Liebe, die für immer bleibt
Durch die Jahre
werde ich mit dir gehen
in tiefen grünen Wäldern;
über Sandstrände:
und wenn unsere Zeit
auf der Erde abgelaufen ist,
gehört dir
auch im Himmel
meine Hand.
( Zitat: Robert Sexton )
Ist es dieses Gefühl, wonach unser Herz sich sehnt?
werde ich mit dir gehen
in tiefen grünen Wäldern;
über Sandstrände:
und wenn unsere Zeit
auf der Erde abgelaufen ist,
gehört dir
auch im Himmel
meine Hand.
( Zitat: Robert Sexton )
Ist es dieses Gefühl, wonach unser Herz sich sehnt?

Aber es seht sich mehr als unser Herz danach - es ist unser ganzes Sein, das sich danach sehnt...
LG,
Nicki
Liebe Grüße
Ich weiß, in Zeiten, wo es überall nur Zeitverträge gibt, klingt die Beziehung auf Lebenszeit genauso unwirklich wie der Job auf Lebenszeit. Aber bei den Zeitverträgen bleiben genauso wie bei den Beziehungen auf Zeit genug Menschen auf der Strecke.
Ich find es nach wie vor romantisch, wenn mir Patientinnen oder Patienten sagen, daß sie nach Hause möchten zu ihrem Partner, mit dem sie 60 oder 70 Jahre lang verheiratet sind, weil sie ihn im Krankenhaus so sehr vermissen.
LG,
Nicki
Und "für immer" ist nunmal die längste Zeit, die man sich (beinahe) vorstellen kann.
liebe Grüße
sehr schoenes Beispiel, mit den alten Menschen.
@Lyriost, da hast Du ja was angerichtet, mit den zwei Zeilen, eines bleibt fuer immer.
Ich kann zwar mit dem Mobilgeraet nicht auf Youtube gehen. Hatte aber trotzdem, den ganzen Tag, die Melodie von "Am Fenster" im Kopf.
Ein wunderschoenes Stueck!
Ja, was ist fuer immer, fuer ewig?
Die Vorstellung auf ewig, sie koennte langweilig sein, wenn in dieser Ewigkeit keine Aenderung vonstatten ginge, wohingegen, wenn beide wachsen, an und in der Beziehung, dann ist sie immer wieder neu.
Nur eben Liebe fragt nicht, Liebe ist. Sie fragt nicht nach dem wofuer und warum.
Wenn ich an Loth denke, wie er mit seiner Frau Sodom und Ghomorra verliess, in dem Moment, wo sie sich umdrehte, zur Salzsaeule erstarrte, haette ich sie in den Arm genommen, mit ihr zurueckgeschaut, damit ich auf ewiglich mit ihr vereint gewesen waere.
Von der Vorstellung her, es mag langweilig sein, als Statue der Liebenden dort in der Wueste zu stehen. Aber Liebe fragt nicht. Liebe ist.
Liebe Gruesse
Stimmt, sogar fast den Verstand.
Aber wofuer braucht Liebe Verstand? Er kann Liebe sowieso nicht erfassen, da sie ein Gefuehl ist, welches dem Verstand scheinbar auf ewig ein wenig suspekt erscheint.
lg sternenschein
Liebe muß ja nun aber auch nicht unbedingt immer was positives sein – immerhin ist die Liebe für mehr Straftaten verantwortlich, als der Alkohol. Meine hypothetische Frage ist deshalb: Sollte man nicht seine Interessen in Sachen Liebe zugunsten einer funktionierenden Beziehung opfern?
Ich weiß es nicht, ich habe inzwischen nur gelernt, das eine Beziehung, die auf eingeredeter Barmherzigkeit oder eingeredetem Pragmatismus ohne Liebe beruhen - für mich leider zum Scheitern verurteilt sind, aber grade das macht das Leben kompliziert.
Ich glaube nicht, dass die Liebe fuer die Straftaten verantwortlich ist. Die wird in dem Fall nur vorgegeben, um Egoismuss, Wut und Hass zu kaschieren.
Liebe ist aber gerade nicht Egoismus.
Pragmatismus, Mitleid und Barmherzigkeit, sind auch ueberhaupt keine Basis fuer eine Beziehung. Wenn sie nur darauf beruht, sollte man sie beenden. Ist jedenfalls meine Meinung.
Ich fuer meine Person, moechte nicht, dass jemand mit mir zusammen ist, nur aus Mitleid, egal wie sehr ich mir das zusammensein wuenschte.
Das ist nicht der Sinn einer Beziehung. Denn in der sollten beide geben koennen, sowohl als auch nehmen.
liebe Gruesse
LG,
Nicki
LG,
Nicki
Aber es gibt natürlich unterschiedliche Auffassungen von der Liebe. Und die meisten sind in der Tat äußerst selbstsüchtig.
Deshalb denke ich nicht, das geteiltes Leid halbes Leid ist. Es ist vielleicht sogar doppeltes Leid, da man sich zu seinem eigenen Leid, auch noch um das des anderen kuemmert.
Da ist ein gegenseitige Hilfestellung fast unmoeglich.
Sie versinken langsam im Sumpf des Leidens.
Ich weiss auch nicht wie weit, dieses "Mitleiden" etwas mit Liebe zu tun hat.
Gut, wenn der andere uns egal ist, wuerden wir nicht mitleiden. Spielt da eventuell eine gewisse Portion Liebe mit hinein.
Mitfuehlen, sich einfuehlen zu koennen in das Leid des anderen, um es ihm das Leid ertraeglicher zu machen, unter Beruecksichtigung der Eigenheiten des anderen, dass ist wieder eine ganz andere Sache, die auch mit Liebe zu tun hat. Nach der ich eher handeln wollte, und auch tue.
Selbstverstaendlich macht es einen traurig, bedrueckt es, sehr sogar, einen Menschen leiden zu sehen, besonders wenn man ihn mag. Nur sich ins Mitleid zu begeben, hilft ihm nicht wirklich. Macht wohl auch nicht stark genug, um ueber sich selbst hinauszuwachsen, und die Aufgaben einfach anzunehmen, die man glaubte nicht leisten zu koennen.
Sie leistet, aus Mitgefuehl und aus einer gewissen Liebe heraus.
Ist diese Liebe dann egoistisch? Weil sie nicht mitleidet? Vielleicht in einem gewissen Sinne, denn wenn man selbst die notwendigen Dinge tun kann, um dem anderen das Leid etwas ertraeglicher machen zu koennen, oder zu lindern, dann fuehlt man sich selbst auch ein Stueck weit besser, als wenn man diesen Menschen haette vor sich hinleiden lassen.
Ist dieses dann Selbstsucht, keine Liebe, weil man gleichzeitig etwas fuer sein eigenes Wohlbefinden getan hat, indem man etwas fuer den anderen tat?
Liebe Gruesse
Ich gestatte mir dazu eine andere und eigene Meinung!
Beisp.: Mann hat Kehlkopfkrebs, Frau pflegt ihn. Er kann kaum essen, sie leidet so mit, dass sie selbst immer duenner wird, hat Angst, wenn sie isst, er dieses sieht, leidet, da er Appetit bekommt. Auf diese Art, waere sie noch vor ihm gestorben. Ihr musste klargemacht werden, dass sie etwas fuer sich selbst tun muss, um ihm helfen zu koennen.
Ist es jetzt Selbstsucht, oder eher Liebe? Ist es Liebe, wenn sie selbst zerbricht, ihm nicht helfen kann?
Mitleid hat für mich etwas, das Distanz ausdrückt und es kommt aus einer Haltung des vermeintlich Besseren - das widerspricht meinem Verständnis von Liebe und zwar gewaltig.
Übrigens gehe ich selbstverständlich davon aus, dass hier jeder seine Meinung sagt (was denn sonst?) und jeder andere natürlich das Recht hat, darüber selbst anders zu denken.
Den Kommenaren von Nicki und Sternenschein schließe ich mich gerne an, der Meinung von Schopenhauer (zu diesem Thema)nicht!
Wenn wir über Liebe oder Mitleid sprechen, hat jeder ganz persönliche Definitionen parat, die etwas zu tun haben mit den gängigen Vorstellungen davon, was Liebe sei oder was Mitleid, und jeder hat seine persönlichen Erfahrungen und philosophischen oder religiösen Strickmuster, nach denen er sich seine Meinung zusammenstrickt. Es geht doch nur darum, diese eigene Meinung mit anderen zu vergleichen und immer wieder auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen. Dabei ist die Meinung der anderen nichts weiter als eine weitere zu überprüfende Meinung.
Wir sind in aller Regel so fest durch unsere Begrifflichkeiten geprägt, daß wir gar nicht bemerken, wie sehr uns die dadurch generierten Meinungen, die wir meinen verteidigen zu müssen, am Nachdenken hindern.
Und wenn man Schopenhauer und dessen Ethik einigermaßen kennt, dann weiß man, daß dessen Mitleid gerade nicht aus der Distanz kommt, sondern (wie auch die Liebe) in dem Augenblick entsteht, wo begriffen wird, daß jede Distanz eine Illusion ist, weil es Distanz nur auf der Ebene der Erscheinungen gibt, aber im Innern der Dinge Identität. Schopenhauers Mitleid hat nichts mit Mitgefühl und Anteilnahme zu tun. Das sind letztlich Haltungen, die eher, wenn man genauer hinschaut, der Kantischen Pflichtethik entspringen und nicht dem Herzen.
Als ich schrieb: "Tiefempfundenes Mitleid ist eine Erscheinungsform der Liebe",
wollte ich darauf hinweisen, daß es keinen Grund gibt, unsere Vorstellung von der Liebe unnötig eng anzulegen. Es gibt nicht DIE Liebe, es gibt verschiedene Erscheinungsformen. Und ich finde, solch ein Konzept ist offen und läßt viel Raum für Toleranz. Liebe ist eine vielfältige Angelegenheit.
Einen Liebesbegriff aber, der ein wesentliches Element zur Facette degradiert, empfinde ich als unnötig starr und selbstgewisser, als es die tatsächliche Ungeklärtheit dieses Gefühls erlaubt.
Wenn wir nicht genau wissen, was Liebe ist – und niemand weiß das genau –, wie können wir da bestimmen, was Facette ist und was der Kern?
Kinder, streitet euch nicht, sonst macht's keinen Spaß.
LG,
die Nicki
Ich habe schließlich nicht BESTIMMT, was die Facette oder der Kern ist, sondern lediglich dazu meine Meinung gesagt - und das auch noch einmal betont, obwohl ich das im Dialog für überflüssig halte.
Ich glaube übrigens nicht daran, dass es irgendwo einen festgelegten "Wissernsspeicher" gibt, dem wir uns annähern müssen, um etwas zu empfinden oder zu meinen!
Liebe ist nichts abschließend definiertes, sondern ein Gefühl- und das ist gut so!
Ist doch nur ein Meinungsstreit ... nur ein Meinungsstreit. ;-)
Einen Menschen so zu lieben, dass es schon schmerzt, ist ein Gedanke, aber gleichzeitig fuehle ich dann auch dieses Gefuehl, der tiefen Liebe.
Es gibt Menschen, die unter Stoerungen im Hirnvorderlappen leiden. Sie sind nicht in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen, Mitleid, oder Mitgefuehl zu haben. so verhalten sie sich nicht adaequat im Leben. Eher abgestumpft. Wo ist bei denen die Liebe?
Erlernen wir die Liebe, oder haben wir sie von Anfang an in uns?
Kleine Kinder erfahren sie, hoffentlich, durch die Eltern, die ihnen sagen "Ich habe dich lieb", dabei sich freuen und anstrahlen.
Das Kind lernt davon, es ist etwas gutes, sagt es auch. Sehr oft sogar anfangs, und sehr gerne. Beginnt nach einer Weile zu fragen, wen hast Du mehr lieb, es ist fuer das Kind von aeusserster Wichtigkeit.
Da stellt sich wirklich die Frage, haben wir erst dadurch zu lieben gelernt, oder war es nicht doch schon vorher da.
Wenn der Saeugling, voller Staunen mit den kleinen Fingerchen, der Mutter ins Gesicht fasst, dabei laechelt und sich ueber das ERFASSTE freut. Ist das nicht auch schon Liebe, ohne sie in Worten ausdruecken zu koennen?
Lyriost, es waere interessant, unter welchen Aspekten Du persoenlich die Liebe im Mitleid siehst.
Denn ich kann mit einem Menschen Mitleid haben, ohne ihn jedoch zu lieben.
Ich wollte allerdings einem Menschen, den ich liebe, nie etwas antun, aus derer Folge ich Mitleid mit ihm haben muesste. Und doch kann es geschehen, auch ohne dass man es selbst will.
Weil zwei Lebensentwuerfe nicht zusammenpassen.
Ich schrieb erst, koennte nie etwas antun, dieses habe ich in wollte geaendert. Denn wer lebt, fuegt anderen Menschen schon mal Schmerzen zu, auch ohne es bewusst zu wollen.
Und sei es nur durch Unterlassung.
Liebe Gruesse
Nun auch noch Worte über Gefühle. Im Schweigen besser zu erfassen, aber leider nur selten, und hier schon gar nicht, mitteilbar.
Wenn ich von Liebe spreche, dann meine ich nicht die hormonellen Zirkusvorstellungen, wo dem Zauberer die Schmetterlinge aus dem Zylinderhut fliegen. Für mich ist Liebe etwas Tiefergehendes, ein existentielles Wiedererkennen des einen im andern. Dieses Erkennen ist leider nicht steuerbar und nicht so häufig, wie es sein sollte, sonst sähe unsere Welt sehr viel freundlicher aus.
Am ausgeprägtesten ist dieses Gefühl bei mir, wenn ich einen Menschen als einen Leidensgenossen wahrnehme, wenn mir klar wird – und das nicht intellektuell –, daß dieser andere Mensch, wie ich auch, ein leidendes Wesen in einer unerklärlichen Situation ist. Es ist schon verrückt und zugleich tragisch, ein fühlendes Wesen zu sein. Diese Identifikation, die punktuell möglich ist, erzeugt in mir ein metaphysisches Gefühl von grenzensprengendem Mitleid, was von mir nur als Liebe bezeichnet werden kann, ein anderes Wort fällt mir nicht ein. Der Wunsch, diesem Menschen, koste es, was es wolle, in seiner elementaren Erbärmlichkeit beizustehen, ist Ausdruck des stärksten Gefühls, das ich bisher kennengelernt habe, vergleichbar nur dem schlimmsten Schmerz, den ich je hatte.
Dabei spielt es keine Rolle, wer der andere ist. Wenn es, wie ich erlebt habe, ein mir bis dahin unbekanntes kleines Mädchen ist, das einsam in einer großen Toreinfahrt vor verschlossener Tür steht, oder ein Kollege, dessen Frau plötzlich verstorben ist, dann würde man das Gefühl, so wie wir es gewöhnt sind zu sprechen, nicht als Liebe bezeichnen. Und dennoch ist es das gleiche Gefühl, das ich meiner Frau entgegenbringe, wenn wir uns auf diese Weise begegnen, was öfter, aber leider nicht immer geschieht, weil beide gewohnheitsmäßig viel zu sehr mit sich selbst und mit Äußerlichkeiten beschäftigt sind.
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich gemacht.
Liebe Grüße
ja, ich denke, ich habe das verstanden.
Ein Mann hockt auf der Treppe, schwitzend, zusammengesunken, wohl Schlaganfall oder Herzstoerungen. Er spricht nur polnisch. Menschen stehen herum, ich setze mich neben ihn, halte ihn im Arm, spreche ihm gut zu, bis der Notarzt kommt. Ich kannte ihn nicht, habe mich ihm aber in dem Moment unglaublich nahe gefuehlt. denn genauso gut haette ich es ja auch selbst sein koennen. Eben versuchen, dass notwendige zu unternehmen, dem anderen soweit zu helfen, wie es in der eigenen Macht steht..
Ich haette es nicht als Liebe oder Mitleid bezeichnet, eher ist es ist eine Art Menschenliebe, ebenso wie die Tierliebe, die Liebe zur Natur.
Und es stimmt, alles ist mit allem verbunden. Es heisst nicht umsonst, Was Du nicht willst, das dir man tu, das fuege keinem anderen zu.
Denn was man fuer den anderen macht, macht man auch gleichzeitig fuer sich.
Ich bin ja nicht in der Kirche. Aber in der Bibel steht schon, was Du fuer den geringsten, unter meinen Bruedern machst, hast Du mir getan.. (nicht woertlich)
Und ich kann es sehr gut verstehen, dieses sich sehen in dem anderen.
Leider habe ich auch Situationen manchmal, aus unterschiedlichen Gruenden, verstreichen lassen, in denen ich etwas notwendiges, haette einfach tun koennen.
Aber wahrscheinlich geht uns das allen so.
Liebe Gruesse
Ich habe gestern für mich beschlossen, dass ich nie wieder versuchen werde, Liebe zu erklären oder zu definieren, denn allein vom bloßen Versuch wird man schier wahnsinnig.
LG,
Nicki
Dieses tiefgehende Empfinden einer intensiven (und manchmal wirklich unerklärlichen, aber trotzdem deutlichen) Verbindung ist -für mich- das Wesensmerkmal der Liebe und ich finde, Liebe ist dafür auch genau das treffende Wort.