Gedanken oder Fragen

20.09.2011 um 05:16 Uhr

Hat die Linke nicht am Ende doch recht

Hat die Linke am Ende doch recht?
Wenn sich schon Frank Schirrmacher, der konservative Herausgeber der FAZ sich diese Frage stellt, dann muss es um unsere Politik ganz schön schlimm bestellt sein.

Die Deutschen sind so reich wie nie zuvor, über 4,5 Billionen Euro Privatvermögen haben sich angehäuft. Einer DWI Studie zufolge beträgt die Summe sogar 5,4 Billionen Euro. Diese befinden sich grösstenteils bei einigen wenigen aus der Oberschicht.
Denn bei den reichsten 10 % der Deutschen sammeln sich 2/3 des gesamten Vermögens an.
Hart lassen sie ihr Geld für sich arbeiten, verlangen immer höhere Zinsen und Renditen. Und zahlen immer weniger Steuern.
Mehr Netto vom Brutto eben, Arbeit muss sich wieder lohnen, wie die FDP sagt, vor allem, wenn man das Geld für sich arbeiten lässt.

Die FDP mit ihren Forderungen nach den freien (Finanz)Märkten, dem ungehinderten Fluss der Derivate, sie ist am Niedergang stark beteiligt.
Zerlegt sich jetzt allerdings selbst und eine gewisse Häme über ihr Berliner Wahlergebnis lässt sich nicht leugnen.

Aber nicht nur die FDP ist alleine schuldig, auch Schröder, Müntefering, Steinmeier, Steinbrück, Merkel und die CDU haben das "Freie Spiel der Kräfte", wie sie es nannten, mit forciert. "Der Markt wird es schon richten", hiess es immer.
Und wenn nicht?
Dann sind ja noch die kleinen Steuerzahler da, die einspringen können. Die Verluste der Banken auf ihre Schultern nehmen können. Hauptsache, die Gewinne bleiben bei denen die schon genug haben.

Hauptsache ist, die Musik spielt, wenn die Titanic untergeht, damit am Rande des Abgrundes weiter getanzt und gelacht werden kann.

Hier der Artikel des FAZ Herausgebers Frank Schirrmacher:

Buergerliche Werte, Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat.

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Paulinchen schreibt am 20.09.2011 um 20:16 Uhr:Irgendwann hab ich mal gelernt, dass sich der Kapitalismus selber abschafft. Das sollte dann der Übergang zum Kommunismus sein, was eigentlich was Tröstliches hat; es gibt kein arm und reich mehr, alle leben in Wohlstand glücklich und zufrieden. Insofern wird die Linke wohl nicht Recht haben, der Kommunismus ist ausgeträumt, Menschen sind dazu nicht in der Lage.
    Und kommunistische Werte wie in Kuba, daran glaubt wohl niemand, außer ein paar Alt-Genossen. Die Kubaner am allerwenigsten.
    Was den Rest betrifft, was schon Karl Marx sagte, dass das Kapital immer reicher wird, die Kluft zwischen arm und reich immer größer, die Preise steigen, die Löhne steigen in einer immerwährenden Spirale, das ist alles richtig - Monopolkapitalismus, Imperalismus. Und was sagt uns das? Darauf hat niemand eine wirkliche Antwort, die Linken nicht, die Piraten nicht, die FDP sowieso nicht und der Rest des bürgerlichen Lagers auch nicht...
    LG
  2. Alcide schreibt am 21.09.2011 um 06:05 Uhr:Ist schon wirklich eine spannende Zeit, in der wir leben: man muss ja noch nicht einmal links sein, um das Desaster in das wir uns global hineingeschludert haben, zu begreifen.
    Schulden sind ja auch nur die Kehrseite des rasanten Anstiegs der privaten Geldvermögen. Man könnte das ganze auch eine Reichenkrise nennen. (Aber dann würde man wohl schon als links abgestempelt werden).

    Was die Zukunft betrifft bin ich gar nicht so pessimistisch wie Paulinchen. Gut, kurz bis mittelfristig wird wahrscheinlich alles versucht werden, um den schwankenden Riesen nicht umfallen zu lassen. Ich rechne eigentlich auch fest mit einer Währungsreform, weil ihnen irgendwann nichts mehr anderes übrig bleiben wird, wie sonst bringt man die Staatschulden runter und entwertet das seit Jahrzehnten billig in den Markt gepumpte Geld, mit dem die ganze Zockerei und Spekulation ja überhaupt erst möglich wurde.
    Aber das Bewusstsein der Menschen hat sich in den letzten 3 Jahre stark verändert. Ich glaube auch, dass irgendwann die Idee eines Bürgergeldes kommen wird, vielleicht erst in 20 Jahren, aber die Idee ist stark und ebenso wird das Zinssystem in die Diskussion kommen. Das alles wird von immer mehr Menschen hinterfragt werden. Es gibt auch abseits des Kommunismus noch genug Steuerungselemente, die es wert sind diskutiert zu werden und irgendwann auch umgesetzt zu werden.

    Liebe Grüße!
  3. sternenschein schreibt am 23.09.2011 um 07:41 Uhr:@Paulinchen,
    irgendwie scheint der "Sieg" des Kapitalismus auch ein wenig dessen Untergang zu bedeuten.
    Als es den "Ostblock" noch gab, da hielt sich vieles noch in Grenzen, denn wir waren das Schaufenster des Westens.
    Da wurde nicht gerne über Armut und Obdachlosigkeit sowie Bettler sowei Drogensüchtige auf den Strassen berichtet.
    Die kamen nur in Schnitzlers schwarzen Kanal vor, auch wenn es sie hier doch auch damals schon real gab. Nur eben nicht in dem Ausmass wie es heute der Fall ist.
    Als die Mauer fiel, da fielen scheinbar auch alle Hemmungen gleich mit. Da konnte ja keiner mehr sagen, "Dann geh doch nach drüben", wenn es einem hier mal nicht passte. Zudem fielen hier die günstigen Waren weg, wie die Kinderwagen, Kühlschränke, Textilien etc. die Otto, Quelle etc. bei euch billig einkauften, da eure Betriebe abgewickelt wurden und eure Arbeitsplätze damit vernichtet wurden.
    Meistens mit Arbeitsplatzgartantien, der subventionierten Westkäufer, die später nicht eingehalten wurden. Wie z.B. bei der Warnowwerft,
    Und es dauert immer noch an, bis ihr euch dort von diesen Schlägen erholt, aber wenigstens blühen die Landschaften und es wird keinem schlechter gehen, als vorher, wie Kohl grossmundig verkündete, der es aus der Portokasse bezahlen wollte.;-)

    @alcide,
    das Zins und Zinseszins System ist wohl das Hauptübel, welches logischerweise die Reichen immer reicher macht.
    Ja, wir leben in einer spannenden Zeit, wissen aber noch nicht in welche Richtung es geht.
    Über das Bürgergeld bzw. BGE hatte ich schon öfter geschrieben,
    Werde da in Kürze noch einmal einen NEUEN Eintrag zu schreiben.
    Es wäre so einfach, wenn diese ganzen Stellen für Kindergeld, Bafög, Wohngeld, Mindestsicherung, HartzIV, Mindestrente, Elterngeld, etc. wegfallen könnte, da es eine Art Bürgergeld, bzw. BGE geben würde.
    Selbst die aufgeplusterte Arge brächten wir dann nicht mehr, denn im Grunde ist ja fast jeder in der Lage sich, wenn Stellen vorhanden sind, diese selbst zu suchen.
    Die Arge könnte dann vielleicht noch "wirklich" beratende und schulische bzw. weiterbildende Funktionen wahrnehmen.

    Liebe Grüsse
  4. Paulinchen schreibt am 24.09.2011 um 23:07 Uhr:Sternenschein, auch schon vor der Wende bekam der Westen "billige" Waren von der DDR, die dann über Otto und Co. verkauft wurden. Das wußte nur kaum jemand. Teilweise wurde nur für das NSW produziert (Nicht sozialistisches Wirtschaftsgebiet).

    Was die Umschulungen, Weiterbildungen heutzutage betrifft, so wurden und werden Elektriker zum Maurer und Maurer zum Elektriker umgeschult, haufenweise Bankkauffrauen, Rechtsanwaltgsgehilfen etc. Das klang gut, nur gebraucht wurden sie nicht. Und auch heute ist es noch so, auch die Weiterbildungsfirmen wollen leben. Und es ist doch so einfach, die Leute haben keinen Job, weil sie nicht entsprechend geschult sind. Mag ja so sein, denn momentan werden Mediziner, Lehrer, Erzieher gesucht, die hat man wirklich nicht ausreichend ausgebildet, studieren lassen, und tut es auch jetzt nicht. Man kann sich noch zum Altenpfleger umschulen lassen. Ist auch eine tolle Idee, werden natürlich gebraucht. Nur kann halt nicht jeder, diesen Beruf ausüben und im Grunde sind es nur Mini-Jobs...
    Lg

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