspektrum sich nicht gegenseitig neutralisieren und bekämpfen. die mehrheit der menschen will den atomausstieg, die mehrheit will einen existenzsichernden mindestlohn, will das diejenigen für die krise zahlen, die vor der krise profitiert haben und und und... diesen mehrheitswunsch in praktische politik und parlarmentarische mehrheiten umzusetzen ist die herausforderung.

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